Fotografie Praxistipps

Reise-Zoom-Objektive: Anschaffung und Verwendung (Teil 1)

Lesezeit: 3 Minuten Zur Reisezeit sind Kameras mit großem Zoombereich besonders beliebt. Worauf sollten Sie bei der Anschaffung und Verwendung eines Reise-Zoom-Objektives achten? Ich stelle Ihnen alle Varianten vor und erläutere die Tücken, damit Sie mit noch besseren Urlaubsbildern nach Hause zurück kehren können.

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Reise-Zoom-Objektive: Anschaffung und Verwendung (Teil 1)

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Wenn Sie eine Fernreise zum Traumziel buchen, wollen Sie auch beeindruckende Fotos mit nach Hause bringen. Und für jeden Ausflug hätten viele Fotografen gerne eine schnell griffbereite Kamera mit einem handlichen Zoom-Objektiv. Aus dieser Not sind die Super-, Mega- oder Reise-Zooms genannten Objektive mit großem Brennweitenbereich entstanden. Canon war der Pionier, der als erster mit dem 35-350 mm ein 10 fach Zoom in guter Qualität fertigte.

Die Anfänge der Reise-Zoom-Objektive
Anfang der neunziger Jahre erfand Tamron das 28-200 mm Reise-Zoom-Objektiv für Kleinbildkameras. Trotz der modernen Digicams, die inzwischen über namhafte Objektive mit 26-676 mm (Olympus SP-590 ZU) Brennweiten verfügen, hat eine Digitale Spiegelreflexkamera (DSLR) mit 28-300 mm Zoom dennoch ihre Reize. Sigma, Nikon und Canon folgten.

Die wenigsten Berufs- und Auftragsfotografen können sich den Luxus eines lückenlosen Fotogepäcks leisten, von Fotoliebhabern ganz zu schweigen. Bei Flugreisen wird schon 10 Kilo Gepäck im Rucksack ein Problem. Neben ein oder zwei Kameras, Speicherkarten, Akkus, Ladegerät, externem Datenspeicher bleibt meist wenig Platz für Objektive. Viel Brennweite ist aber meistens wünschenswert.

So verschieden sind die Reise-Zoom-Objektive
Bezogen auf die kleineren Sensoren digitaler Kameras, gibt es inzwischen eine große Auswahl dieser Reise-Zoom-Objektive mit Brennweiten von 16-85 mm bis 18-200 mm und sogar 18-270 mm, die in diese Kategorie der Super-Zooms fallen.

Erstaunlicherweise üben sich hier die traditionellen Kamerahersteller in Zurückhaltung. Bei den kompakten Reise-Zoom-Objektiven haben Tamron und Sigma ganz klar ihre Domäne.

Reise-Zoom-Objektive machen einfach Spaß
Ein Objektiv an der Kamera, das zudem meist noch den Nahbereich erschließt und sich bis auf rund 50 cm scharfstellen lässt, macht einfach Spaß.

So schön klein und kompakt der Brennweitenpark im Reise-Zoom-Objektiv auch ist, er hat auch deutliche Nachteile.

Reise-Zoom-Objektive sind aber auch lichtschwach
Die Konstruktionen sind mit der Nutzblende von f:5,6 oder gar f: 6,3 immer lichtschwach und lassen unter 100 mm kaum eine Begrenzung der Schärfentiefe zu.
Auch sind die Abbildungsleistungen häufig sichtbar schwächer als bei Verwendung von zwei Zooms, die den Weitwinkel- und Tele-Bereich getrennt abbilden.

Die meist verwendeten Werte 3,5-5,6; 3,8-5,6 oder 3,5-6,3 sollten nicht darüber hinwegtäuschen, dass alle Zooms letztlich mit guten Leistungen nur bei den Blendenöffnungen f: 8 und f: 11 verwendet werden können. Der Anfangswert f:3,5 wird nur bei 18 bzw. 28 mm erreicht und dient letztlich nur dem helleren Bild im Spiegelreflexsucher der Kamera.

Reise-Zoom-Objektive sind in der Handhabung nicht unproblematisch
Aufgrund der kurzen und kompakten Bauart verführen die Reise-Zoom-Objektive die meisten Fotografen zu verwackelten Bildern im Telebereich. Selbst eine steht’s auf ISO 800 eingestellte Kamera kann bei 200 mm nicht immer einwandfrei scharfe Teleaufnahmen sicherstellen.

Deshalb was das Fotografieren mit diesen Objektiven ohne Stativ oder Bildstabilisator schon immer ein Glücksspiel für kontrastreiche Motive mit viel Licht.

Vor einiger Zeit war ich mit mehreren dieser Reise-Zoom-Objektiven von Tamron und Sigma mit 400 und 800 ISO auf einer Urlaubs-Insel. Erschreckt stellte ich nach dem Urlaub fest, dass die meisten Teleaufnahmen aus freier Hand ab 135 mm nicht wirklich frei von Verwacklung und in hohem Masse unbrauchbar waren. Bis zur Einführung ersten Objektives mit Bildstabilisierung, des Nikon 18-200 mm VR, habe ich diese Objektive gemieden.

Denn die Verwacklung verstärkt sich mit zunehmender Brennweite und auch im Nahbereich, bei starker Vergrößerung des Motivs. An modernen Digitalkameras mit Halbformatsensoren (APS-C) kommen vergleichbare Ausschnitte von 300 mm bis sogar 400 mm zu Stande.

Im Fernbereich sollte daher aus freier Hand eine Belichtungszeit von mindestens 1/250 Sekunde, oder noch besser 1/500 Sekunde und kürzer eingehalten werden.
Ein ruhiges Stativ ermöglicht auch den Einsatz bei 1/60 Sekunde, wobei 1/30 Sekunde oft selbst vom Stativ aus kritisch ist und erst Zeiten um 1/8 Sekunde und länger wieder meistens verwacklungsfrei werden.

Die Lösung für Reise-Zoom-Objektive
Heute wird von vielen Herstellern endlich eine Bildstabilisierung angeboten. Die modernsten Systeme sitzen inzwischen in den neueren Kameragehäusen (Olympus, Pentax, Sony). Entgegen aller Erwartungen stabilisieren sie sehr gut und haben in der Praxis nur Vorteile.

Für die Kameras der beiden großen Hersteller Canon und Nikon ist ein spezielles, bildstabilisiertes Reise-Zoom-Objektiv erforderlich. Ich würde heute auf Reisen kein DSLR-Objektiv mit langer Brennweite ohne Bildstabilisierung mehr empfehlen.

Auf die einzelnen Objektive gehe ich im nächsten Teil ein: Bildstabilisierte Reise-Zoom-Objektive.

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