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ADHS bei Kindern: ADHS-Elterntraining hilft bei der Erziehung

Lesezeit: 3 Minuten Kinder die ADHS haben, stellen ihre Eltern vor große Herausforderungen. Die ständige Unruhe, das Nicht-Einhalten-Können von Regeln, die mangelnde Konzentrationsfähigkeit des Kindes - all das führt bei den betroffenen Eltern nicht selten zu Resignation und Hilflosigkeit. Wie sollen Sie sich verhalten? Ist Strenge gut oder soll man mal alle fünfe gerade sein lassen?

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ADHS bei Kindern: ADHS-Elterntraining hilft bei der Erziehung

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Was ein ADHS-Elterntraining enthält
Elterntrainings gibt es viele – einige sollen zur Stress-Prävention beitragen andere haben einen Schwerpunkt auf Erziehungsfragen. Ein gutes ADHS-Elterntraining enthält beides und zusätzlich noch eine Menge Tipps und Tricks für den Umgang mit dem Kind, das unter dem so genannten Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom leidet.

Zunächst einmal sollte den teilnehmenden Eltern das Syndrom mit seinen spezifischen Stärken und Schwächen dargelegt werden. Das meiste werden die Eltern aus leidvoller Erfahrung bereits wissen – anderes wird neu für sie sein und eventuell zu mehr Verständnis für das eigene Kind führen.

ADHS-Elterntraining hilft den Blick auf das zu lenken, was das Kind kann
Egal wie viel ein Kind noch nicht kann, es gibt immer auch sehr viele Sachen, die es schon gut kann. Es ist ein wichtiges Ziel eines ADHS-Elterntrainings, die Eltern wieder dafür zu sensibilisieren, was ihr Kind tatsächlich schon kann. Durch die vielen alltäglichen Situationen, in denen es zu Spannungen und Stress kommt, weil das betroffene Kind etwas nicht gut gemacht hat oder in denen es nicht darauf gehört hat, was die Eltern ihm gesagt haben, geht der Blick für das Positive im Zusammenleben oft verloren.

Daher ist ein wesentlicher Grundsatz des ADHS-Elterntraings, dass zunächst der Fokus der Aufmerksamkeit der ganzen Familie wieder stärker auf das gerichtet weden soll, was klappt. Und davon gibt es meist auch eine ganze Menge!

ADHS-Elterntraining ermöglicht die Auseinandersetzung mit Erziehungsgrundsätzen
Verfügen die Eltern eher über einen autoritären Erziehungsstil oder überlassen sie das meiste dem Kind selbst? Kümmern sie sich sehr viel um die Angelegenheiten und sind streng oder verwöhnen sie ihr Kind und geben schnell nach? Den eigenen Erziehungsstil herauszufinden und zu reflektieren ist ein weiterer Schritt beim ADHS-Elterntraining. Häufig hilft es den Eltern sich zu überlegen, was ihnen als Kind geholfen hat, sich zu konzentrieren, auf Anweisungen der eigenen Eltern zu hören oder einfach mal in sich hinein zu spüren – was hätte mir gut getan?

Was hätte ich mir als Kind gewünscht? Auch hier hat der Blick für das Positive wieder Vorrang. Die teilnehmenden Eltern berichten von Situationen, die gut klappen zu Hause. Auf welchen Erziehungsstil reagiert das betroffene Kind positiv? Bei welchem verweigert es sich oder wird aggressiv? Wenn es gelingt die Interaktion zwischen den Eltern und dem Kind wieder zu verbessern, ist schon viel in Bezug auf das Klima in der Familie gewonnen.

Alltägliche Schwierigkeiten im Umgang mit dem betroffenen Kind
Viele Eltern klagen darüber, dass sogar die einfachsten Sachen nicht klappen. Das Kind hängt die Jacke nicht an den Haken, wenn es nach Hause kommt. Es legt die Füße auf den Tisch beim Essen oder es läuft laut schreiend durch die Wohnung obwohl sie vor einer Minute dem Kind gesagt haben, dass Mittagsruhe ist. Das Zubettgehen wächst sich häufig zu einem stundenlangen Kampf aus. Die gemeinsamen Mahlzeiten sind ein Graus.

In einem ADHS-Elterntraining können nun die betroffenen Eltern Lösungen und Strategien gerade für diese Situationen entwickeln. Der Austausch mit anderen betroffenen Eltern spielt hier eine große Rolle. Zu hören, dass es anderen Eltern ganz genauso geht, ist für viele Eltern schon eine große Erleichterung. Aber es gibt auch Strategien und Interventionen, die das Zusammenleben erträglicher machen.

Anti-Stresstraining für die Eltern von Kindern mit ADHS
Eltern von Kindern, die ADHS haben, sind im besonderen Maße belastet. Die typischen Schwächen des Kindes, die Impulsivität, die motorische Unruhe, die mangelnde Ausdauer, die Stimmungsschwankungen: all das verlangt den betroffenen Eltern ein Höchstmaß an Geduld, Kraft und Nerven ab. Deswegen ist es fester Bestandteil eines ADHS-Elterntrainings, dass die Eltern lernen, wie sie sich entspannen können.

Sie werden aufgefordert sich Auszeiten in ihrem stressigen Alltag zu nehmen. Sie müssen auf die Suche gehen, nach Möglichkeiten in ihrem Leben wo sie wieder auftanken können.  

Wo gibt es ADHS-Elterntrainings und was kosten sie?
Inzwischen werden in vielen deutschen Städten ADHS-Elterntrainings angeboten. Einige Lerntherapie-Institute bieten auch Elterntrainings im Rahmen der Lerntherapie ihres Kindes an. Am IFLW in Teltow bei Berlin kann man das Zertifikat zur ADHS-Elterntrainerin bzw. zum ADHS-Elterntrainer erwerben. Mit Hilfe des Zertifikats ist es leichter möglich eine Übernahme durch die Krankenkasse zu erwirken.

Wenn eine Krankenkasse der Übernahme der Kosten zugestimmt hat, übernimmt sie in der Regel 50% der Kosten. Ein ADHS-Elterntraining findet meist einmal in der Woche über 10 bis 12 Wochen statt. Die Kosten können sich je nach dem, wer das Elterntraining anbietet und welche Punkte es enthält, stark unterscheiden.

Homöopathie bei ADHS
In folgenden Artikeln finden Sie weitere Informationen zum Thema ADHS:

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