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Küchenpraxis: Sollen Sie Einweghandschuhe in der Küche verwenden?

Lesezeit: 2 Minuten Immer öfter werden sie getragen, beim Bäcker, im Supermarkt an der Frischetheke, in Bars und in Restaurants... Einweghandschuhe. Das sieht professionell aus und vor allem hygienisch. Sollen Sie daher solche Einweghandschuhe, die in jeder Drogerie zu haben sind, auch in Ihrer Küche regelmäßig einsetzen? Die Antwort lautet: Jein.

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Küchenpraxis: Sollen Sie Einweghandschuhe in der Küche verwenden?

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Bringen Einweghandschuhe wirklich Hygienevorteile?
Einweghandschuhe bringen keinen wirklichen Gewinn an Hygiene. Das hat ein Forschungsprojekt der Fleischerei-Berufsgenossenschaft (FBG), der Berufsgenossenschaft für den Einzelhandel (BGE) und des Instituts für Arbeitsschutz (BGIA) ergeben. Untersucht wurde die Bakterienbelastung bei der Arbeit an Frischetheken auf verschiedenen Oberflächen– auf der bloßen Hand, auf Einweghandschuhen und auf Lebensmittelattrappen.

Mit Einweghandschuhen arbeiten Sie nicht hygienischer
Bei der Untersuchung konnte kein Unterschied zwischen der Arbeit mit Einweghandschuhen und der Arbeit mit bloßen Händen festgestellt werden. Denn, so zeigte der Versuch, wer Einweghandschuhe benutzte, hat die Lebensmittel eher und öfter mit den Händen berührt. Wer keine trug, griff eher zu einem Hilfsmittel, etwa einer Gabel. Fazit: Einmalhandschuhe bringen keinerlei hygienischen Vorteil.

Einweghandschuhe können zur Gefahr für die Haut werden
Dagegen können Einweghandschuhe die Haut sogar schädigen. Tragen Sie regelmäßig über längere Zeit (mehr als 1 Stunde ist schon zu viel!) Einweghandschuhe, erhöht sich das Risiko einer Hauterkrankung.

  • Einweghandschuhe sind wasserundurchlässig. Die Haut kann nicht atmen, es kommt zum Wärmestau und es bildet sich Feuchtigkeit im Handschuh. Die Haut kann aufquellen, austrocknen, ihre natürliche Schutzschicht wird stellenweise zerstört, Bakterien und andere Erreger können eindringen. Die Folge können langwierige Beschwerden sein.
  • Auch lösen Einweghandschuhen oft Allergien aus, besonders solche, die aus Latex bestehen.

Wann Einweghandschuhe trotzdem sinnvoll sind
Auch wenn Einweghandschuhe nicht zu mehr Hygiene in Ihrer Küche beitragen, bringen sie in bestimmten Situationen dennoch etwas. Sie schützen nämlich Ihre Haut. Das gilt besonders dann, wenn Sie empfindliche Hände haben. Dabei gilt jedoch der Merksatz: So kurz wie möglich und so lang wie nötig. Beispiele, wann Sie Einweghandschuhe in der Küche zum Hautschutz gut einsetzen können:

  • Bei Lebensmittelallergien und Hauterkrankungen (wie beispielsweise Neurodermitis).
  • Beim längeren Umgang mit Wasser (Geschirrspülen, Lebensmittel waschen).
  • Beim Kontakt mit Auftauflüssigkeit, Blut, Fischinnereien, Essig.
  • Beim Schneiden von Obst und Gemüse.
  • Beim Schneiden von Zwiebeln, Lauch und Knoblauch (so verhindern Sie gleichzeitig, dass Ihre Finger den Geruch annehmen).
  • Beim Zerkleinern von Pfeffer und Chilischoten, so dass Sie sich nichts aus Versehen in die Augen reiben können.
  • Bei Verletzungen an den Händen (z. B. Schnittwunden).

Aus welchem Material sollten Einweghandschuhe bestehen?
In der Regel werden Einweghandschuhe aus Latex, Nitrilkautschuk und Vinyl angeboten.

  • Am besten geeignet sind Einweghandschuhe aus Nitrilkautschuk. Sie sind nicht nur die günstigsten, sondern besitzen obendrein eine sehr hohe Öl- und Fettbeständigkeit. Deshalb kann praktisch kein Handschuhmaterial beim Kontakt mit Lebensmitteln in diese übergehen. Außerdem lösen sie keine Allergien aus.
  • Latexhandschuhe sind zwar sehr geschmeidig – mit ihnen lässt sich gut und präzise arbeiten. Allerdings können sie Allergien auf der Hand auslösen. Latex-Allergien sind weit verbreitet. Auch besteht die Gefahr, dass Latexpartikel durch Fetteinwirkung in die Nahrung gelangen und dann nach dem Essen zu allergischen Reaktionen im Körper führen.
  • Tabu sind auf jeden Fall gepuderte Latexhandschuhe. Der Puder gelangt beim Zubereiten in die Speisen. Solche Handschuhe sind deshalb in der Gastronomie verboten.
  • Nicht verwenden sollten Sie auch Handschuhe aus Vinyl. Sie enthalten bis zu 45% Weichmacher, die schnell durch Kontakt mit Fetten aller Art gelöst werden und in Lebensmittel übergehen.

Wichtig: Verwenden Sie keine Einweghandschuhe zum Reinigen!
Einweghandschuhe, gleich aus welchem Material, sind dafür zu dünn und nicht widerstandsfähig gegen scharfe Reinigungs- und Desinfektionsmittel. Sie können sich auflösen. Verwenden Sie daher zum Putzen nur Handschuhe, die vor Chemikalien schützen. Das steht dann auf der Verpackung.

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