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Warum Sie sich nicht nur auf Stellenausschreibungen fokussieren sollen

Lesezeit: 3 Minuten Viele Arbeitsuchende machen den Fehler und konzentrieren sich bei der Stellensuche ausschließlich auf Anzeigen in der Zeitung und im Internet. Warum diese Strategie allein nicht unbedingt Erfolg versprechend ist und welche weiteren Möglichkeiten der Arbeitsuche es gibt, lesen Sie im nachfolgenden Artikel.

3 min Lesezeit
Warum Sie sich nicht nur auf Stellenausschreibungen fokussieren sollen

Warum Sie sich nicht nur auf Stellenausschreibungen fokussieren sollen

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Unter traditioneller Stellensuche versteht man meist das Sichten von Stellenangeboten in Print- und Online-Medien, die Schaltung von Stellengesuchen sowie die Einschaltung privater Arbeitsvermittler/Personalberatungsagenturen.

Richard Nelson Bolles bezeichnet die traditionelle Stellensuche
in seinem Buch „Durchstarten zum Traumjob“ als Neandertal, da die Erfolgsquoten bei der Strategie auch für gut qualifizierte, motivierte und berufserfahrene Bewerber eher gering sind. Oft hat die Stellensuche über die klassischen Wege eher etwas von einem Glücksspiel, denn die Erfolgsquoten dieser Wege liegen zwischen 5 und maximal 20 Prozent.

Bolles bemüht in diesem Zusammenhang den Vergleich mit Flugzeugen. Sie würden sicherlich nicht in einen Ferienflieger nach Teneriffa, Thailand oder New York steigen, wenn Sie wüssten, dass maximal jedes fünfte Flugzeug Sie sicher an Ihr Ziel bringt.

Die Schwierigkeiten beim ausschließlichen Beantworten von Stellenangeboten

Egal wie gut qualifiziert, sympathisch und geeignet Sie sein mögen: Auf die meisten Stellenanzeigen gehen dutzende, wenn nicht mehrere hundert Bewerbungen ein, sodass es angesichts der Bewerbungsflut in Unternehmen schwierig wird, einen Arbeitgeber von Ihren Schokoladenseiten zu überzeugen – auch wenn Sie ein ansprechendes Foto, ein Kompetenzprofil und ein gut formuliertes, fehlerfreies Anschreiben beifügen, das auf die veralteten Floskeln wie „hiermit bewerbe ich mich…“ verzichtet.

Oft kommt bei manchen Firmen die Schwierigkeit hinzu, dass sich die Anforderungen an den Bewerber in der Stellenanzeige zwar sehr hochtrabend anhören, aber letzten Endes doch nur ein Arbeitnehmer mit eher geringer Qualifikation gewünscht wird, um ggf. am Gehalt sparen zu können.

Die Suche von Arbeitgebern und Arbeitnehmern erfolgt entgegengesetzt

Die meisten Arbeitnehmer beginnen ihre Stellensuche mit dem Sichten und Beantworten von Stellenanzeigen in Zeitungen, Fachzeitschriften und im Internet, schalten nach einiger Zeit eines oder mehrere Stellengesuche und gehen eventuell noch zu einer auf ihre Fachrichtung spezialisierten Personalvermittlung bzw. einem privaten Arbeitsvermittler.

Es hat sich jedoch herausgestellt, dass Arbeitgeber ihre Suche nach geeignetem Personal umgekehrt beginnen. Am häufigsten besetzten Firmen offene Stellen mit Menschen, deren Arbeitsweise sie bereits kennen oder die ihnen zumindest von Freunden, Bekannten oder Berufskollegen empfohlen wurden.

Wird der Arbeitgeber über diesen Weg nicht fündig, schaltet er eine Personalvermittlung und/oder Zeitarbeitsfirma ein, die für ihn nach geeigneten Kandidaten sucht. Erst, wenn die offene Stelle nicht über persönliche Kontakte oder Empfehlungen besetzt werden konnte bzw. die Einschaltung von Personalagenturen oder Headhuntern erfolglos geblieben ist, schaltet er eine Anzeige in Print- und/oder Online-Medien.

Mit anderen Worten: Stellenanzeigen werden von Unternehmen lediglich für Positionen geschaltet, die die Firma auf anderen Wegen nicht füllen konnte. Somit sind die Erfolgsaussichten bei der Beantwortung von Stellenanzeigen für Bewerber jedweder Art eher schlecht – egal, wie gut Sie als Bewerber sein mögen.

Andere Möglichkeiten der Stellensuche

  • Selbstständig Kontakt zu Firmen aufnehmen, die jemanden mit ihrer Qualifikation einstellen könnten – egal, ob dort eine offene Stelle ausgeschrieben ist oder nicht.
  • Vielfach führt auch die Teilnahme an Kongressen, Messen und Symposien, die zu Ihren Fähigkeiten und Qualifikationen passen, zu einer neuen Stelle, da sich dort in aller Regel auch Arbeitgeber aus den entsprechenden Branchen sehen lassen.
  • Nachfrage bei allen Personen, die Sie kennen (Freunde, Bekannte, Familienmitglieder, ehemalige Arbeitgeber, Hausarzt, Bäckerei- und Metzgereimitarbeiterinnen etc.), ob sie jemanden kennen bzw. ob sie jemanden kennen, der jemanden kennt, der eine Person mit Ihren Qualifikationen und Fähigkeiten einstellt.
  • Prüfen Sie, ob eine Selbstständigkeit für Sie in Frage kommt – natürlich abhängig von Ihrer Qualifikation und dem Feld, in dem Sie tätig werden möchten.
  • Manche Menschen hinterlassen auf ihrer Homepage oder ihrem Anrufbeantworter einen Text, in dem sie auf ihre Stellensuche in einem bestimmten Bereich hinweisen, verbunden mit der Bitte, weitere Hinweise auf mögliche offene Stellen im Gästebuch bzw. auf dem Anrufbeantworter zu hinterlassen.

Diese Wege der Stellensuche setzen zwar mehr Eigeninitiative und zeitlichen Aufwand voraus als die reine Sichtung und Beantwortung von Stellenangeboten, ist aber in den meisten Fällen gerade bei höher qualifizierten Kandidaten erfolgversprechender ist als die Arbeitsuche über die klassischen Wege.

Bildnachweis: contrastwerkstatt / stock.adobe.com

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