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Medion FastBoot statt Windows 7: Notebook starten in 10 Sekunden

Lesezeit: 3 Minuten Die Firma Medion wirbt bei Notebooks mit der Funktion FastBoot. Innerhalb von 10 Sekunden nach dem Einschalten sollen die Medion-Rechner damit starten. Wie der Schnellstart funktioniert, erfahren Sie hier.

3 min Lesezeit

Medion FastBoot statt Windows 7: Notebook starten in 10 Sekunden

Lesezeit: 3 Minuten

In 10 Sekunden von Null auf 100 Prozent Einsatzfähigkeit mit Medion FastBoot
Schalten Sie einen herkömmlichen Windows-PC ein, vergehen mindestens 30 Sekunden, bis dieser den Anmeldebildschirm von Windows zeigt. Doch dann lässt sich der PC noch lange nicht nutzen, denn nach der Anmeldung erscheint die Sanduhr, während Anwendungen automatisch geladen werden und sich der Virenscanner aktualisiert.

Alles in allem vergehen üblicherweise mehrere Minuten bis zur Betriebsbereitschaft eines Windows-PCs. Das soll mit Windows 8 besser werden, doch Windows 8 ist erst im Laufe des Jahres 2012 zu erwarten und was machen Sie, wenn Sie schon vorher einen neuen PC oder ein neues Notebook benötigen?

Hier bietet Medion mit neuen Akoya-Notebooks und FastBoot eine Alternative an: Innerhalb von nur 10 Sekunden sollen die neuen Windows-Rechner betriebsbereit sein, um im Internet zu surfen, E-Mails zu verfassen oder auf Ihre Konten in sozialen Netzwerken zuzugreifen.

Wie Sie bei einem Medion-Notebook den Schnellstart per FastBoot einleiten
Der schnelle Start mit FastBoot erfolgt nicht automatisch, Sie drücken dazu beim Einschalten des Notebooks mehrfach die Funktionstaste F9, sobald die Meldung "Press F9 for Medion FastBoot OS" erscheint.

Richten Sie zunächst Windows 7 vollständig ein, bevor Sie FastBoot zum ersten Mal aufrufen. Medion weist zudem darauf hin, dass der erste Start mit FastBoot mehrere Minuten dauert, da dann Einstellungen zur Optimierung vorgenommen werden. Sie sollen das Notebook während dieser Zeit nicht ausschalten.

Wie schafft Medion mit FastBoot den Start in 10 Sekunden?
Medion FastBoot basiert auf dem Linux-Derivat Ubuntu. Als Linux-Anwendungen sind der Google-Browser Chrome, der E-Mail-Client Thunderbird, der VLC Media-Player, der Dateimanager Nautilus, ein Kalender, das Internet-Telefonprogramm Skype, der Chat-Client Pidgin sowie Social-Media-Clients für Facebook und Twitter enthalten. Daraus ergeben sich die möglichen Anwendungen des Linux-Systems. Zusätzlich gibt es noch eine Uhrzeit- und Batterieanzeige.

Im Gegensatz zu Lenovo RapidBoot wird hier also nicht Windows innerhalb von 10 Sekunden gestartet, sondern Ubuntu. Somit stehen Ihnen beim Start mit FastBoot keine Windows-Anwendungen zur Verfügung und es ist auch keine Erweiterungen der Anwendungen möglich, zum Beispiel um Office-Programme. Für das Mini-Linux sind auf der Festplatte drei Partitionen eingerichtet. Der dadurch belegte Speicherplatz kann nicht für Windows 7 verwendet werden.

Welche weiteren Einschränkungen haben Sie bei Medion FastBoot gegenüber Windows 7?
Die wichtigste Einschränkung bei Medion FastBoot ist sicher, dass Sie die Windows-Anwendungen nicht nutzen können. Doch es gibt auch weitere Einschränkungen, so werden zwar Bluetooth und USB 3.0 unterstützt, jedoch nicht alle USB-Geräte. Es stehen Ihnen bei FastBoot zum Beispiel keine externen optischen USB-Laufwerke zur Verfügung.

Eine wichtige Einschränkung ist auch, dass Sie mit dem VLC Player unter FastBoot keine kopiergeschützten Inhalte abspielen können. Der Kopierschutz einiger Musik-CDs erfordert die Installation von speziellen Windows-Anwendungen, die unter Windows 7 automatisch installiert werden. Zum Abspielen von DVDs mit Regionalsperre ist beim VLC Player libdvdcss2 erforderlich, das bei FastBoot nicht vorhanden ist.

Lässt sich FastBoot bei älteren Medion-Notebooks nachrüsten?
Haben Sie einmal den schnellen Start der neuen Medion-Notebooks erlebt, möchten Sie FastBoot vielleicht auf Ihrem älteren Medion-Notebook oder einem anderen vorhandenen Notebook nachrüsten. Tatsächlich bietet Medion auch FastBoot auf der eigenen Webseite zum Download an.

Medion FastBoot lässt sich jedoch nur auf den aktuellen Notebooks verwenden, für die Medion es entwickelt hat. Ein Einsatz auf älteren Notebooks oder Rechnern anderer Hersteller ist nicht möglich. Es fehlen dort die Unterstützung für FastBoot im BIOS und dem FastBoot-Ubuntu fehlen die erforderlichen Treiber für nicht dafür vorgesehene Geräte.

Haben Sie einen jüngeren Rechner mit Asus-Mainboard, lässt sich dort eventuell Asus Express Gate installieren. Zukünftig soll es außerdem Splashtop OS für eine größere Bandbreite an Rechnern geben. Eine andere Alternative ist die zusätzliche Installation eines Linux auf Ihrem Windows-Rechner und die Auswahl beim Start über den Boot-Manager. Sie werden damit jedoch nicht so schnell wie mit FastBoot starten.

Installation von Medion FastBoot bei dafür vorgesehenen Notebooks
Haben Sie ein Medion-Notebook, das für FastBoot vorgesehen ist, lässt sich der schnelle Start mit dieser Anleitung aktualisieren, neu installieren oder reparieren:

  1. Laden Sie die aktuelle Version von FastBoot von der Support-Seite von Medion herunter.
  2. Rufen Sie unter Windows 7 die Systemsteuerung und dort VR-pulse Installer auf.
  3. Deinstallieren Sie die vorhandene Version von FastBoot.
  4. Installieren Sie die neu heruntergeladene aktuelle Version von FastBoot.

Die neu installierte Version von FastBoot wird beim ersten Start etliche Minuten lang optimiert. Dabei gehen laut Medion sämtliche unter Ubuntu abgespeicherten Daten und alle Updates der Ubuntu-Anwendungen verloren. Sie müssen die Updates also anschließend erneut durchführen.

Die Oberfläche hat voreingestellt eine englische Oberfläche. Die Sprache können Sie beim ersten Start ändern. Sofern Sie die englische Sprache belassen, haben Sie auch eine englische Tastaturbelegung.

Lohnt sich die Anschaffung eines Medion-Notebooks mit FastBoot?
Ein Medion-Notebook mit FastBoot bietet Ihnen nicht denselben Vorteil wie zukünftige Notebooks und Desktop-PCs mit UEFI statt BIOS und Windows 8. Es wird auch nicht wie bei Lenovo RapidBoot das installierte Windows 7 schneller gestartet sondern stattdessen ein eingeschränktes Minimal-Linux.

Dennoch ist Medion FastBoot eine interessante Funktion, wenn Sie häufiger "mal eben schnell" einen Zugriff auf Internet, E-Mail und soziale Medien wie Facebook und Twitter benötigen oder mit Skype telefonieren. Hier erspart FastBoot die Anschaffung eines zusätzlichen Tablet-PC für den schnellen Zugriff.

Ist die Anschaffung eines neuen Notebooks aber noch nicht so dringend, sollten Sie besser auf Windows 8 warten, denn damit haben Sie zukünftig nicht nur einen ähnlich schnellen Start sondern auch direkt alle Ihre Windows-Anwendungen zur Verfügung.

Weitere Informationen zu Medion FastBoot
Medion bietet eine PDF-Anleitung zu FastBoot zum Download an, in der die Installation, das Starten, die Konfiguration und die Benutzeroberfläche von FastBoot erklärt sind.

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