Gesundheit Praxistipps

Atomunfall in Japan – sollte man jetzt Jodtabletten einnehmen?

Der Atomunfall im japanischen Kernkraftwerk Fukushima versetzt die Japaner und die übrige Welt in Angst und Schrecken. Auch in Deutschland kursiert die Befürchtung, dass eine akute Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung bestehen könnte. Viele Menschen fragen sich nun, ob es sinnvoll ist, vorbeugend gegen eine drohende radioaktive Bestrahlung Jodtabletten einzunehmen.

Atomunfall in Japan – sollte man jetzt Jodtabletten einnehmen?

In Deutschland werden seit dem Atomunfall vermehrt Jodtabletten verkauft
Die Menschen hören aus den Medien, dass die Bevölkerung in Japan zur Vorbeugung gegen eine radioaktive Bestrahlung Jodtabletten einnehmen sollte. Einige Personen schließen daraus, dass eine vorbeugende Einnahme von Jod auch in Deutschland sinnvoll ist. Deutsche Apotheken verzeichnen in diesen Tagen eine vermehrte Nachfrage nach Jodtabletten. Doch ist es wirklich notwendig, zu diesem Zeitpunkt mit einer Jodeinnahme zu beginnen?

Es ist sehr unwahrscheinlich, dass eine radioaktive Wolke aus Japan Deutschland erreichen kann
Viele Menschen denken in diesen Tagen an den Atomunfall in Tschernobyl im Jahr 1986. Noch heute sind weite Gebiete um das Atomkraftwerk strahlenverseucht. Doch Tschernobyl liegt Deutschland sehr viel näher als Japan. Meteorologen schließen es weitgehend aus, dass uns unter normalen Wetterbedingungen Radioaktivität aus Japan erreichen könnte.

Warum ist ein Atomunfall für unsere Gesundheit so gefährlich?
Bei einem Atomunfall wird radioaktives Jod freigesetzt. Unsere Schilddrüse speichert dieses radioaktive Jod etwa 120 Tage lang, bis das Radiojod dann schließlich zerfällt. In diesen vier Monaten und auch noch später kann das gespeicherte radioaktive Jod schwere Schäden in unserem Körper verursachen. Die Strahlenschäden können zu verschiedenen Krebsarten, zum Beispiel sind dies Schilddrüsenkrebs und Leukämie, führen.

Wie wirken Jodtabletten bei einem Atomunfall gegen die radioaktive Bestrahlung?
In Jodmangelgebieten nimmt die unterversorgte Schilddrüse bei einem Atomunfall besonders viel Radiojod auf. Ist unsere Schilddrüse dagegen mit Jod gesättigt – dies kann sowohl normales Jod, wie auch Radiojod sein – nimmt die Schilddrüse kein zusätzliches Jod mehr auf. Die Schilddrüse unterscheidet dabei nicht zwischen "gutem" und "schlechtem" Jod.

Die Medizin macht sich diesen Mechanismus der Schilddrüse zu Nutze. Die Schilddrüse wird mit "gutem" Jod gesättigt und nimmt dann kein radioaktives Jod mehr auf.

Die vorbeugende Einnahme von Jodtabletten ist nur sinnvoll, wenn eine akute Gefahr von radioaktiver Bestrahlung besteht
Die unkontrollierte Einnahme von Jodtabletten kann Gesundheitsschäden verursachen. Dies ist besonders bei Personen der Fall, die an einer Schilddrüsenerkrankung oder anderen schwerwiegenden Erkrankungen leiden. Nur wenn die Gefahr besteht, dass eine radioaktive Bestrahlung stattfindet, sollte man vorbeugend Jodtabletten in der richtigen Dosierung einnehmen. Das Gesundheitsministerium wird in diesem Fall die Bürger rechtzeitig warnen.

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