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Mainboard-Tricks: PCI- und PCI-Express-Erweiterungskarten installieren

Lesezeit: 3 Minuten Alle PC-Mainboards sind mit Standard-Steckplätzen für den einfachen Anschluss von Erweiterungskarten ausgestattet. Doch die Typen der Steckplätze, unter anderem PCI und PCI-Express, sind unterschiedlich, und Anschlussfehler können teure Totalschäden zur Folge haben. Zudem stellt sich auch beim korrekten Steckplatz-Typ immer die Frage, welcher der beste Slot ist. Hier finden Sie die Antworten.

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Mainboard-Tricks: PCI- und PCI-Express-Erweiterungskarten installieren

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Das Mainboard ist die zentrale Systemplatine Ihres PC

Grundlegendes Konstruktionselement der PC-Technik, basierend auf der "IBM-x86-Plattform", ist das Zusammenstellen des Rechners aus den gewünschten Komponenten. Diese Erweiterungskarten werden mit der Hauptplatine (Mainboard, Motherboard, Systemplatine) über standardisierte Steckplätze (Slots) verbunden.

Im Laufe der PC-Entwicklung der "IBM-kompatiblen PCs", die immerhin ja schon 1981 ihren Markteintritt hatte, hat sich an diesem Prinzip nichts geändert, auch wenn die Typen und die Leistung der Erweiterungssteckplätze sich fortwährend verändert und weiterentwickelt hat.

Heute finden Sie auf aktuellen PC-Mainboards Steckplätze für den Busstandard PCI (Peripheral Component Interconnect) und PCI-Express (PCIe) vor. Trotz der Namensähnlichkeit sind diese Erweiterungssteckplätze mechanisch, elektrisch und von der Datenverarbeitung her völlig inkompatibel. Beiden Steckplatz-Typen ist aber immerhin gemein, dass sie Plug&Play-fähig sind.

Die Zeiten, in denen eine Erweiterungskarte erst mühsam konfiguriert werden musste, indem manuell Steckbrücken (Kurzschlussstecker, Jumper) für die Ressourcenzuteilung gesetzt werden mussten, sind zum Glück lange vorbei. Trotzdem gibt es bei der Installation von Erweiterungskarten eine Reihe von Tricks, mit denen Sie die Erweiterungskarten optimal installieren und die bestmöglichen Betriebsumstände sicherstellen.

Der richtige PCI-Express-Slot für PCIe-x1-Karten

Eine Besonderheit des PCI-Express auf den Mainboards von Desktop-PCs ist es, dass die Steckplätze der Schnittstelle unterschiedlich lang ausgeführt sind. Denn PCI-Express kann je nach Geschwindigkeitsanforderung als kurzer PCIe-x1, PCIe-x4, PCIe-x8 oder PCIe-x16 ausgeführt sein.

Praktisch finden Sie auf PC-Mainboards jedoch nur kurze PCIe-x1 als Nachfolger für den alten PCI-Bus und PCIe-X16 als Steckplatz für eine Grafikkarte. Wenn Sie beispielsweise Ihrem PC eine hochwertige Soundlösung in Form einer modernen Soundkarte spendieren, ist diese mit einer PCIe-x1-Schnittstelle ausgerüstet.

Diese "kurzen" PCIe-x1-Schnittstellen (Farbe der Steckplätze meist gelb) sollten Sie für eine entsprechende Erweiterungskarte bevorzugen, auch wenn eine Karte mit einer "kurzen" PCIe-x1-Schnittstelle sich nötigenfalls auch in einer PCIe-X16 montieren und betreiben lässt.

Der richtige Steckplatz für eine Grafikkarte im PCIe-x16-Steckplatz

Die "langen" PCIe-x16-Steckplätze, je nach Mainboard ist es mindestens einer oder auf hochwertigen Mainboards zwei, sind speziell zur Aufnahme von Grafikkarten gedacht. Da Grafikkarten oftmals eine erhebliche Größe und inklusive Kühler auch entsprechendes Gewicht haben, befinden sich am Ende der PCIe-x16-Steckplätze Kunststoffklammern, die die Erweiterungskarte mechanisch fixieren.

Zu beachten ist, dass leistungsfähige Grafikkarten oftmals eine aufwändige Kühlung benötigen, deren Kühlkörper oder Lüfter den benachbarten Steckplatz blockiert. Vor dem Kauf einer PCIe-Grafikkarte sollten Sie unbedingt die konkreten Montageumstände in Ihrem Desktop-PC-Gehäuse überprüfen. In manchen Fällen kann ein Kartenmalheur vermieden werden, indem eine kurze PCIe-x1- oder PCI-Karte versetzt wird und dadurch Platz für die Grafikkarte geschaffen wird.

Anderer PCI-Slot zur Pannenhilfe

Die Plug&Play-Automatik des Mainboard-Chipsatzes verteilt die benötigten Ressourcen (IRQ, DMA, I/O-Adressen) der PCI-Steckplätze zumeist zuverlässig. In Einzelfällen können aber insbesondere bei etwas älteren Mainboards trotzdem Pannen im Betrieb auftreten, die meist erst unter Windows auffallen, wenn ein Treiber zu einer Komponenten sich nicht funktionstüchtig installieren lässt.

In solchen Fällen ist es oft eine wirksame Pannenhilfe, die Position einer PCI-Erweiterungskarte zu tauschen. Bei den üblichen ein bis drei PCI-Steckplätzen sollte immer eine Alternative möglich sein, die eine andere Ressourcenzuteilung zur Folge hat.

Bei vielen neuen Mainboards hilft dieser Trick allerdings nicht, weil nur noch ein PCI-Steckplatz auf dem Board ist. In diesem Fall hilft nur, eine funktionsgleiche Erweiterungskarte für einen PCIe-x1-Steckplatz zu besorgen.

PC-Durchlüftung mit der Wahl des richtigen Steckplatzes verbessern

Ist ein PC mit einer Grafikkarte anstelle der heute üblichen Onboard-Grafikmodule ausgestattet, sollten Sie nach Möglichkeit einen oder mehrere Steckplätze "unter" dem verwendeten PCIe-x16-Steckplatz frei lassen. Damit verbessern Sie die Durchlüftung rund um die Grafikkarte, die zu den "heißesten" Komponenten zählt. Das gilt ganz besonders, wenn die Grafikkarte nur mit einem passiven Kühlelement ohne aktiven Lüfter ausgestattet ist.

Organisation der Verkabelung optimieren

Wenn es gleichgute Alternativen für den Einbau einer Erweiterungskarte in einen Steckplatz gibt, sollte durchaus auch ein Blick hinter das PC-Gehäuse in die Entscheidungsfindung einbezogen werden. Denn an manche Erweiterungskarten, beispielsweise Soundkarten, werden vielfach mehrere Kabel angeschlossen.

Um die Anschlussbuchsen gut zu erreichen, ist ausreichend Platz ein wünschenswerter Komfortvorteil. Prüfen Sie daher, ob die Anschlüsse rückseitig gut zu erreichen sind oder beispielsweise sich die Antenne einer WiFi/WLAN-Karte in die gewünschte Position ausrichten lässt.

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