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Freeware-Toolsammlung – LCD/TFT-Pixelfehler analysieren und beheben

Lesezeit: 4 Minuten LCD/TFT-Flachbildschirme haben sich als Standard-Anzeigegeräte an PC-Systemen etabliert. Allerdings lässt sich durch optimierte Einstellungen meist noch etwas mehr Leistung aus der Bilddarstellung des Flachbildschirms herauskitzeln. Dazu haben wir hier eine Sammlung kostenloser Windows-Tools für Sie zusammengestellt, die Ihnen zudem hilfreich sind, wenn "tote Pixel" auftreten sollten.

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Freeware-Toolsammlung – LCD/TFT-Pixelfehler analysieren und beheben

Freeware-Toolsammlung – LCD/TFT-Pixelfehler analysieren und beheben

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Windows-Freeware-Toolsammlung gegen LCD/TFT Pixel-Pannen

Innerhalb weniger Jahre haben Flachbildschirme die alten Röhrenmonitore komplett ersetzt. Aufgrund der vielen Vorteile der LCD/TFT-Technik (LCD = liquid crystal display, dt. = Flüssigkristallanzeige; TFT = thin film transistor, dt. = Dünnschichttransistoren) dominiert diese Technik seit circa 2006 die Displays in den Flachbildschirmen.

Zwar gibt es bei LCD/TFT-Displays solche Fehler wie Trapez- oder Kissenverzerrungen wie bei den alten Röhrenmonitoren (CRT = cathode ray tube, dt. = Kathodenstrahlröhre) nicht mehr, trotzdem sind alle Geräte mit internen Einstellmöglichkeiten ausgestattet, die als „On Screen-Display“ (OSD) bezeichnet werden. Typisch für ein OSD ist es, dass es über das aktuell angezeigte Bild eingeblendet wird.

Allerdings sind die OSDs in aller Regel sehr einfach gehalten, sodass Sie mit den folgenden, kostenlosen Tools Ihre Analyse- und Einstellmöglichkeiten erweitern. Alle Tools laufen auf den gängigen Windows-Versionen. Möglicherweise haben Sie sogar eine Chance, defekte Anzeigepixel zu „reparieren“ und Werkstattkosten einzusparen oder Anschaffungen hinauszuzögern.

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1. „Nokia-Monitortest“ für Flachbildschirme und Röhrenmonitore

Erfolgt die Bilddarstellung auf Ihrem LCD/TFT-Display nicht wie gewünscht, hilft ein Check Ihres Panels mit einem geeigneten Testprogramm, um beispielsweise Pixelfehlern (Pixel = Kunstwort für Picture Elements, dt. = Bildelement, Bildpunkt) oder bei analogem Schnittstellen-Anschluss (VGA), falsch eingestellter Clock oder Phase auf die Spur zu kommen sowie Kontrast und Helligkeit optimal einzustellen. Das bekannteste Programm dieser Art ist der „Nokia Monitortest“, der sich auch für klassische Röhrenmonitore und die Einstellung und Begutachtung eines Beamer-Bildes sehr gut eignet.

Das kleine Tool (572 KByte nach Entpacken) arbeitet auch mit Produkten beliebiger anderer Hersteller zusammen. Das Freeware-Tool ist an vielen Stellen im Internet kostenlos herunterzuladen.

2. Display-Einstellungen mit dem „EIZO-Monitortest“ überprüfen – auch für Mac OSX

Als Ergänzung und Alternative zum Nokia Monitortest bietet sich der Monitortest an, den die Display-Spezialisten von EIZO entwickelt haben. Das kostenlose Tool hilft Ihnen, wenn Sie typische Einstellungen wie Bildlage, Kontrast oder Farben korrigieren oder individuell anpassen möchten. Die Testsoftware stellt Ihnen dazu 24 Testbilder mit Erläuterungen zur Verfügung, mit denen Sie Anzeige-Parameter wie Geometrie, Konvergenz, Helligkeit, Homogenität und Geschwindigkeit kontrollieren.

Mittels „Info“ können Sie jederzeit Informationen zum aktuellen Bildschirmformat, zur Auflösung, Bildrate, Farbtiefe und der Pixelanzahl einblenden. Nötigenfalls nehmen Sie dann Anpassungen über das On-Screen-Menü Ihres Displays vor. Den EIZO-Monitortest erhalten Sie für Windows (ZIP-Archiv) und auch in einer Mac OSX-Version an dieser Adresse.

Bestimmen Sie die Pixelfehlerklasse

Wie viele Pixelfehler ein LCD/TFT-Display haben darf, ist ursprünglich in der internationalen ISO-Norm 13406-2 für Pixelfehlerklassen festgelegt, die 2006 durch die Normenreihe ISO 9241 ersetzt wurde.

3. „Dead Pixel Tester“ macht Display-Defekte sichtbar

LCD/TFT-Panels bauen das Bild aus feststehenden Punkten auf. Zu unterscheiden sind dabei die Punkte, die Sie als Anwender sehen (Pixel) und die technischen Leuchtelemente in den Grundfarben, aus denen das bunte Pixel zusammengesetzt wird (Subpixel). Wenn Sie auf Ihrem LCD einen ständig in derselben Farbe leuchtenden oder einen immer unverändert schwarzen Bildpunkt entdecken, handelt es sich um einen Pixelfehler, meist eines Subpixels. Diese Zelle lässt sich also nicht mehr korrekt ansteuern.

Um beim Erstanschluss eines neuen Geräts oder beim Kauf eines gebrauchten Displays Klarheit über eventuelle defekte Pixel zu gewinnen, gibt es das kostenlose Tool „Dead Pixel Tester“ (DPT). Das Freeware-Tool blendet nacheinander zur Kontrolle die Farben Rot, Grün, Blau, Schwarz und Weiß ein.

Finden Sie bei dieser Darstellung beispielsweise auf dem blauen Screen ein schwarzes Pixel, ist ein Bildpunkt defekt und bei einem neuen Gerät können Sie je nach Garantieanspruch einen Umtausch geltend machen. Den Download sowie weitere Instruktionen zur aktuellen Version von DPT erreichen Sie an diesem Link.

4. „Dead Pixel Buddy“: Die Online-Prüfung für Ihren LCD/TFT-Flachbildschirm

Zwar werben Markenhersteller von LCD-/TFT-Displays aktiv damit, Displays mit Null Pixelfehlern anzubieten, in der Praxis können aber ja trotzdem Fehler innerhalt der Gewährleistungs- oder Garantiezeit auftreten. Zudem gibt es eine solche Sicherheit bei besonders preiswerten Angeboten oder Gebrauchtgeräten nicht.

Wer einen Display-Schnelltest durchführen möchte, muss nicht in jedem Fall eine lokale Programminstallation eines Tools vornehmen oder ein Tool auf einem USB-Stick oder einer Diskette (die Älteren werden sich erinnern) aus der Tasche ziehen. Denn den „Dead Pixel Buddy“ können Sie sofort einsetzen, wenn eine Internet-Verbindung besteht und ein beliebiger Browser zur Verfügung steht. Das Tool ist also unabhängig von einem bestimmten Betriebssystem.

Rufen Sie einfach diese Adresse auf. Der Dead Pixel Buddy zeigt Ihnen Felder mit neun Farben an. Starten Sie die Farbanzeige durch die Wahl einer Farbe per Maus. Dann wird der gesamte Bildschirm mit der Farbe gefüllt, was speziell ein totes Subpixel entlarvt. Mit der Funktionstaste [F11] schalten Sie den Vollbildmodus des Browsers ein und aus, mit den horizontalen Pfeiltasten können Sie über alle Farben hinwegscrollen.

5. Defekte Pixel reanimieren mit „Undead Pixel“

Treten innerhalb der Gewährleistungs- und Garantiezeit defekte Pixel auf oder die Zahl der defekten Pixel überschreitet die vom Hersteller garantierte Fehlerfreiheit, wenden Sie sich an den Händler oder Hersteller. Doch was tun, wenn Gewährleistungs- und Garantiezeit abgelaufen sind? In dem Fall bietet das kostenlose Windows-Tool „UDPixel“ (UnDead Pixel) möglicherweise einen Ausweg. Um mit dem Tool „tote“ Pixel wiederzubeleben, gehen Sie folgendermaßen vor:

  1. Den Download der aktuellen Version von UDPixel für Windows (englisch- oder französischsprachig) finden Sie hier. Das Programm benötigt ein installiertes .NET Framework.
  2. Starten Sie das Tool und klicken im Feld „Dead pixel locator“ auf „Run cycle“. Wenn bei den angezeigten Testbildern ein Bildpunkt immer in derselben Farbe leuchtet, liegt ein Defekt vor.
  3. Für einen Reparaturversuch klicken Sie unter „Undead pixel“ auf „Start“. Daraufhin wird ein kleines Quadrat mit wechselnder Farbe angezeigt. Schieben Sie dieses Quadrat per Maus über die Bildschirmposition des defekten Pixels.
  4. Mit ständigen Farbwechseln versucht das Tool dann, noch nicht völlig schwarze Pixel wiederzubeleben. Lassen Sie diese rabiate Kurmethode mehrere Stunden laufen, um die noch vorhandene Leuchtkraft des Pixels zu reanimieren.
  5. Der Erfolg der „Reanimation“ hängt von mehreren technischen Faktoren ab, ist also auch etwas Glückssache. Völlig schwarze Pixel kann auch UDPixel nicht wiederbeleben.

Hinweis: Alle genannten Tools lassen sich nicht nur auf Desktop-PCs, sondern auch auf Notebooks, Netbook oder Ultrabooks mit LCD/TFT-Displays einsetzen, sofern das passende Betriebssystem auf dem Rechner läuft. Allerdings ist eben der Tausch eines defekten Panels bei diesen Geräten nicht unkompliziert möglich und in vielen Fällen ist ein defektes Display auch der wirtschaftliche KO eines tragbaren Computers.

Weitere Hardware-Tipps finden Sie in diesen experto.de-Artikeln

Bildnachweis: Bits and Splits / stock.adobe.com

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