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Versager im Team? Manchmal liegt es an zu viel Hilfestellung durch die Führungskraft

Lesezeit: < 1 Minute Ob ein Mensch sympathisch erscheint oder nicht, entscheidet sich laut Psychologen in den ersten sieben Sekunden. Immerhin bleiben einem Mitarbeiter einige Wochen, Sie als Führungskraft von sich zu überzeugen. Doch Vorsicht: Sind Etiketten einmal verteilt, bleiben sie haften.

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Versager im Team? Manchmal liegt es an zu viel Hilfestellung durch die Führungskraft

Versager im Team? Manchmal liegt es an zu viel Hilfestellung durch die Führungskraft

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Ein fälschlich als schwach eingestufter Mitarbeiter wird den geringen Erwartungen der Führungskraft mit der Zeit tatsächlich entsprechen. Ein solches Vorurteil wird schnell zur „self fulfilling prophecy“. So können Sie leicht Versager heranzüchten, die eigentlich gar keine sind. In langjähriger Forschung haben die französischen Wissenschaftler und Berater Jean-Francois Manzoni und Jean-Louis Barsoux von der renommierten Business School INSEAD über 3.000 Manager und Mitarbeiter zu ihrem Verhalten als Führungskraft befragt. Dabei gab nahezu jede Führungskraft bereitwillig zu, schwächeren Mitarbeitern bewusst genauere Anweisungen zu geben, häufiger Zwischenberichte anzufordern und Besprechungen auf operative Aspekte zu fokussieren. Diese Maßnahme sieht die Führungskraft als Hilfe für die betreffenden Mitarbeiter an. Doch die weiteren Untersuchungen zeigen: Gerade bei solchen Mitarbeitern neigt man als Führungskraft zur Übertreibung: Statt Lösungsvorschläge anzuhören, präsentiert man bereits eigene Ratschläge. Ideen der Mitarbeiter werden kaum berücksichtigt, Erfolge relativiert.

Damit beginnt eine unheilvolle Spirale

Durch solche Maßnahmen höhlt eine Führungskraft nach und nach das Selbstvertrauen der als schwach gebrandmarkten Mitarbeiter aus. Denn diese Mitarbeiter sehen ihre Leistung als gering geschätzt an. Sie merken, dass ihre Vorschläge nicht gehört werden. In der Folge schrauben sie ihre Eigeninitiative allmählich zurück und fügen sich schließlich den Dingen. Der Psychologe spricht von „erlernter Hilflosigkeit“.Indem Sie als Führungskraft jedoch Ihre eigene Meinung und Einstellung zum Mitarbeiter hinterfragen und Erfolge des anderen anerkennen, können Sie diesen Kreislauf durchbrechen. Ein positiver Schub wird durch ein wissenschaftlich beobachtetes Phänomen ausgelöst. Sind Sie als Führungskraft von der Leistungsfähigkeit Ihres Mitarbeiters oder Teams überzeugt, passen sich diese tatsächlich tendenziell den Erwartungen an. Das ist der so genannte „Pygmalion-Effekt“. Das heißt nach Ansicht der Forscher aber auch: Die Führungskraft erzeugt ihr eigenes Problem und kreiert häufig ihre eigenen Versager durch zu viel Hilfestellung.

Bildnachweis: goodluz/123rf.com

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