Fotografie Praxistipps

Tamron präsentiert ein neues sehr lichtstarkes Macro-Objektiv SPAF 2,0/60 mm

Lesezeit: 3 Minuten Die japanische Objektivschmiede Tamron zeigt einen Ausblick auf sein künftiges Produktions-Highlight, ein hochlichtstarkes 2,0/60 mm Macro-Objektiv, dass für viele Kameras zur Verfügung stehen wird. Der Bericht beschreibt die Vorteile einer solchen Konstruktion.

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Tamron präsentiert ein neues sehr lichtstarkes Macro-Objektiv SPAF 2,0/60 mm

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Waow – Tamron wird mutig und präsentiert ein neues sehr lichtstarkes Macro-Objektiv SPAF 2,0/60 mm
Tamron war zuletzt hauptsächlich für seine Reise-Zooms (auch Mega-Zooms genannt) beliebt, die Brennweiten-Bereiche von 28-300 mm und 18-270 mm abdecken. Damit war Tamron so innovativ, dass ihr übriges AF-Sortiment leider klein blieb. Anscheinend hat sich der Objektiv-Spezialist nun doch entschlossen seine Objektivpalette zu erweitern. Was sich mit dem SP AF 2,8/70-200 mm bereits andeutete wird jetzt mit einem hochlichtstarken Macro-Objektiv fortgesetzt.

Macro 2,0/60 mm nur für kleinere Sensoren
Das SP AF 2,0/60   mm Di II ist nicht für das alte Kleinbildformat entwickelt. Es erlaubt an den modernen Halbformatkameras (APS-C) von Canon, Nikon und Sony den Bildausschnitt eines 2,0/90 mm (Canon = vergleichbar 96 mm) Objektivs. Das ist auch bei den kleineren Sensoren durchaus sinnvoll, weil sich durch das kleinere Aufnahmeformat die Schärfentiefe bei gleicher Blende verdoppelt. Mit diesem 2,0/60 mm wird wie auch beim Olympus 2,0/50 mm praktisch der vertraute Schärfentiefenbereich eines 2,8/90 mm wieder hergestellt – nur eben doppelt so lichtstark.

Endlich Macro mit Lichtstärke
Bisher hatte nur Olympus die Notwendigkeit für lichtstärkere Macro-Objektive erkannt. Schon in den siebziger Jahren hatten sie als einziger mit 2,0/20 mm Macro, 2,0/50 mm Macro und 2,0/90 mm Macro hochlichtstarke Spezial-Objektive im Sortiment. Und für die digitale Fotografie hatte Olympus auch gleich wieder ein fantastisches 2,0/50 mm für FourThirds vorgelegt. Und jetzt beschert uns Tamron noch vor Canon, Nikon, Pentax, Sony und vor allem vor Sigma diese Bereicherung.

Mancher wundert sich vielleicht, was der Sinn einer solchen Blendenöffnung bei einem Macro-Objektiv sein soll, wird doch landläufig vornehmlich mit Blenden f: 11 bis f:32 fotografiert. Bisher ist es nur mit Teleobjektiven und einigen Zwischenringen möglich ein Motiv mit geringster Schärfentiefe schön freizustellen. Mit einem solchen Macro gelingt das in Zukunft viel leichter und ohne erhöhtes Verwacklungsrisiko und sogar ohne Stativ. Populär ist meist die Vorstellung das Macro-Motive von vorne bis hinten detailscharf sind. Menschen wie mich faszinieren aber noch mehr Fotos auf denen nur ein Millimeter, an genau durchdachter Stelle scharf ist.

Mit so großer Öffnung   wird ein harmonischer Unschärfeverlauf des Bild-Hintergrunds (Bokeh) sicher gestellt. Etwas bedauerlich ist die einfachere Blendenkonstruktion mit nur sieben Lamellen, bleibt abzuwarten ob sie abgeblendet dennoch kreisrund schließt.

Porträtfotografie mit dem Macro-Objektiv
Vielleicht bildet es bei f: 2,0 weicher ab, so dass es auch besser einsetzbar ist für Porträtaufnahmen, denen zu hoher Kontrast und Schärfe oft gar nicht gut tut. Es ist zwar weit verbreitet unter den Kollegen mit 2,8/90 mm oder 2,8/105 mm Macro-Objektiven auch Gesichter abzulichten. Im Studio mit weichem Licht mag das noch gefallen, aber die hohen Auflösungen zeigen heute jedes Detail, besonders wenn mit einem Macro-Objektiv fotografiert wird.

Korrektur des 2,0/60 mm Macro
Macro`s werden auf einen Nahbereich von Abbildungsmaßstab 4:1 bis 1:1 leistungsoptimiert. Sie können sorglos auch als Teleobjektiv eingesetzt werden, denn die bei größeren Distanzen nicht ganz optimale Auflösung wird kaum jemand registrieren.

Es bietet den Abbildungsmaßstab 1:1 am Halbformat. Jedes 2,8/50 mm oder 2,8/60 mm, dass für das Kleinbildformat berechnet wurde schafft am Halbformat-Sensor jedoch beinahe Abbildungsmaßstab 2:1 durch die zusätzliche Vergrößerung. Die Arbeitsdistanz von der Frontlinse zum Objekt beträgt bei 1:1 noch respektable 10 cm, damit lässt sich in der Sach- und Blumenfotografie noch gut arbeiten. Für Kleinlebewesen, Insekten und Schmetterlinge ist es eher weniger geeignet.
Da können je nach erwarteter Bildqualität auch 2x Konverter von Kenko oder Soligor helfen.

Bisher hat Tamron hervorragende Macro-Objektive produziert, sie sind sowohl optisch als auch mechanisch eine gute Alternative zu den Objektiven der Kamerahersteller.

Verzicht beim Tamron-Macro
Allerdings verzichtet Tamron weiterhin auf Ultraschall-Autofokus, der eine erheblich schnellere Fokussierung ermöglichen könnte. Auch ein Bildstabilisator wäre in diesem Objektiv durchaus willkommen. In diesen Genuss kommen allenfalls Sony/Minolta-Fotografen, deren Kamera über einen kamerainternen Stabilisator verfügen. Deshalb wäre das Objektiv so attraktiv für Pentax-Fotografen, denn K20D, K200D und andere haben einen noch wirksameren Bildstabilisator eingebaut und sind unter 800 Euro derzeit die attraktivsten Kameragehäuse.

Für alle die vorwiegend manuell scharfstellen wollen, hat Tamron nun endlich den Umschaltknopf (MF/AF) entbehrlich gemacht. Es kann jederzeit nach einmal erfolgter Scharfstellung manuell in den Autofokus eingegriffen werden oder eben nur manuell eingestellt werden. Der Scharfstellring ist nicht so breit wie von manchen 90 mm Objektiven gewohnt, aber für die Praxis doch gut dimensioniert.

Spannendes Tamron 2,0/60 mm Macro
Die große Frage dürfte sich um den Preis drehen, der noch nicht bekannt ist. Realistisch ist ein Markt-Preis um 450 bis 500 Euro. (Olympus 2,0/50 mm = 600 Euro). Das Tamron SPAF 2,0/60 mm ist eine hochwillkommene Ankündigung für viele Macro-Liebhaber.

Licht:

  • endlich hohe Lichtstärke und Macro
  • 400 g leicht, 8 cm kurz
  • solide Konstruktion, die hohe Abbildungsleistung erwarten lässt
  • Innenfocussierung, Frontlinse dreht sich nicht
  • Abbildungsmaßstab bis 1:1
  • Arbeitsdistanz 10 cm (Bildebene = 23 cm)

Schatten:

  • leider wieder nicht für Pentax und Olympus Kameras erhältlich!
  • kein Blendenring vorhanden, der hier sehr sinnvoll wäre
  • vermutlich langsamer AF-Motor, kein Ultraschall
  • kein Bildstabilisator
  • keine Maßstabszahlen auf dem Tubus eingraviert

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