Computer Praxistipps

Notebook-Hardware-Tuning – maximale Leistung mit Ihrem Klappcomputer

Lesezeit: 3 Minuten Über 50 Prozent aller weltweit verkaufen PCs sind Notebooks. Der typische Notebook-Käufer nimmt meistens die technische Ausstattung des Geräts als gegeben hin und ändert daran nichts. Doch tatsächlich ist auch in Notebooks einiges Tuning-Potenzial verborgen. Wo fortgeschrittene Notebook-Anwender an den Leistungs-Stellschrauben drehen, erfahren Sie in diesem Beitrag.

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Notebook-Hardware-Tuning – maximale Leistung mit Ihrem Klappcomputer

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Notebooks basieren auf proprietärer Technik

Es ist die normale Entwicklung beim PC-Einsatz, auch eines-Notebook-PCs: Irgendwann wirkt das Gerät bei der Arbeit träge, die Festplatte arbeitet und arbeitet, die Bildanzeige wirkt langsam und beim Internet-Zugriff scheint irgendjemand permanent auf der (virtuellen) Leitung zu stehen. Doch während man bei Desktop-PCs recht einfach Komponenten tauschen und so gezielt Leistungs-Flaschenhälse beseitigen kann, ist dies bei Notebook ungleich schwerer.

Der Hauptgrund: Notebook-PCs, oft auch noch mit dem veralteten
Begriff "Laptop" bezeichnet, basieren auf proprietärer, also
herstellerspezifischer Technik. Anders gesagt, das technische Innenleben
lässt sich nur sehr eingeschränkt verändern, und das unterscheidet sich
von Hersteller zu Hersteller und von Notebook zu Notebook auch noch.

Einfaches Beispiel: Wenn in einem Desktop-PC das Mainboard (die
Hauptplatine) getauscht werden soll, gibt es dafür Standard-Einbaumaße
(Formfaktoren). Somit kann das Mainboard jedes Herstellers in jedes
Standard-PC-Gehäuse installiert werden. Das ist bei Notebooks
grundsätzlich anders.

Das bedeutet allerdings nicht, dass die "Klappcomputer" gar kein Hardware-Tuning
ermöglichen, nur unterscheiden sich die möglichen Maßnahmen von denen
bei Desktop-PCs erheblich, auch das Angebot an entsprechenden
Komponenten ist vergleichsweise sehr überschaubar. Nachfolgend finden
Sie einige Tipps, welche Hardware-Tuning-Maßnahmen am Notebook überhaupt
machbar sind.

Rechnen nicht vergessen: Die Wirtschaftlichkeit einer Notebook-Aufrüstung

Eine wichtige Rolle spielt bei jeden Aufrüst-Wünschen die Wirtschaftlichkeit, die jedes Mal hinterfragt und genau geprüft werden sollte. Klar ist: Ein Windows-XP-Notebook von 2002 macht einfach keinen Sinn, da ist jeder Euro angesichts eines Notebook-Neukaufs ab ca. 400 Euro vertan. Aber bei Notebooks im Alter von 3 bis 6 Jahren bieten oft wirtschaftliches Tuningpotenzial, das sogar die Installation einer neuen Windows-Version lohnt, schließlich will Microsoft beispielsweise Windows 7 noch bis 2020 mit Sicherheits-Updates versorgen.

Gewährleistung und Garantie beachten

Alle Änderungen an der Notebook-Hardware, die das Öffnen des Gehäuses erforderlich machen, führen zum Ende der gesetzlichen Gewährleistung (24 Monate) bzw. Herstellergarantie (oft 36 Monate) für das Gerät.

[x] Krach statt Klang? Soundtuning hilft

Die Klangqualitäten vieler Notebooks stellen PC-Anwender mit höheren audiophilen Ansprüchen nicht recht zufrieden. Zwar kann an dem Soundmodul im Notebook-Chipsatz kein Tuning-Hebel ansetzen, aber der Markt bietet inzwischen für wenig Geld externe Soundadapter, die Sie per USB an Ihrem Notebook anschließen. Da wird nicht nur Stereo-Sound geboten, sogar 5.1- oder 7.1-kanalige Klangwiedergabe wird unterstützt – entsprechende Wiedergabegeräte wie ein Media-Receiver vorausgesetzt.

Wer seinen Ohren etwas Gutes tun möchte, kann allerdings auch gerne etwas tiefer in die Portokasse greifen und mit einem "Creative Sound Blaster X-FI" den Maximalklang aus einem Notebook-PC zaubern. Als Schnittstelle wird in diesem Fall ExpressCard (PC-Card, vormals PCMCIA) genutzt, den externen Standard-Slot hierfür finden Sie an praktisch allen Notebooks. Beachten Sie bei einer solchen Lösung, dass Ihre Betriebssystem-Version auch tatsächlich von der "Notebook-Soundkarte" unterstützt wird.

[x] Notebook-Grafikkarte tauschen

Notebooks werden immer häufiger auch als Spiele-PC oder für Multimedia-Anwendungen eingesetzt. Ist schon beim Notebook-Kauf diese Leistungsanforderung berücksichtigt worden, verfügt das Gerät mit hoher Wahrscheinlichkeit über eine interne Schnittstelle und ist mit einer Notebook-Grafikkarte ausgestattet. Während bei einfacher ausgestatteten Notebooks das Grafikmodul unveränderbarer Teil der Hauptplatine ist, lassen sich bei hochwertigen Notebooks die Notebook-Grafikkarten im MXM-Format austauschen.

MXM (Mobile PCI-Express Module) gibt es inzwischen in mehreren Versionen (MXM-I bis MMX-III sowie MXM-HE), dabei sind prinzipiell die kleineren Module aufwärts-kompatibel, eine MMX-I-Karte kann also auch in einem MMX-II-Slot betrieben werden.

Dieses Tuning ist zwar für Spiele-Notebooks grundsätzlich sinnvoll, allerdings in der Praxis nicht ganz trivial. Nvidia liefert beispielsweise für viele Notebooks Geforce-Grafikkarten, gibt aber keine Preise und Verfügbarkeiten an. Die Notebook-Grafikkarten sind daher meist nur über "graue" Online-Händler zu beziehen.

Weiteres Risiko ist, dass sich das Laufverhalten des Notebooks mit einer anderen Grafikkarte sehr verändern kann, was Abwärmen und Akku-Stromverbrauch angeht. Aufgrund dieser Umstände geht der Trend eher zu externen USB-Grafikadaptern, die ein zusätzliches Display per HDMI-Schnittstelle ansteuern.

[x] Arbeitsspeicher zurüsten

Das Nachrüsten eines RAM-Moduls ist bei Notebooks eine unkomplizierte Maßnahme, da keinerlei spezielle Konfiguration erforderlich ist. Es ist nur das Speichermodul am entsprechenden Steckplatz einzusetzen, der meist unter dem Geräteboden oder unter der Tastatur erreichbar ist. Als Quasi-Standard verwenden Notebooks Speichermodule vom Typ SO-DIMM (Small Outline Dual Inline Memory Module).

Beachten Sie beim Notebook-Speichertuning, dass bei manchen Geräten das vorhandene Speichermodul entfernt werden muss, um zwei gleichartige Module in die beiden vorhandenen Steckplätze einzusetzen. Zudem ist die Gesamtkapazität an Speicher limitiert, die vom Notebook-Chipsatz unterstützt wird. Weitere Hinweise hierzu finden Sie im Handbuch des Notebooks.

[x] SSD anstatt Festplatte

Das Powertuning für ältere Notebooks schlechthin ist der Tausch der Festplatte (HDD) gegen eine SSD (Solid State Drive). Dieses Tuning eignet sich insbesondere deshalb ideal für Notebooks, da im Notebook eine Kapazität wie 256 MB in den meisten Fällen ja völlig ausreicht, und SSDs dieser Kapazität inzwischen sehr bezahlbar sind. Voraussetzungen für den Plattentausch sind das 2,5-Zoll-Standard-Einbauformat, eine SATA-Schnittstelle und mindestens Windows 7.

Fazit: Nicht nur Desktop-PCs, auch Notebooks haben Hardware-Tuningpotenzial. Aufgrund des technisch völlig anderen Aufbaus ist die Auswahl an leistungssteigernden Hardware-Komponenten allerdings gering, und es muss vor jedem Tuning sehr genau geprüft werden, was wirtschaftlich sinnvoll ist und welche Komponenten im konkreten Fall tatsächlich passen.

Weitere Notebook-Tipps finden Sie in den folgenden experto-Artikeln

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