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Egoismus – wie gesund ist die Liebe zu sich selbst?

Egoismus – wie gesund ist die Liebe zu sich selbst?
geschrieben von Julia Sobainsky

Egozentriker haben einen schlechten Ruf. Sicherlich zu Recht. Aber der Grad ist schmal. Denn zuerst einmal muss man sich selbst mögen und lieben, um auch andere Menschen lieben zu können. Und ist Ausstrahlung überhaupt möglich, wenn man sich selbst immer in den Schatten stellt? Egoismus und Charisma: Lesen Sie hier über die Zusammenhänge.

Vor wenigen Tagen las ich in einem Blogbeitrag irgendwo im Internet, der besagte Führungskräfte mit Charisma seien gefährlich. Denn Charismatiker seinen schließlich allesamt egoistisch und es würde nur um ihre Eitelkeit und um ihre Bedürfnisbefriedigung gehen. Und wenn Führungskräfte mit dieser Eigenschaft ausgestattet seien, könnten sie in einem Unternehmen großen Schaden anrichten.

Aber ist dies wirklich so? Meiner Meinung nach kann dies niemals so sein. Denn wenn es Menschen nur um persönliche Bedürfnisbefriedigung geht, vermitteln sie das sofort. Und mal ehrlich: Wer findet schon schnöde Egozentriker charismatisch?

Starke Instrumente können missbraucht werden

Ich will nicht bestreiten, dass ein starkes Instrument wie Charisma auch einer gewissen Missbrauchsgefahr ausgesetzt ist. Keiner weiß das so gut wie wir Deutschen. Und dies ist sicherlich auch der Grund, warum die charismatische Mitarbeiterführung in Deutschland – im Gegensatz zu anderen Ländern – noch immer mit Argwohn beäugt wird. Aber wir sollten uns nichts vormachen: Jedes starke Instrument kann missbraucht werden. Und waren Hitler und Mussolini keine Egozentriker? Sie waren fatale Führer, die ihr Volk ins Verderben brachten. Aber Egozentriker?

Egozentrik ist nie charismatisch

Sie waren überzeugt von dem, was sie taten. Sie hatten Visionen, so schrecklich diese auch gewesen sein mögen. Es ging aber in diesen Fällen nie um persönliche Bedürfnisbefriedigung. Menschen haben ein feines Gespür dafür, wenn es nur um die egozentrische Befriedigung persönlicher Bedürfnisse geht und einem solchen Menschen würden sie kaum Charisma zuschreiben.

Eine provokante Frage:

Was aber ist so schlimm daran, persönliche Bedürfnisse zu befriedigen? Die gesunde Bedürfnisbefriedigung ist ein Muss. Denken Sie einmal an das, was Ihnen im Flugzeug als Verhaltensregel im Notfall vorgegeben wird! Ziehen Sie erst sich selbst die Sauerstoffmaske aufs Gesicht, danach helfen Sie hilfsbedürftigen Mitbürgern. Wer sich nicht um sich selbst kümmert, kann sich im Zweifelsfall auch nicht um andere kümmern. Eine gesunde Form von Egoismus ist absolut notwendig.

Egozentrik vs. Egoismus

Vielleicht können wir hier einfach differenzieren: Egozentrisch zu sein, bedeutet sich nur um sich selbst zu drehen und kein Augenmerk für anderen zu haben. Egoismus kann jedoch auch gesunde Selbstliebe bedeuten. Diese ist notwendig, verliert aber die Mitmenschen nicht aus den Augen.  Und insofern dürfen, ja müssen auch Charismatiker egoistisch sein, aber eben auf diese gesunde Weise.

Bildnachweis: aga7ta / stock.adobe.com

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Julia Sobainsky