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Essen und Trinken neu lernen: Was müssen Sie beachten?

Lesezeit: 2 Minuten Menschen mit Schluck-und Wahrnehmungsstörungen haben Probleme mit der Nahrungsaufnahme durch den Mund (oral). Häufig haben sie eine Magensonde und werden überwiegend darüber ernährt. Es ist für Lebensqualität und Gesundheit von enormer Bedeutung, dass Nahrung auch oral aufgenommen wird. Es ist möglich, trotz Magensonde orale Ernährung zu trainieren. Lesen Sie hier, worauf Sie dabei achten müssen.

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Essen und Trinken neu lernen: Was müssen Sie beachten?

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Neurologische Erkrankungen wie Schlaganfall, Schädel-Hirnverletzungen oder Parkinson können den Schluckakt erheblich stören. Auch wenn die Ernährung eines Pflegebedürftigen überwiegend über eine Magensonde  – PEG erfolgt, sollte die orale Nahrungsaufnahme trainiert werden. Bei regelmäßiger Übung und geeigneten Nahrungsmitteln ist sogar möglich, dass Betroffene wieder normal essen können. Häufig ist die PEG dann beispielsweise nur noch zur Flüssigkeitsergänzung oder als Option erforderlich, wenn die erkrankte Person aus unterschiedlichen Gründen nicht essen kann.

Dies hat eine hohe Bedeutung für die persönliche Lebensqualität. Essen hat mit Genuss und Zufriedenheit zu tun. Sie kennen das vermutlich selbst, wenn Sie nach einem anstrengenden Tag glücklich und zufrieden vor einem Teller leckerer Nudeln sitzen oder eine Tasse Kaffee und ein Stück Schokolade genießen. So verbessert eine angenehme Geschmacksanregung und Genusserfahrung auch für Pflegebedürftige das Wohlbefinden. Gleichzeitig fördert die Fähigkeit, Essen und Trinken zu können, das Selbstbewusstsein. Pflegeabhängige Menschen bekommen das Gefühl zurück, wenigstens in diesem Punkt für sich selbst sorgen zu können, indem sie die benötigte Nahrung selbst aufnehmen können.

Wählen Sie die richtige Kostform

Das Wiedererlangen der Fähigkeit zu essen stellt eine große
Herausforderung dar. Betroffene müssen neu lernen, die Lebensmittel zu kauen, dabei die Zunge richtig einzusetzen und das Essen an die Stelle im Mund zu platzieren, um es dann schlucken zu können. Schlucken ist am einfachsten, wenn Speisen leicht am Gaumen zergehen und langsam in den
Rachen gelangen.

Dabei spielt die Konsistenz eine große Rolle. Es wird unterschieden in 4 Formen:

  • Konsistenzstufe I: passierte, dickflüssige Kost, die so fein ist, dass sie durch ein Sieb gestrichen werden kann
  • Konsistenzstufe II: Pürierte Kost
  • Konsistenzstufe III: Teilpürierte Kost, es werden nur die Bestandteile der Mahlzeit passiert, die stückig oder fest sind, andere Anteile werden beispielsweise nur mit der Gabel zerdrückt
  • Konsistenzstufe IV: weiche, adaptierte Kost, die nicht püriert wird. Beim Kochen wird darauf geachtet, dass die Lebensmittel weich gekocht werden und sich gut am Gaumen zerdrücken lassen. Als Fleischkomponente eigent sich beispielsweise Hackfleisch

Achten Sie auf die richtige Flüssigkeitsstufe der Nahrung

Flüssigkeiten mit einer hohen Fließgeschwindigkeit sind für Menschen mit Schluck- und Wahrnehmungsstörungen schwer zu kontrollíeren. Sie verteilen sich sehr schnell im Mund und fließen in den Rachen, ohne dass Betroffene sich darauf einstellen können. Verschlucken und Hustenanfälle sind die Folge.

Auch hier wird unterschieden in 4 Flüssigkeitsstufen:

  • honigartig angedickt
  • sirupartig angedickt
  • nektarartig angedickt
  • nicht angedickte Getränke

Produkte zum Andicken erhalten Sie in der Apotheke oder im Sanitätshandel. Diese Pulver sind geschmacksneutral und können in heißen wie kalten Getränken verwendet werden. Ist das Pulver ausgequollen, dickt es nicht mehr nach. Die erreichte Flüssigkeitsform bleibt erhalten, auch wenn das Getränk eine Weile steht.

Krankenhaus und Reha-Klinik können Rat geben

Besprechen Sie bereits im Krankenhaus oder in der Reha- Einrichtung, wie Sie die orale Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme am besten trainieren können. Logopäden sind darauf geschult, Schluckstörungen zu behandeln. Lassen Sie sich von ihnen beraten, welche Kostform im aktuellen Zustand Ihres Angehörigen geeignet ist und wie Sie das Schlucken mit Ihrem Angehörigen gemeinsam am besten trainieren können.

Weitere wichtige Inforamtionen zur Nahrungsaufnahme Pflegebedürftiger finden Sie hier:

Bildnachweis: chika_milan / stock.adobe.com

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