Werbungskosten

Erststudium und der Abzug als Werbungskosten

Im EStG unter dem § 12 (5) steht, dass ein Erststudium direkt nach dem Abitur oder nach einer nichtakademischen Berufsausbildung, z. B. einer Lehre nichts mit der späteren Tätigkeit zu tun hat. Deshalb strich das Finanzamt Steuerzahlern regelmäßig den Abzug von Werbungskosten, wenn diese nach beendeter Lehre wieder die Schulbank drückten und studierten. Aber es ist Bewegung in dieses Verfahren gekommen. Der Realismus des Alltags hält auch hier Einzug.

So werden Ihre Aufwendungen für Arbeitsmittel vom Finanzamt anerkannt

Seit dem 01. Januar 2007 wird ein häusliches Arbeitszimmer nur noch dann steuerlich anerkannt, wenn es den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Tätigkeit darstellt – was dazu führt, dass beispielsweise Lehrer leer ausgehen. Nicht betroffen davon sind je doch Kosten für Arbeitsmittel und deren Unterbringung. Das heißt: Auch wenn Sie das häusliche Arbeitszimmer steuerlich nicht mehr absetzen können, können Sie weiterhin Aufwendungen für Einrichtungsgegenstände in der Steuererklärung geltend machen, wenn diese Gegenstände so gut wie ausschließlich für berufliche Zwecke verwendet werden.

Neue Rechtslage bei Reisekosten

Reisen, bei denen Ihre Mitarbeiter das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden, führten in der Vergangenheit immer wieder zu steuerlichen Auseinandersetzungen. Denn die Finanzämter werteten die von Ihnen übernommenen Reisekosten in vollem Umfang als steuerpflichtigen Arbeitslohn, sofern die Trennung dienstlich/privat nicht eindeutig möglich war. Damit ist nun Schluss.

Job-Ticket statt Pendlerpauschale

Ab 01.01.2007 können die meisten Arbeitnehmer die Kosten, die ihnen für den Weg zur Arbeit und zurück entstehen, steuerlich nicht mehr als Werbungskosten geltend machen. Denn: Künftig können Arbeitnehmer nur dann noch 30 Cent pro Kilometer steuerlich geltend machen, wenn die einfache Entfernung zwischen Wohnung und Arbeitsstätte mindestens 21 Kilometer beträgt.

Arbeitszimmer in der Privatwohnung: Steuerlich voll absetzbar bei Publikumsverkehr

Empfangen Sie als Selbstständiger in Ihren Arbeitsräumen in Ihrer Wohnung oder Ihrem Haus regelmäßig Kunden und Geschäftspartner, können Sie die Raumkosten vollständig von der Steuer absetzen - auch dann, wenn dort nicht der Mittelpunkt Ihrer beruflichen und betrieblichen Tätigkeit liegt. So hat das Finanzgericht Niedersachsen in einem kürzlich veröffentlichten Urteil entschieden (Finanzgericht Niedersachsen, 04.03.2004, Aktenzeichen: 3 K 10594/01).

Kindergeld: Ist die 7.680-€-Einkunftsgrenze in Gefahr – hier für Sie ein Anschaffungs-Tipp

Lassen Sie ein Kind in Ausbildung aus beruflichen Gründen einen Computer inklusive Zubehör kaufen. Diese Anschaffungen sind dann als Werbungskosten abzugsfähig. Allerdings nicht sofort in voller Höhe. Sie sind anteilig auf die Nutzungsdauer zu verteilen. Das gilt neben dem PC auch für Peripheriegeräte. Monitore, Drucker oder Scanner sind laut Rechtsprechung regelmäßig keine geringwertigen Wirtschaftsgüter. Ist die Einkunftsgrenze somit noch immer in Gefahr, rettet Sie vielleicht ein Computertisch:

Steuer-Bumerang: Großzügige Weihnachtsgeschenke an Mitarbeiter

Der Arbeitgeber hatte es nur gut gemeint: Er schenkte seinen Mitarbeitern bei einer Weihnachtsfeier jeweils eine Goldmünze. Dass er dafür von seinen Mitarbeitern Lohnsteuer an das Finanzamt abführen musste, war ihm bekannt. Allerdings ging er davon aus, dass er den Wert lediglich mit pauschal 25% versteuern müsse. Denn im Einkommensteuergesetz steht, dass "Arbeitslohn aus Anlass von Betriebsveranstaltungen" mit 25% versteuert werden darf (Einkommensteuergesetz § 40 Abs. 2 Nr. 2).

Betriebsausgaben: Kosten für Domain-Adressen

Die Aufwendungen für Domain-Adressen sind keine steuerlich abzugsfähigen Betriebsausgaben. Das hat das Finanzgericht Rheinland-Pfalz entschieden (FG Rheinland-Pfalz, Urteil vom 16.11.2004, Az: 2 K 1431/03). Die Domain-Adresse stelle ein immaterielles Wirtschaftgut des Anlagevermögens dar. Internet-Adressen könnten am Markt gehandelt werden. Im Unterschied zu Warenzeichen bestehe der wirtschaftliche Nutzen einer Domain-Adresse nicht aus ihrem Bekanntheitsgrad.

Pauschbetrag bei Dienstreisen

Das Bundesministerium der Finanzen hat die Pauschalen, die Sie Ihren Mitarbeitern steuerfrei zahlen dürfen, angepasst: Als Arbeitgeber können Sie Ihren Mitarbeitern Verpflegungs- und Übernachtungskosten im Ausland steuerfrei ersetzen, wenn Sie sich an die vom Bundesfinanzministerium festgelegten Pauschalbeträge halten (BMF-Schreiben vom 09.11.2004 - IV C 5 - S 2353 - 108/04 - /- IV A 6 - S 2145 - 4/04).

Rückerstattung von Fahrtkosten

Viele Arbeitgeber erstatten ihren Teilzeitkräften und Aushilfen die Fahrtkosten für die Wege von zu Hause zur Arbeit und zurück – oder beteiligen sich daran. Bei Rückerstattungen sollten Sie aber aufpassen! Fahrtkostenzuschüsse Ihres Unternehmens an die Teilzeitkräfte und Aushilfen für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte mit öffentlichen Verkehrsmitteln sind seit 2004 lohnsteuerpflichtig.

Geschäftsreise und Urlaub verbinden

Als Selbstständiger ohne Anspruch auf tariflichen Mindesturlaub freuen Sie sich über jeden freien Tag. Oft bieten sich beispielsweise Geschäftsreisen an, um daran einen Kurzurlaub zu hängen. Allerdings versuchen dann einige Finanzämter, den Betriebsausgabenabzug für den geschäftlichen Teil der Reise zu streichen. Ihr Argument: Kosten dürften nicht in einen geschäftlich und einen privat veranlassten Teil aufgeteilt werden.

Reisekosten: Aufteilung in Dienst und Freizeit ist möglich

Reisen, bei denen Ihre Mitarbeiter das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden, führten in der Vergangenheit immer wieder zu steuerlichen Auseinandersetzungen. Denn die Finanzämter werteten die von Ihnen übernommenen Reisekosten in vollem Umfang als steuerpflichtigen Arbeitslohn, sofern die Trennung dienstlich/privat nicht eindeutig möglich war. Damit ist nun Schluss – Der Bundesfinanzhof hat seine bisherige Rechtsprechung gekippt und festgestellt:

So holen Sie sich die ausländische Umsatzsteuer zurück

Viele Groß- und Außenhändler verschenken bares Geld. Vor allem dann, wenn Sie selbst oder Ihre Mitarbeiter regelmäßig im Ausland unterwegs sind oder das Unternehmen sich auf einer ausländischen Messe präsentiert. Denn: Die in den üblichen Ausgaben, wie zum Beispiel Hotelübernachtungen, Verpflegung, Mietwagen, Teilnahmegebühren bei Kongressen und Tagungen, enthaltene ausländische Umsatzsteuer können Sie sich zurückholen.