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Blasenentzündung durch die Pille: Ist das möglich?

Lesezeit: 2 Minuten Hormonelle Verhütungsmittel wie die Anti-Baby-Pille können Nebenwirkungen haben — das ist bekannt. Doch führen sie tatsächlich zu einer erhöhten Anfälligkeit für Blasenentzündungen? Und warum ist auch Sex häufig ein maßgeblich beteiligter Faktor bei dieser Erkrankung?

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Sex, Verhütung und Blasenentzündung: Der Zusammenhang

Ständiger Harndrang, Brennen beim Wasserlassen und Schmerzen im Unterleib — das sind die typischen Symptome einer Blasenentzündung (Zystitis). Die Ursachen für die unangenehmen Beschwerden können vielfältig sein. Auslöser sind unter anderem ein geschwächtes Immunsystem, eine zu intensive Intimhygiene (Seife trocknet die Schleimhäute aus) oder eine falsche Wischtechnik auf der Toilette (vom After Richtung Scheide). Doch oftmals spielt auch Geschlechtsverkehr eine Rolle.

Gerade sexuell aktive Frauen sind immer wieder von der sogenannten Honeymoon-Zystitis (Flitterwochen-Blasenentzündung) betroffen. Die Erkrankung trägt diesen Namen, da frisch verheiratete Paare in ihren Flitterwochen oft besonders viel Sex haben und Frauen dadurch häufiger an einer Blasenentzündung erkranken. Schuld daran sind Darmbakterien (E. coli), die durch mechanische Reibung beim Geschlechtsakt oder den direkten Wechsel von Anal- zu Vaginalverkehr in die Scheide transportiert werden. Dort vermehren sich die Erreger und steigen über die Harnröhre in die Blase auf, wo sie eine Entzündung verursachen. Übrigens: Männer sind weitaus seltener von einer Blasenentzündung betroffen. Schuld daran sind die anatomischen Unterschiede der beiden Geschlechter. Männer haben eine deutlich längere Harnröhre als Frauen, weswegen die Bakterien einen viel weiteren Weg hinter sich bringen müssen, um bis in die Blase zu gelangen. Zudem liegt der After einer Frau viel näher an der Harnröhre, was dafür sorgt, dass Erreger schneller verschleppt werden.

Doch nicht nur durch Sex kommt es zu einer Blasenentzündung. Auch hormonelle Verhütungsmittel wie die Pille spielen eine Rolle. Sie verändern beispielsweise den Östrogenwert im Blut der Frau, was die Vaginalflora aus dem Gleichgewicht bringen kann. Die Schleimhaut im Genitalbereich und der Blase wird deutlich trockener und Bakterien können leichter eindringen. Eine ähnliche Wirkung (beziehungsweise Nebenwirkung) wie die Pille haben unter Umständen auch andere Präparate wie Hormonspirale, -pflaster oder Vaginalring. 

Weitere Nebenwirkungen von Pille und Co.

Hormonelle Verhütungsmittel sind aufgrund ihrer Zuverlässigkeit sehr beliebt und die Auswahl an Angeboten ist groß. Frauen, die nicht regelmäßig an die Einnahme von Tabletten denken möchten, haben beispielsweise die Möglichkeit, eine Schwangerschaft per Hormonstäbchen oder Dreimonatsspritze zu verhindern. Wichtig zu wissen ist jedoch, dass eine erhöhte Anfälligkeit für Blasenentzündungen nicht die einzige Nebenwirkung ist, die Verhütungsmittel wie die Pille mit sich bringen können. Auch folgende Beschwerden sind typisch:

  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Übelkeit
  • Appetitsteigerung
  • Wassereinlagerungen

Zudem besteht eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für Thrombosen (Gefäßverschluss durch Blutgerinnsel), Herzinfarkt und Schlaganfall — vor allem bei Frauen, bei denen zusätzliche Risikofaktoren wie Übergewicht, Nikotinkonsum oder Bluthochdruck hinzukommen. Schuld daran ist die Tatsache, dass Hormonpräparate Einfluss auf die Blutgerinnung nehmen und so schneller zur Bildung eines Blutgerinnsels führen können. Lassen Sie sich diesbezüglich in jedem Fall von Ihrem Gynäkologen beraten. Mittlerweile gibt es eine große Auswahl an beispielsweise Anti-Baby-Pillen, von denen einige ein geringeres Risiko mit sich bringen, als andere. Möglicherweise kommen aber auch hormonfreie Verhütungsmittel, wie beispielsweise Kondome oder ein Diaphragma für Sie infrage.

Bildnachweis: mraoraor / stock.adobe.com

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