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Film ab: HDCP-Pannenhilfe bei der Blu-ray-Wiedergabe am PC & Notebook

Lesezeit: 3 Minuten Die Preise für Filme auf Blu-ray sinken rapide, die nur geringfügig höheren Anschaffungskosten gegenüber der DVD sind für Cineasten schon lange kein Hindernis mehr. Doch bei der Wiedergabe von Blu-ray-Filmen am PC oder Notebook gibt es durch den Kopierschutz HDCP ein ganz erhebliches Pannenpotenzial. Typische HDCP-Blu-ray-Pannen und ihre Lösungen schildert Ihnen dieser Beitrag.

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Film ab: HDCP-Pannenhilfe bei der Blu-ray-Wiedergabe am PC & Notebook

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Blu-ray an PC und Notebook: Filme, Rohlinge und Massenspeicher

2007 wurde das Blu-ray-Format als Nachfolger der DVD eingeführt. Heute hat sich auch am PC Blu-ray als Filmmedium etabliert, zumal von neuen Filmproduktionen teils schon mehr Blu-rays als DVDs verkauft werden. Tatsächlich nutzt erst ein Film auf Blu-ray die Auflösung und Qualität moderner HighDefinition-Flachbildschirme am PC richtig aus, der Qualitätsunterschied gegenüber einer DVD ist deutlich sichtbar.

Als Filmformat hat sich Blu-ray seit 2011 endgültig durchgesetzt, denn es werden inzwischen mehr Blu-ray-Player als DVD-Spieler verkauft. Als einziges optisches Speichermedium verfügen Blu-rays über den not-wendigen Speicherplatz, um auch 3D-Material in Spielfilmlänge auf einem Datenträger unterzubringen. Hinzu kommt die hohe Bildqualität: Bei Blu-ray werden bis zu fünfmal mehr Bildpunkte dargestellt als bei einer DVD. Im Vergleich mit HDTV-Sendungen im Fernsehen bieten Blu-ray-Discs eine verdoppelte Auflösung.

Auch als Massenspeicher sollte die Blu-ray am PC eine große Zukunft haben, denn speichertechnisch sind sie den DVDs weit überlegen. Ein Blu-ray-Rohling fasst bis zu 50 GByte, dagegen nehmen sich die maximal 8,4 GByte eines Double-Layer-DVD-Rohlings ziemlich mau aus. Trotz der Kapazitätsvorteile spielen Blu-rays als Massenspeicher am PC allerdings bislang eher eine Außenseiterrolle, denn die Rohlinge sind vergleichsweise teuer und der Trend geht eben dahin, Daten online "in der Cloud" zu speichern, und nicht DVD- oder Blu-ray-Rohlinge aufzutürmen.

Beachten Sie vor dem Kauf von Blu-ray-Rohlingen, dass Ihr Blu-ray-Laufwerk tatsächlich auch schreibend auf Blu-ray-Rohlinge zugreifen kann. Denn es gibt eine nennenswerte Zahl von Hybrid-Laufwerken im Markt, die zwar CD/DVD brennen, Blu-ray hingegen nur abspielen können. Nachfolgend einige typischen Blu-ray-Pannen, die das Film-Vergnügen am PC stören.

PC-Displays müssen HDCP unterstützen

Es ist eine feine Sache, mit einem neueren Notebook einen Blu-ray-Film abzuspielen und auf dem Flachbild-Fernseher wiederzugeben. Dabei ist die folgende Fehlermeldung beim Abspielversuch nicht selten: "Die Wiedergabe von geschützten Inhalten wird von Ihrer Anzeigekonfiguration nicht unterstützt". Die Ursache ist dann eindeutig, der HDCP-Kopierschutz (High-bandwidth Digital Content Protection) verhindert das Abspielen.

Ohne HDCP-Unterstützung des angeschlossenen Displays ist keine Wiedergabe der geschützten Inhalte in der besten Qualität möglich. Oft findet gar keine Anzeige statt, es kann aber auch eine qualitätsreduzierte Anzeige vorgenommen werden, denn das konkrete Verhalten legen die Produzenten der Blu-ray fest. Speziell bei manchen PC-Konfigurationen kann in dem Fall auch ein Rechner-Absturz die Folge sein. Wird ein Blu-ray-Film auf zwei (oder mehr) Displays gezeigt, müssen alle den HDCP-Kopierschutz unterstützen.

Blu-ray-Wiedergabe per Flachbild-Fernseher am Notebook

Recht häufig schließen Notebook-Besitzer einen großes Display oder auch einen Flachbild-Fernseher als Erweiterung oder Ersatz des vorhandenen Notebook-Displays an. Allerdings fehlte den Flachbild-Fernsehern der ersten Generationen die HDCP-Unterstützung meist, da Intel HDCP erst 2003 marktreif hatte und die Marktdurchdringung einige Zeit brauchte. Nur, wenn Notebook und Fernseher HDCP unterstützten, gelingt die Filmwiedergabe.

HDCP am PC manchmal nur mit neuer Grafikkarte

Die Wiedergabe von Blu-ray-Filmen am PC kann auch an der Grafikkarte "klemmen". Denn ca. 3 bis 5 Jahre alte PCs können mit Grafikkarten ausgestattet sein, die HDMI nur über einen Adapter bereitstellen, der an einen DVI(D)-Port angeschlossen wird. In wieweit die GPU (Graphic Processing Unit) der Karte den HDCP-Kopierschutz unterstützt, liegt bei dieser Gerätegeneration oft eher im Dunkeln. Lösung: Eine moderne, brauchbare Grafikkarte für den PCI-Express-Erweiterungssteckplatz mit HDMI-Ausgang und HDCP gibt es ab rund 60 €.

Generell gilt: Der Kopierschutz wird nur mit den digitalen Schnittstellen HDMI und DVI(D) übertragen, nicht mit VGA (Video Graphic Array) oder Composite-Verbindungen. Daher bleibt der Bildschirm bei der dieser falschen Verbindungsart dunkel, denn dabei wird keine Synchronisation durchgeführt.

HDMI, HDCP und die Schnittstellennorm

Für den Anschluss des Displays an den PC sind für die Übermittlung der HDCP-Signale die Schnittstellen DVI(D) oder HDMI nötig. Auch die Grafikschnittstelle DisplayPort unterstützt HDCP, spielt jedoch am PC keine große Rolle. Bevorzugt sollten Sie immer HDMI einsetzen, denn die Schnittstelle ist am weitesten verbreitet und damit übertragen Sie das Video- und gleichzeitig das Audiosignal in hoher Qualität.

Es hat sich die HDMI-Norm seit ihrer Einführung allerdings weiterentwickelt, aktuell ist Version 1.4a, die spezielle 3D-Wiedergaben unterstützt. Beachten Sie bei der Verkabelung der Komponenten, dass HDMI-Kabel der ersten Generation sich in Einzelfällen als Quelle von Störungen herausgestellt haben, mit einem aktuellen und hochwertigen HDMI-Kabel sind Sie auf der sicheren Seite.

Fehlerquelle AV-Receiver

Wer im multimedialen Wohnzimmer PC oder Notebook als eine von mehreren Bildsignalquellen an einen AV-Receiver angeschlossen hat, kann eine weitere Überraschung erleben. Denn das Filmesignal wird vom Blu-ray-Player im PC verschlüsselt und im AV-Receiver muss es entschlüsselt werden, um beispielsweise das Audiosignal aus dem Datenstrom herauszufiltern und abzuspielen.

Wenn das anschließende Neuverschlüsseln für die Weiterleitung des Signals an den Fernseher von HDCP als nicht kompatibel angesehen wird, sehen Sie schwarz. Versuchen Sie in so einem Fall, ob Firmware-Updates der beteiligten Komponenten (Blu-ray-Laufwerk, AV-Receiver, Fernseher) die Inkompatibilität beseitigen.

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