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Körpersprache: Das sollten Führungskräfte über nonverbale Kommunikation wissen

Lesezeit: 3 Minuten Körpersprache dient der Selbstdarstellung. Darüber hinaus steuert sie soziale Situationen und wirkt – bewusst oder unbewusst – auf den Verlauf von Gesprächen. Wie Führungskräfte wirken, hat großen Einfluss darauf, wie ihre Mitarbeiter sie einschätzen. Denn Worte allein genügen nicht, um authentisch zu führen. Wenn Wort und Bild nicht zusammenpassen, beginnen Mitarbeiter an ihrer Führungskraft zu (ver-)zweifeln.

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Körpersprache: Das sollten Führungskräfte über nonverbale Kommunikation wissen

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Stellen Sie sich einmal folgende Führungskraft vor: Klein, eher zierlich – nun, für Körpergröße und Statur kann niemand etwas. Doch diese Führungskraft präsentiert sich mit hängenden Schultern, rundem Rücken, die Arme vor der Brust verschränkt, ohne Blickkontakt mit dem Gegenüber. Sie sitzt bei Besprechungen irgendwo rechts unten am Tisch, spricht mit leiser Stimme, am ehesten hört man noch das Räuspern, wenn sie sich zu Wort meldet.

Wenn das Ihre Führungskraft wäre, hätten Sie ganz spontan Vertrauen, dass diese Führungskraft „den Laden schmeißt“? Gibt diese Führungskraft Ihnen die Sicherheit, dass sie Ihr Team gut im Unternehmen vertritt?

Körpersprache signalisiert Macht

Führungskräfte haben Macht und Einfluss, und das brauchen Sie auch, sonst sind sie wirkungslos. Autorität muss sichtbar und erlebbar sein: durch das gesprochene Wort und den Inhalt. Aber nonverbales Auftreten und Körpersprache müssen kongruent zum gesprochenen Wort wahrgenommen werden.

Nach dem Eisberg-Modell machen Worte und Inhalte nur 10-20% der Wirkung auf den Zuhörer aus. 80-90% der Wirkung von Kommunikation gehen auf das Konto von unbewussten, nonverbalen Verhaltensweisen, also auf die Wirkung von Körperhaltung, Stimme, Gestik, Mimik, Blickkontakt etc.

Achten Sie als Führungskraft bewusst auf Ihre Wirkung und Körpersprache, nicht um Ihre Mitarbeiter zu manipulieren oder einzuschüchtern, sondern um Ihrer Führungskompetenz auch ein äußerlich sichtbares Gewicht zu geben.

Die Körperhaltung

Ihre Körperhaltung sollte aufrecht sein: Bauch rein, Brust raus, salopp gesagt. Das Ganze aber locker und entspannt, und nicht, als ob Sie einen Besenstiel verschluckt hätten. Geben Sie Ihrem Körper ausreichend Standfestigkeit dadurch, dass Sie die Füße etwa schulterbreit – wenn Sie nicht gerade die Schulterbreite von Arnold Schwarzenegger haben – nebeneinander setzen.

Nur Flamingos scheinen auf einem Bein ausreichend Standfestigkeit zu haben. Halten Sie die Arme locker und leicht angewinkelt neben dem Körper. Lassen Sie sie in eine stimmige Gestik einfließen. Vor der Brust verschränkte Arme dürfen als fließende Bewegungselemente sein, aber nicht als Dauerhaltung.

Nehmen Sie als Führungskraft körperlich Raum ein, den Raum, der Ihnen zusteht und den Sie brauchen, um Gehör zu finden.

Beobachten Sie sich einmal selbst, welche Körperhaltung Sie einnehmen, wenn Sie z. B. in einer unangenehmen Gesprächssituation sind. Spüren Sie nach, wo Sie Muskelanspannung aufbauen, z. B. im Nacken (vom Hochziehen der Schultern) oder in der Hals- und Gesichtsmuskulatur (vom Senken des Kinns und vom Zusammenbeißen der Zähne).

Der Blickkontakt in der Körpersprache

Größe korrespondiert mit dem Blickwinkel. Die Mächtigen haben oft den Blickwinkel von oben herab, Redner stehen auf erhöhten Podesten, Chefs logieren meistens in den oberen Etagen des Gebäudes. Von unten nach oben schauen bringt nicht nur eine verspannte Nackenmuskulatur, sondern signalisiert oft auch Unterordnung.

Vermeiden Sie als Führungskraft in Situationen, wo es auf die Demonstration Ihrer Kompetenzen und Fähigkeiten ankommt, Positionen, in denen Sie Ihren Blick permanent nach oben wenden müssen. Sorgen Sie in Gesprächen für Augenhöhe – im wahrsten Sinn des Wortes.

Übrigens: Führungskräfte präsentieren sich auch auf Fotos, für den Internetauftritt, für die Firmenbroschüre u. a. Ein Blick von unten, vielleicht sogar noch mit schräg gehaltenem Kopf, wirkt „süß“, ist aber für selbstbewusste Führungskräfte ein no go.
Halten Sie den Blickkontakt zu Ihrem Gegenüber. Das ist nicht nur höflich, sondern unterstreicht Ihre Aufmerksamkeit, Ihr Interesse am anderen und zeigt, dass Sie sehen und gesehen werden.

Die Sitzordnung

Vorne ist dort, wo die bedeutendste Person sitzt. Dort wird die Führungskraft von allen gesehen und gehört. Wenn Sie als Führungskraft in Besprechungen einen Platz wählen, an dem nicht jeder Ihrer Mitarbeiter Sie sehen kann und Sie entsprechend auch keinen Blickkontakt zu allen aufbauen können, kann das unbewusst als „Abwesenheit Ihrer Führungskompetenz“ gedeutet werden.

Wenn Sie als Führungskraft Distanz zu Ihrem Gesprächspartner aufbauen wollen, tun Sie gut daran, sich hinter einem hohen Schreibtisch zu verschanzen und Ihren Gesprächspartner auf dem – natürlich niedrigeren – Besucherstuhl   Platz nehmen zu lassen. Welcher Mitarbeiter wird es da noch wagen, eine andere, kontroverse Meinung zu vertreten als die Ihre?

PS: Qualitätsmanagement ist uns wichtig!

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