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Hausaufgaben für Eltern und Kind: Geduld trainieren

Hausaufgaben für Eltern und Kind: Geduld trainieren
geschrieben von Katharina Schlamp

Hat Ihnen die Lehrerin Ihres Kindes in der Sprechstunde mitgeteilt, Ihr Kind habe null Frustrationstoleranz und störe damit den Schulbetrieb? Es rufe ständig in die Klasse ohne sich zu melden. Soll es alleine arbeiten, fällt der Stift recht bald auf das Blatt. Da gibt es nur eines: Starten Sie ein Sofortprogramm zum Erlernen der so wichtigen Kompetenzen „Ausdauer“ und „Geduld“.

Unliebsame Aufgaben einfordern

Beginnen Sie mit dem Training im Familienalltag: Das Kinderzimmer wird fertig aufgeräumt, auch wenn der Freund schon mit dem Fußball oder die Freundin mit dem Fahrrad warten. Doch Hilfe ist erlaubt: Vereinbaren Sie, dass Ihr Kind einen bestimmten Teil des Zimmers aufräumt und Sie einen anderen Teil übernehmen, um es zu unterstützen.

Manch ein Kind braucht auch eine Hilfe beim Strukturieren: Schlagen Sie vor, erst alle Comics einzusammeln, dann alle Kleidungsstücke usw. Entlassen Sie Ihr Kind mit einem ehrlichen Lob, dass Sie sich sehr darüber freuen, dass er bzw. sie es geschafft hat.

Pflichten erledigen

Doch Ihr Kind muss nicht nur lernen, für sich selbst zu sorgen. Vielmehr gibt es auch eine Menge Gemeinschaftsaufgaben, die im Zusammenleben einer Familie erledigt werden müssen. Übertragen Sie Ihrem Kind spätestens ab Schuleintritt Pflichten, die es zuverlässig erledigen muss, z. B. den Abfalleimer zur Mülltonne bringen, beim Tischdecken und –abräumen mithelfen, die Spülmaschine ausräumen. Dies fördert nicht nur die Fähigkeit, mit Geduld und Ausdauer unliebsame Dinge zu erledigen und Verantwortung zu übernehmen, sondern auch das Selbstbewusstsein, zu den Großen zu gehören.

In kleine Arbeitspäckchen aufteilen

Ähnlich verhält es sich mit den Hausaufgaben. Auch wenn es Ihnen schwer fällt, bestehen Sie darauf, dass die Hausaufgaben vollständig erledigt werden, bevor der PC angeschaltet wird.

Doch unterstützen Sie Ihr Kind auch hier wieder, damit sich die Hausaufgaben nicht zu einem Machtkampf auswachsen:  Betrachten Sie gemeinsam, was alles zu tun ist, bevor es mit dem Arbeiten los geht. Schreiben Sie jedes Arbeitspäckchen auf einen Haftnotizzettel, z. B. „Mathematik“ oder „Lesen“. Schätzen Sie außerdem die Zeit ab, wie lange jedes Arbeitspäckchen dauert. So lernt Ihr Kind zu planen und sich auf einen längeren Zeitraum einzustellen.

Selbstbelohnung als Motivationsstrategie lernen

Überlegen Sie mit Ihrem Kind zusammen, was es sich als „Belohnung“ nach jedem Abschnitt verdient hat. Diese kann simpel darin bestehen, dass es den Haftnotizzettel zerknüllt und in den Papierkorb wirft oder ein in der Küche bereitgestelltes Schälchen mit Chips oder dem Nachtisch vom Mittagessen.

Wichtig ist dabei, dass Sie das Kind darin unterstützen, sich selbst zu belohnen. Selbstbelohnung ist eine wichtige Motivationsstrategie erfolgreicher Menschen. Keinesfalls darf es so sein, dass Ihr Kind den Eindruck bekommt, es mache die Hausaufgaben für Sie. Belohnungen, die Sie nicht zulassen sollten, sind Aktivitäten, von denen es sich nicht mehr losreißen kann, wie ein Computerspiel.

Fazit: Unterstützen Sie Ihr Kind dabei, Ausdauer und Geduld im Alltag zu entwickeln. Doch vergessen Sie dabei nicht, dass auch Sie dabei gefordert sind: Halten Sie durch, anstatt nachzugeben oder die Arbeit selbst zu tun.

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Bildnachweis: JenkoAtaman / stock.adobe.com

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Katharina Schlamp