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Stress im eigenen Kopf: Wie negative Gedanken Stress verstärken2 min read

Reading Time: 2 minutes Stress ist die körperliche und seelische Antwort auf eine Belastung. Er erzeugt kurzfristig Energie, die Reaktion auf das stressauslösende Problem verbessert und im richtigen Moment zu Lösungen verhilft. Stress ist damit ein absolut natürlicher Mechanismus beim Menschen.

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Stress im eigenen Kopf: Wie negative Gedanken Stress verstärken

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Das bedeutet als logische Folge, dass Stress nicht immer und nicht in jedem Fall negativ wirkt. Solange einer stressbehafteten Situation eine Zeit der Entspannung folgt, ist Stress völlig in Ordnung. Häufig entsteht jedoch ein Übermaß an Stress. Und ebenso häufig geschieht dies im eigenen Kopf. Ein stressender Umstand wird falsch gewichtet und erhält dadurch einen weitaus bedrohlicheren Anschein, als ihm tatsächlich zusteht.   

Da der Mensch ein vorausschauendes und planvolles Wesen ist, neigt er dazu, Szenarien zu entwickeln, die ihn vor einem möglichen Scheitern schützen sollen. So geschieht es, dass er durch „Was ist, wenn…“-Gedanken den Stress nicht sinnvoll bewältigt, sondern vielmehr noch verstärkt. Dieser zusätzliche Stress verschärft die Belastung. Ein Teufelskreis entsteht.

Negative Gedanken durch positive zu ersetzen ist nicht so einfach. Aus dem gleichen Grund, aus dem eine solche Stressspirale entstehen kann, kann Sie auch unterbrochen werden. Ihre eigenen Gedanken sind nicht mehr nur der Auslöser, sondern im Gegenzug auch die Kraft, die Ihnen wieder aus der Patsche hilft.  „Denken Sie doch einfach positiv!“ wäre natürlich die simpelste Lösung. Leider funktionieren solche schlichten Ratschläge nur in den allerseltensten Fällen. Ein jahrelang praktiziertes Verhalten kann man nicht nur durch einen guten Vorsatz ersetzen. 

Lieber in kleinen Schritten, negative Gedanken umwandeln

Viel vernünftiger ist es, sich in kleinen Übungsschritten der Schwierigkeit zu nähern, um sie am Ende auch wirklich dauerhaft zu bewältigen.  Am Anfang steht immer die Information. Getreu dem bekannten Satz „Erkenntnis ist der erste Schritt zu Besserung“ führt der Weg dahin, die eigenen negativen Gedanken zu identifizieren. Wenn es Ihnen mit ein bisschen Selbstbeobachtung gelingt, eben jene Momente zu bemerken, in denen Ihr Kopf Ihnen die negativen Folgen Ihres Versagens vorgaukelt, dann kann allein dieses Wissen schon hilfreich sein. Manchmal genügt es bereits, sich selbst auf die Schliche zu kommen.

Als nächstes sollten Sie sich fragen, ob Ihr inneres Szenario tatsächlich realistisch ist. Kann das, was Sie sich unter Stress vorstellen de facto eintreffen? Stress beeinträchtigt die rationale Sichtweise auf Dinge und Geschehnisse. Die Kampf- oder Fluchtimpulse gestresster Gedanken versuchen in sekundenschnelle alle möglichen Eventualitäten zu erfassen. Das beinhaltet besonders negative Konsequenzen. Denn das sind genau die, die Gefahr bedeuten. Darum wirkt es positiv, sich die Auswirkungen des eigenen Handelns ganz klar vor Augen zu führen. In vielen Fällen werden die stressverschärfenden Vorstellungen nie eintreffen.

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