Pflege Praxistipps

Trauerbegleitung hilft Angehörigen

Lesezeit: 2 Minuten Oft ist bei Pflegefällen das baldige Sterben abzusehen. Die Angehörigen von Heimbewohnern sollten Trauerbegleitung erhalten, statt mit ihren Gefühlen allein gelassen zu werden. Mitarbeiter von Pflegeheimen können den Angehörigen helfen.

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Trauerbegleitung hilft Angehörigen

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Pflegekräfte müssen beim nahenden Tod eines Bewohners nicht nur den Sterbeprozess gestalten, auch den Angehörigen sollte Hilfe geboten werden. Trauerbegleitung kann den Angehörigen angeboten werden, sie sollten aber keinen Druck oder Zwang verspüren. Angehörige sollten selbst entscheiden, in welchem Umfang sie in den Sterbeprozess eingebunden werden. Beim nahenden Tod eines Verwandten können starke Ängste oder auch Schuldgefühle sowie ungelöste Konflikte hervortreten. Pflegekräfte sollten Angehörigen bei der Bewältigung dieser Gefühle helfen.

Trauerbegleitung in vier Schritten
1. Schritt: Angehörige müssen den Tod akzeptieren
Viele Menschen sperren sich in der ersten Phase des Trauerns gegen die Nachricht, dass ein Verwandter verstorben ist. Meist kommt bald der Wunsch auf, den Toten noch einmal zu sehen. Pflegekräfte sollten dies den Angehörigen ermöglichen und sie auch allein ins Zimmer des Bewohners lassen.

2. Schritt: Angehörige werden oft von Gefühlen überwältigt
Pflegekräfte müssen darauf vorbereitet sein, dass Emotionen wie Angst, Wut, Einsamkeit oder Schuld auftreten. Auch dazu auftretende körperliche Reaktionen wie Schwindel, Übelkeit, Magenkrämpfe sind möglich. Trauerbegleiter sollten den Angehörigen versichern, dass diese Reaktionen normal sind.

3. Schritt: Trauernde müssen Gewohnheiten ändern
Durch den Tod eines nahestehenden Menschen kann es zu Umstellungen im Alltag der Trauernden kommen. In dieser Phase der Trauerbegleitung solle Unterstützung bei der Reorganisation des Tagesablaufs geboten werden. Zeit, die für Besuche bei und Rituale mit dem Verstorbenen eingeplant war, muss neu gefüllt werden.

4. Schritt: Den Angehörigen das Andenken erleichtern
Nach der Akzeptanz und der Verarbeitung des Todes, kann dem Verstorbenen ein neuer Platz in den Erinnerungen der Hinterbliebenen eingeräumt werden. Im abschließenden Schritt der Trauerbegleitung sollte Angehörigen die Zuversicht vermittelt werden, dass dies geschehen kann.

Vermeiden von Fehlern und Floskeln
Pflegekräfte, die sich mit der Trauerbegleitung von Angehörigen beschäftigen, sollten sich bewusst machen, dass es einige übliche Fehler gibt. Informationen zum bevorstehenden Tod sollten nicht unbedacht weitergegeben werden. Heimmitarbeiter müssen auf die Reaktionen der Angehörigen achten. Ihre Gefühle sollten ernst genommen werden. Ebenso sollten körperliche Veränderungen (Müdigkeit, Fahrigkeit) nicht ignoriert werden.

Floskeln wie "Es wird alles gut" und "Sie schaffen das schon" sind zu vermeiden, sie helfen nicht weiter und setzen sensible Menschen eventuell unter Druck. Trauerprozesse sind immer individuell, es gibt keine Standardabwicklung.

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