Arbeit & Beruf

Gehaltserhöhung: Wie Sie am besten danach fragen

Gehaltserhöhung: Wie Sie am besten danach fragen
geschrieben von Dr. Jürgen Nawatzki

Viele Arbeitnehmer hätten gern ein höheres Gehalt. Das kommt in der Regel jedoch nicht von allein, sondern man muss danach fragen. Wie und wann und worauf es dabei ankommt und was man bereits im Vorfeld beachten sollte, erfahren Sie hier.

Wenn Sie Ihren Chef ganz unvermittelt um eine Gehaltserhöhung
bitten, weil Sie sowieso gerade im Gespräch sind und das Gefühl haben, seit langem gute Arbeit zu leisten und ein höheres Gehalt verdient zu haben, brauchen Sie sich nicht zu wundern, wenn dieser das anders sieht und Sie leer ausgehen.

Bereiten Sie die Gehaltsverhandlung systematisch vor

Besser, man bereitet ein solches Gespräch systematisch vor, denn eine Gehaltsverhandlung ist in der Regel eine langfristigere Angelegenheit, als viele denken. Die Vorbereitung beginnt damit, dass man am besten – unabhängig von einer anstehenden Gehaltsverhandlung – über Monate und Jahre ein Erfolgs-Tagebuch führen sollte.

Darin sollte dokumentiert werden, welche Ihrer Tätigkeiten den größten Nutzen für den Arbeitgeber haben. So hat man die Argumente für ein höheres Salär stets parat. Es geht vor allem darum, deutlich zu machen, welchen wirtschaftlichen Nutzen das Unternehmen von Ihnen hat. Einen besonderen Wert haben Sie dann, wenn Sie etwas leisten, was kein anderer im Unternehmen kann.

Dagegen reicht Ihr Gerechtigkeitsempfinden oder das Argument gestiegener Lebenshaltungskosten als Begründung für eine Gehaltserhöhung nicht aus. Strategische Vorbereitung des Gesprächs bedeutet auch, sich Gedanken über mögliche Alternativen zur Gehaltserhöhung zu machen. Kommen stattdessen auch andere Vergünstigungen, wie zum Beispiel ein Dienstwagen in Betracht?

Solche Überlegungen nehmen dem Chef Arbeit ab. Wichtig ist auch eine Online-Recherche dazu, was andere Arbeitnehmer in einer ähnlichen Position verdienen. Im Gehaltsgespräch ist es zudem besser, eine konkrete Summe zu nennen als eine Spanne, da Ihr Chef meist die untere Grenze dieser Spanne für seine Entscheidung heranzieht – wenn überhaupt.

Weiterhin sollten Sie Ihren Chef nicht zwischen Tür und Angel ansprechen, sondern ihn um einen Termin bitten, in dem es um Ihre Entwicklungsmöglichkeiten geht. Vielleicht wollen und können Sie mehr Verantwortung übernehmen, was ein höheres Gehalt zusätzlich rechtfertigen würde?

Hier erhalten Sie fünf Tipps für Ihre Gehaltsverhandlung:

  1. Führen Sie ein Erfolgs-Tagebuch. Darin dokumentieren Sie, welche Ihrer Tätigkeiten den größten Nutzen für Ihren Arbeitgeber haben. Darauf können Sie in den Verhandlungen zurückgreifen und dem Chef zeigen, dass Sie einen echten Mehrwert für das Unternehmen bieten.
  2. Information geht über alles! Informieren Sie sich, was andere Angestellte in einer ähnlichen Position mit derselben Verantwortung verdienen. Das kann man durch eine Internetrecherche herausfinden. Zusätzlich sollten Sie sich Alternativen überlegen: Wäre ein Dienstwagen für Sie nützlich oder vielleicht ein Jahres-Ticket für die Bahn?
  3. Besser, Sie fragen nicht zwischen Tür und Angel nach einer Gehaltserhöhung! Lassen Sie sich einen Termin geben, in dem es um die eigenen Entwicklungsmöglichkeiten geht.
  4. Seien Sie selbstbewusst! Wenn der Chef Sie nach Ihrer Vorstellung von einer Gehaltserhöhung fragt, sollten Sie immer eine konkrete Summe nennen und damit rechnen, dass der Chef diese noch ein wenig drücken wird. Und besser, Sie bleiben mit Ihrer Forderung im Rahmen.
  5. Versuchen Sie nicht, Ihren Chef zu überreden. Wenn er über Ihre Forderung noch einmal in Ruhe nachdenken möchte, könnten Sie das Gespräch zum Beispiel mit folgendem Satz beenden: „Schön, dass Sie meinen Wunsch nach einer Gehaltserhöhung nicht ablehnen.“

Wenn Ihr Chef den Wunsch nach einer Gehaltserhöhung übrigens komplett ablehnen sollte, warten Sie besser mindestens ein halbes Jahr, bis Sie ihn erneut darauf ansprechen. Die Zwischenzeit können Sie nutzen, um akribisch Ihr Erfolgs-Tagebuch zu führen.

Und jetzt viel Erfolg für Ihre strategisch vorbereitete Gehaltsverhandlung!

Bildnachweis: VRD / stock.adobe.com

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