von Marlene Stöckel, veröffentlicht in Homöopathische Behandlung
In der Schwangerschaft Jod einnehmen?
Grundsätzlich können wir sagen, dass keine Einnahme unbedenklich ist. Routinemäßig in der Schwangerschaft Eisen, Jod oder Magnesium einzunehmen, kann Sie und das Kindswohl gefährden. Denn letztlich kann jede Substanz zu einem Gift werden, wenn man sie falsch dosiert. Wer beispielsweise unter der Autoimmunerkrankung Hashimoto leidet, sollte keinesfalls Jod einnehmen.
Gerade in der Schwangerschaft sollte jede Arzneimittelgabe überprüft werden. Nicht nur Sie, sondern auch das Baby erhalten die Arznei. Wer Jod in der Schwangerschaft nimmt, muss dies in der Stillzeit fortführen, da das Baby sonst in eine Unterfunktion kommt. Dies geschieht, weil das Überangebot an Jod plötzlich wegfällt.
Wer unter Hashimoto leidet oder bereits eine Schilddrüsenüberfunktion hat, sollte auf zusätzliche Jodeinnahmen dringend verzichten. Das Jod kurbelt die Funktion weiter an und schlussendlich geht die Schilddrüse in die Zerstörung über. Die oben genannten Symptome wie Asthma, Angst- und Panikattacken, Depressionen, Kopfschmerzen und Ruhelosigkeit gehören zu den Symptomen, die dann auftreten können.
Die Schilddrüse ist in der Schwangerschaft und Stillzeit einer erhöhten Belastung ausgesetzt. Routinemäßig wird hier zur Unterstützung Jod verordnet.
Es gibt Wissenschaftler, die behaupten, wir lebten in einem Jodmangelgebiet. Da es kostengünstiger ist, Jodtabletten zu verschreiben, als Kröpfe zu operieren, wird routinemäßig Jod verschrieben. Man geht nämlich davon aus, dass Kröpfe durch Jodmangel entstehen.
Inzwischen ist bewiesen, dass Kröpfe durch eine Enzymhemmung entstehen. Pestizide und Nitrate im Leitungswasser, wie sie in der Landwirtschaft anfallen, können beispielsweise zu dieser Enzymhemmung führen. Ebenso ein Vitamin A Mangel. Also lieber fleißig Butter essen!
Es gibt heutzutage kaum ein gefertigtes Nahrungsmittel, in dem kein Jod enthalten ist. Dies ist gerade für Menschen mit einer Überfunktion ein großes Problem. Fast jeder Bäcker, Restaurants und Kantinen verwenden jodiertes Speisesalz.
Gemüse, das in Salzwassernähe angebaut wird enthält Jod, weil der Wind die Gischt über das Land weht und die Böden sättigt. Fleisch enthält Jod, weil die Tiere an Jodlecksteinen lecken und Sushi ist durch die verwendete Meeresalge jodhaltig. Die Frage ist eher, wie man sich jodarm ernähren kann.
Nehmen Sie Jod in der Schwangerschaft nur ein, wenn es dafür einen Grund gibt. Lassen Sie Ihre Schilddrüsenwerte genau überprüfen, um herauszufinden, ob Sie Jod benötigen.
Aus der Homöopathie kennen wir das Arzneimittelbild von Jod sehr gut. Die Jodsalzverbindungen sind unsere bewährtesten Arzneien bei der Behandlung von Krebs. Das sollte zur Vorsicht bei der unkontrollierten Einnahme gereichen.
Wer während der Schwangerschaft mit einer Jodeinnahme begonnen hat, sollte keinesfalls in der Stillzeit absetzen! Das Kind gerät dann in eine Unterfunktion, weil es an so viel Jod gewöhnt ist und nun mit einem Defizit klar kommen muss.
Keine Arzneimitteleinnahme sollte ohne gewissenhafte Prüfung der Notwendigkeit erfolgen. Friedrich Graf hat dazu schon vor 20 Jahren Hefte und Bücher verfasst. "Kritik an der Arzneimittelroutine bei Schwangeren" ist in diesem Zusammenhang sehr zu empfehlen.

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