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Windows 8: Wie Sie Ihren PC mit dem iPad und Parallels Access steuern

Lesezeit: 5 Minuten Windows 8 lässt sich selbst mit Touchscreen nicht so einfach wie ein iPad bedienen, das kleine und leichte Apple-Tablet ist zudem deutlich mobiler. Da bietet es sich an, die Stärken Ihres Windows-PCs und des iPad zu vereinen und den PC über den Touchscreen Ihres iPad zu steuern. Das geht mit Parallels Access so einfach wie vom iPad her gewohnt und mit vollem Zugriff auf alle Windows-Anwendungen.

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Windows 8: Wie Sie Ihren PC mit dem iPad und Parallels Access steuern

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Anwendungen für das Steuern Ihres Windows 8-PCs mit dem iPad

Haben Sie eines der neuen Tablets mit Windows 8, brauchen Sie die Lösung mit iPad und Parallels Access nicht. Bei einem Desktop-PC, einem Notebook oder auch einem Mac mit installiertem Windows gibt es in der Praxis dagegen etliche interessante Einsatzgebiete für Parallels Access auf Ihrem iPad:

  • Ihr PC hat keinen Touchscreen und Sie suchen eine Möglichkeit, um Windows 8 ohne Neuanschaffung teurer Hardware bequemer per Gesten zu bedienen.
  • Sie möchten Ihren Windows-PC so einfach wie Ihr iPad bedienen, statt sich mit der "schizophrenen" Windows-Oberfläche mit Desktop- und Kachel-Oberfläche zu quälen.
  • Sie haben häufiger Präsentationen und möchten den PC im Stehen bedienen bzw. nicht gezwungen sein, während der Präsentation an Ihren Rechner „gefesselt“ zu sein oder eine zweite Person zur PC-Bedienung einzusetzen. Das iPad eignet sich hier sehr gut als „Fernsteuerung“, und mit Parallels Access haben Sie Zugriff auf alle Programme und Daten und können nicht nur Präsentationsseiten weiterblättern.
  • Im Freundeskreis zeigen Sie häufiger Fotos am Fernseher und möchten das angeschlossene Notebook bequemer fernsteuern, ohne sich daneben kauern zu müssen.
  • Sie benötigen häufiger Daten und Programme von Ihrem Desktop-PC, möchten dafür jedoch nicht immer ins Büro laufen. Mit dem iPad und Parallels Access haben Sie von überall in der Wohnung her Zugriff.

Wie Parallels Access auf iPad und Windows-PC und/oder Mac eingerichtet wird

Damit sich Ihr PC oder Mac über das iPad steuern lässt, ist auf dem PC oder Mac und dem iPad eine Software zu installieren, die Verbindung erfolgt über ein ebenfalls benötigtes WLAN.

Bei der hier vorgestellten Lösung wird als Software Parallels Access der Firma Parallels verwendet. Parallels ist vor allem durch
Parallels Desktop bekannt, einer Lösung zum Ausführen von Windows-Programmen auf dem Mac.

Die Firma Parallels verfügt also über profunde Fachkenntnisse aus der Apple- und Windows-Welt, die in Parallels Access einflossen und zu einem beeindruckenden Ergebnis geführt haben.

Nachdem Sie die kostenlose Parallels-Access-App auf dem iPad und die ebenfalls kostenlose Software für den Windows-PC oder Mac installiert haben, brauchen Sie zur Nutzung noch ein Parallels-Konto, das Sie auf der Webseite des Anbieters oder über Links in den Programmen einrichten.

Sie können nun die App auf dem iPad aufrufen, sich mit Benutzername und Passwort bei Parallels anmelden und dann den gewünschten PC oder Mac auswählen, den Sie fernsteuern möchten. Es ist nämlich möglich, die Parallels-Software auf mehreren Windows-PCs oder Macs zu installieren und auf diese über das Parallels-Konto zuzugreifen.

Wie die Bedienung des Windows-PCs mit dem iPad funktioniert

Für den Zugriff muss der gewünschte PC bzw. Mac eingeschaltet und der Benutzer angemeldet sein. Der fernzusteuernde Rechner darf sich nicht im Energiesparmodus befinden und die Parallels-Access-Software muss laufen sowie der Rechner bei Parallels angemeldet sein.

Im Gegensatz zu anderen Fernsteuerungslösungen zeigt Parallels Access nicht einfach den Windows-Desktop an, sondern erlaubt ähnlich wie beim iPad den blitzschnellen Zugriff auf "Apps" über Symbole. Parallels bezeichnet das als "App Launcher", einem Begriff aus der MacOS-Welt.

Der Zugriff erfolgt jedoch auf die Windows-Anwendungen und Windows 8-Apps. Es werden einige wichtige Windows-Anwendungen direkt als Apps dargestellt, weitere lassen sich bei Bedarf über die Konfiguration mit dem App Launcher hinzufügen.

Der Wechsel zwischen den geöffneten Windows-Programmen oder Windows-8-Apps erfolgt per Fingertipp mit dem "App Switcher", Sie sehen dabei Miniaturbilder der Programmfenster. Ein Wischen nach links oder rechts und das vorgehende bzw. nächste Programm ist ausgewählt.

Das Auswählen von Textstellen erfolgt wie beim iPad per Fingertipp und dem Aufziehen eines Markierungskastens sowie dem vom iPad her vertrauten Auswahlmenü für das Kopieren und Einfügen.

Es ist kein Stift erforderlich, denn die vom iPad her bekannte Lupe vergrößert bei Bedarf und erlaubt so auch die Auswahl kleiner Bildschirmsymbole mit dem Finger.

Die Bedienung erfolgt mit iPad-Gesten und Windows-Bildschirmtastatur

Zur Bedienung werden typische iPad-Gesten verwendet, wie bei der Bedienung von Windows 8 mit einem Touchpad ist zudem das Tippen und Scrollen (Blättern) mit den Fingern möglich.

Wird eine Tastatur benötigt, so stellt Parallels Access dafür eine spezielle Windows-Tastatur auf dem Bildschirm zur Verfügung. Diese Bildschirmtastatur hat im Gegensatz zur normalen iPad-Tastatur auch die Funktionstasten F1 bis F12, eine Windows-Taste und Richtungstasten.

Mit Parallels Access wurden im Test die Office-Programme von Microsoft sowie der Windows-Explorer und Browser aufgerufen. Das Arbeiten damit erfolgt so, als würde man direkt vor dem PC sitzen, wenn man von der einfacheren Bedienung durch die iPad-Gesten absieht.

Der Vorteil gegenüber der reinen iPad-Nutzung ist, dass nun die Daten und Programme vom PC zur Verfügung stehen und auch Browser, die Flash beherrschen sowie Multimedia-Programme, die Formate abspielen können, die das iOS des iPad nicht beherrscht.

Die Bedienung des Windows-PCs ging im Test überraschend schnell und flüssig, deutlich schneller als dies dem Autor beim Test von Teamviewer möglich war. 

Vorteile von Parallels Access im Vergleich zu Teamviewer

Gegenüber Teamviewer hat Parallels Access noch zwei weitere wichtige Vorteile: Sie können Parallels Access 90 Tage lang uneingeschränkt testen, während Teamviewer in der kostenlosen Version für Privatanwender nach relativ kurzer Zeit die Verbindung kappt.

Der andere Vorteil ist der Preis, denn Parallels Access kostet nach der Testzeit rund 70 Euro, während die Lizenzangebote von Teamviewer mit 479 Euro beginnen und bis rund 2.000 Euro reichen. Dennoch erscheint dem Autor auch der Preis von Parallels Access relativ hoch, vor allem angesichts der nachfolgenden "Haken und Ösen".

Die Haken und Ösen: Was an Parallels Access weniger gut gefiel

Parallels Access ist ein ganz neues Programm und dazu für Windows 8 noch in der Beta-Phase, da muss noch nicht alles funktionieren. Es gibt jedoch ein paar Haken und Ösen, die voraussichtlich auch nach dem Beta-Test weiter bestehen werden und die Freude an dem ansonsten hervorragenden Programm vermiesen können.

Die Installation funktionierte im Test auf einem Rechner mit Windows 8 problemlos, dagegen kam bei einem anderen Rechner mit Windows 7 und einer abweichenden Firewall keine Verbindung zustande.

Laut Fehlermeldung lag dies daran, dass ein oder mehrere benötigte Ports gesperrt waren. Nichts Ungewöhnliches bei dieser Art von Programm, doch welch Ports benötigt werden, darüber gab Parallels Access in der Fehlermeldung keine Auskunft und auch in den FAQs der Support-Seite fand sich keine Information, dazu war die Hilfe nur in englischer Sprache verfügbar. Hier sollte der Hersteller dringend nachbessern.

Dazu lässt sich Parallels Access nicht verwenden, wenn der Windows-Rechner im Energiesparmodus ist. Parallels Access schlägt daher direkt beim Aufruf des Programms vor, die Energiesparoptionen zu ändern. Das kann man für eine Präsentation machen, ist jedoch als Dauerlösung ungeeignet, da es die Stromkosten empfindlich in die Höhe treibt.

Haben Sie aus Sicherheitsgründen eine Passwortabfrage bei der Windows-Anmeldung eingerichtet und der PC schaltet nach einiger Zeit der Inaktivität wie bei Windows 8 den Sperrbildschirm ein, dann führt das zur Trennung der WLAN-Verbindung mit Parallels Access. Der PC war im Test dann nicht mehr über Parallels Access ansprechbar, aber leider auch nicht mehr direkt über die Tastatur.

Keine Verbindung mehr – wie Sie die Situation bei schwarzem Bildschirm retten

Sowohl unter Windows 7 als auch Windows 8 kam es im Test mehrfach vor, dass der Bildschirm des betreffenden PCs schwarz wurde und der PC nicht mehr gesteuert werden konnte. Nur über das zwangsweise Herunterfahren über den Ein-/Aus-Taster und einen Neustart ließ sich die Situation beheben. Da kein Test mit einem Mac durchgeführt wurde, ist nicht bekannt, ob das Problem auch dort besteht.

Durch das Deaktivieren aller Energiesparfunktionen, der Passwortabfrage und des Sperrbildschirms bei Windows 8 sollte sich dieser Fehler unterbinden lassen, aber erfreulich ist das nicht. Parallels sollte dafür Sorge tragen, dass Parallels Access den Rechner nach einiger Zeit automatisch wieder freigibt, wenn die Verbindung mit dem iPad abbricht.

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