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Alternativen zur Bewerbung auf Stellenangebote

Lesezeit: 3 Minuten Leider wird vielfach immer noch der Eindruck erweckt, dass Bewerbungen auf Stellenanzeigen und Stellengesuche das Nonplusultra bei der Stellensuche seien. Welche Alternativen es gibt und wieso sich die reine Konzentration auf die Beantwortung von Stellenangeboten nicht auszahlt, lesen Sie im nachfolgenden Artikel.

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Alternativen zur Bewerbung auf Stellenangebote

Alternativen zur Bewerbung auf Stellenangebote

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Wie Richard Bolles in seinem Bestseller „Durchstarten zum Traumjob“ (im Original: What colour is your parachute?) anschaulich dargestellt hat, ist das System, Stellenanzeigen mit einer Bewerbung zu beantworten – egal, ob online oder postalisch – vorsintflutflich. Aus diesem Grunde nennt er diese Art der Stellensuche auch Neandertal, zumal der klassische Prozess der Stellensuche diametral entgegen gesetzt zu dem Prozess verläuft, den Arbeitgeber anwenden, um neue Mitarbeiter zu finden.

Die Erfolgsaussichten von Bewerbungen auf Stellenangebote

Viele Bewerber beklagen, dass sie trotz des Versandes von hunderten Bewerbungen keine neue Arbeitsstelle gefunden haben oder dass sogar viele ihrer Bewerbungen gänzlich unbeantwortet geblieben sind, was sich selbstverständlich für den Arbeitsuchenden selbst als frustrierend erweist.

Die experto-Redaktion empfiehlt passend zum Thema dies hier.

Laut Richard Bolles schätzen Experten, dass – je nach befragtem Fachmann und Art der Bewerbung (Bewerbung auf Stellenanzeigen, Blind- und Initiativbewerbung) – 500 bis 1.700 schriftliche Bewerbungen nötig sind, um Erfolg zu haben bzw. um überhaupt erst einmal zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden. Dazu schreibt er, dass Sie sicherlich auch nicht in ein Flugzeug steigen würden, wenn Sie wüssten, dass nur eins von 500 bis 1.700 Sie sicher an Ihr Ziel bringt.

Manche Leser mögen eventuell einwenden, dass sich diese schlechten Aussichten nur auf schlecht ausgebildete Arbeitskräfte beziehen, doch diese Annahme ist schlichtweg falsch. Hoch qualifizierte Fach- und Führungskräfte, vielfach mit einem oder mehreren akademischen Abschlüssen, stehen vor demselben Problem wie Anlernkräfte oder ungelernte Mitarbeiter.

Alternativen zum Bewerbungsfrust

Natürlich gibt es Alternativen zum Frust, der aus dem Glücksspiel Stellenanzeigen sichten – Bewerbungen verschicken – Stellengesuche aufgeben besteht. Voraussetzung hierfür ist jedoch, dass Sie von sich aus aktiv werden und nicht nur auf einen glücklichen Zufall hoffen, der sich im Endeffekt vielleicht gar nicht als Glücksfall herausstellt – sei es, weil die Arbeit selbst etwas ist, was Sie eigentlich nie machen wollten, weil Ihnen das Arbeitsumfeld nicht zusagt oder weil die Entlohnung weit unter dem liegt, was Sie eigentlich verdienen möchten und müssten.

Im Vorfeld gilt es natürlich, sich über das klar zu werden, was Sie eigentlich beruflich tun möchten und wo Ihre Stärken liegen. Warum sollte ein Arbeitgeber sich ausgerechnet für Sie entscheiden, wenn Sie im Vorstellungsgespräch lediglich das als Fähigkeiten anführen, das zig andere Bewerber mit Ihrer Berufsausbildung auch können? Anschauliche Beispiele und Anregungen hierzu finden sich im Ratgeber von Uta Glaubitz „Durchstarten zum Traumjob“.

Werden Sie selbst aktiv, indem Sie beispielsweise Firmen kontaktieren, die Sie interessieren – allerdings sollten Sie sich vor einer telefonischen oder persönlichen Kontaktaufnahme mehr als ausreichende Informationen über das Unternehmen oder die Institution beschafft haben, um sich im Gespräch nicht als Greenhorn zu blamieren, das nach dem Gießkannenprinzip wahllos bei Firmen anruft, die ggf. jemanden mit Ihrer Qualifikation gebrauchen können.

Dem Arbeitgeber etwas Konkretes anbieten

Beschränken Sie sich nicht nur darauf, bei einem Unternehmen anzurufen und das zu sagen, was viele andere auch tun: „Guten Tag, mein Name ist XY, ich habe das und das gelernt/studiert und suche nun einen Job. Daher wollte ich fragen, ob bei Ihnen etwas frei ist.“ Zeigen Sie dem potentiellen Arbeitgeber vielmehr, dass Sie ihm etwas Interessantes anzubieten haben – Ihr Know-how auf einem entsprechenden Gebiet mit dem dazugehörigen Hintergrundwissen und die Begründung, warum Sie ausgerechnet dort anrufen und nicht etwa bei der Konkurrenz.

Natürlich können Sie Gespräche bei Firmen, die Sie eigentlich nicht so sehr interessieren, als Training nutzen, bevor Sie mit den für Sie interessanten Unternehmen ins Gespräch kommen, aber mit aufwändigerer Vorbereitung und Recherche haben Sie Ihre Chancen um ein Vielfaches gegenüber denjenigen erhöht, die einfach nur „irgendeinen Job“ suchen oder sich ohne jede Strategie und jedes Ziel in der Arbeitswelt bewerben.

Ansprüche an Ihre zukünftige Arbeitsstelle sind kein Luxus, sondern Notwendigkeit

So formuliert es auch Uta Glaubitz in ihrem o. g. Buch. Der Arbeitgeber stellt bestimmte Ansprüche an Sie, was Ihr Know-how, Ihre EDV- und Fremdsprachenkenntnisse u. v. m. betrifft – aus diesem Grunde ist es auch Ihr gutes Recht, an Ihr zukünftiges Tätigkeitsfeld bestimmte Ansprüche zu stellen. Bei Dingen, die Sie gerne tun, verkraften Sie auch berufliche Rückschläge leichter als bei Stellen, die Sie eigentlich nur aus der Not heraus angetreten haben oder weil Sie das Gefühl haben, der Arbeitsmarkt und seine Situation sind das Entscheidende, nicht Sie selbst.

Bildnachweis: Manuel Adorf / stock.adobe.com

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