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Qualität in der Physiotherapie: Wie Sie einen guten Therapeuten erkennen

Lesezeit: 3 Minuten Die Verantwortung für den eigenen Körper möchte man nicht jedem in die Hände geben. Erst recht nicht, wenn sich akute, traumatische oder chronische Beschwerden äußern. Um Vertrauen in die Kompetenzen eines Therapeuten aufzubauen, sollte der persönliche Bezug zum Therapeuten stimmen, aber auch die fachliche Komponente. Woran Sie fachliche Kompetenzen eines Therapeuten erkennen, lesen Sie hier.

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Qualität in der Physiotherapie: Wie Sie einen guten Therapeuten erkennen

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Qualität in der Physiotherapie: Wie Sie einen guten Therapeuten erkennen

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Qualität der Praxis

Bei der Auswahl einer Physiotherapie-Praxis, die sich Ihrer Beschwerden annimmt, sollten Sie einige Dinge beachten: Nicht immer bietet die Praxis, die viel Werbung veräußert und medial präsent ist die beste Qualität der Behandlung. Gerne wird mit zahlreichen Fortbildungen in den verschiedenen medizinischen Bereichen, oder der Zusammenarbeit mit namhaften Sportvereinen geworben. Meist ist es jedoch ratsamer, sich auf Empfehlungen Vertrauter einzulassen, da diese oft die wahre Qualität einer Praxis widerspiegeln.

Des Weiteren sollte die Anmeldung und Terminvereinbarung beim ersten Kontakt zu einer Praxis reibungslos verlaufen. Diese ersten organisatorischen Vorgänge zeigen bereits, wie gut eine Praxis organisiert ist. Dennoch ist es natürlich normal und legitim, dass Terminänderungen auftauchen können, die sich jedoch im Rahmen halten sollten. Das wichtigste bei der Terminvergabe ist jedoch, dass Sie bei ein und demselben Therapeuten vereinbart werden. Ein Therapeutenwechsel ist legitim im Fall von Krankheit, aus organisatorischen oder fachlichen Gründen, jedoch sollten Sie darauf achten, dass die Praxismitarbeiter selbst beim Erstkontakt bestrebt sind, Ihnen einen Therapeuten zuzuweisen, der sich um Sie speziell kümmert.

Äußere Umstände, wie Barrierefreiheit für Rollstuhlfahrer, abgeschlossene Behandlungsräume und die allgemeine Sauberkeit sollten natürlich gegeben sein und müssen Ihnen als Patient zusagen.

Eine intensive Untersuchung als Qualitätsmerkmal

Um einen guten Therapeuten zu erkennen, ist der erste Termin der wichtigste. Idealerweise stellt dieser sich Ihnen mit Namen vor, begleitet Sie in den Behandlungsraum und informiert Sie über das Procedere der ersten Behandlung, der Untersuchung. Achten Sie darauf, dass der Therapeut immer den ersten Termin mit einer Untersuchung beginnt und nicht direkt behandelt, da so keine gute therapeutische Grundlage und Behandlung stattfinden kann.

Die Untersuchung beginnt mit einem einleitenden Gespräch, der so genannten Anamnese. Dabei wird in der Regel offen nach Ihren Beschwerden, den Auswirkungen und weiteren Lebensumständen gefragt und diese schriftlich festgehalten. Dieses Gespräch kann unter Umständen bereits die Hälfte der ersten Behandlungszeit einnehmen, ist jedoch eine sehr gute Basis für weitere Vorgänge.

Weiter geht die Untersuchung mit einer Inspektion. Das heißt, der Therapeut schaut sich ihren Körper und dessen Strukturen genau an. Dazu legt ein guter Therapeut Wert darauf, sich einen Gesamteindruck Ihres Körpers zu verschaffen. Es ist dazu unerlässlich, dass Sie sich bis auf die Unterwäsche entkleiden, während der Therapeut Sie aus verschiedenen Perspektiven ansieht. Anschließend erfolgt meist die Inspektion des Ganges oder anderer spezieller Bewegungsabläufe, die für den Beschwerdeursprung wichtig sind.

Es folgt die sogenannte Palpation, das Abtasten. Spezielle Körperregionen werden durch die geschulten Therapeutenhände ertastet und so geprüft.

Hiernach erfolgen weitere spezielle Tests, wie aktive und durch den Therapeuten vorgenommene Bewegungsabläufe von Extremitäten, Krafttests, Muskellängen- oder Dehntests sowie spezielle Tests.

Die Behandlung

Nachdem im ersten Termin die Untersuchung abgeschlossen wurde, sollten entweder im ersten Termin nach der Untersuchung oder zu Beginn des zweiten Termins eine Besprechung der Untersuchungsergebnisse und eine Planung der Behandlung gemeinsam mit Ihnen als Patient stattfinden. Ein Therapeut darf dabei keine medizinische Diagnose stellen, sondern stellt eine physiotherapeutische Diagnose auf, die von der bisher bestehenden abweichen kann. Er legt Ziele und Maßnahmen fest, mithilfe derer er Ihre Beschwerden positiv beeinflussen möchte. Sind Sie mit diesem Behandlungsplan einverstanden, so kann die erste Behandlung beginnen.

Eine physiotherapeutische Behandlung sollte dabei stets einfühlsam sein. Schmerzen können jedoch während der Behandlung entstehen und sind je nach Maßnahme teilweise gewollt. Daher sollte der Therapeut regelmäßig nach Ihrem Empfinden während der Behandlung fragen. Doch nicht nur die Rückmeldung Ihrerseits während der Behandlung, sondern auch in den Zwischenzeiten sind wichtige Informationsquellen.

Ein guter Therapeut fragt vor jeder neuen Behandlung, wie es Ihnen in der Zwischenzeit ergangen ist und was sich geändert hat. Wichtig zu wissen: es ist möglich, dass unmittelbar nach einer Behandlung sich die Beschwerden verschlechtern können, jedoch nach einer gewissen Periode sollten deutliche Besserungen eintreten. Auch darauf sollte Sie ein guter Therapeut hinweisen. Sprechen Sie jedoch offen aus, wenn Sie den Eindruck haben, dass die angewandten Maßnahmen Ihnen nicht helfen, seien Sie dabei als Patient jedoch nicht zu ungeduldig, da sich Erfolge auch oft erst nach einiger Zeit einstellen können.

Eigenübungen und Abschlussbericht

Bei einem Standardrezept sind sechs Behandlungseinheiten Physiotherapie zu je 30 Minuten ein bis zweimal pro Woche vorgesehen. Um einen guten Erfolg, der auch dauerhaft bleibt zu erzielen, sollte Ihr Therapeut Sie mit Alltagstipps oder Eigenübungen versorgen, die während und nach der Behandlungsperiode von Ihnen selbst durchgeführt werden. Meist ist ein Therapieerfolg ohne Eigenarbeit des Patienten kaum zu gewährleisten.

Während der Behandlungsphase sollten Sie gemeinsam mit Ihrem Therapeuten die Behandlungen und deren Erfolge evaluieren und gegebenenfalls abändern. Auch nach der letzten Behandlung sollte dies eingehend stattfinden. Außerdem sollten die Therapieerfolge, sofern es der behandelnde Arzt wünscht, einen Therapiebericht erhalten, der durch den Therapeuten verfasst wurde. Wünscht ein Arzt diesen nicht, so ist es Ihnen als Patient auch möglich einen solchen Bericht zu verlangen, um gegeben Falls auf dessen Grundlage ein weiteres Rezept zu Weiterbehandlung zu erhalten.

Diese Faktoren bieten Ihnen Orientierungspunkte für eine gute Physiotherapie. Ihr Wohlsein und Ihr Gefühl, in guten Händen zu sein, ist dabei jedoch das Wichtigste.

Bildnachweis: zinkevych / stock.adobe.com

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