Pflege

So verhalten Sie sich richtig bei Noroviren im Pflegeheim

So verhalten Sie sich richtig bei Noroviren im Pflegeheim
geschrieben von Michael Thomsen

Infektionen mit Noroviren sind vor allem in den Wintermonaten gefürchtet. Hygiene steht ganz weit oben auf der To-do-Liste. Wenn sich ein Verdachtsfall ergibt, sind die Pflegeheime in besonderer Weise zu wirksamen Gegenmaßnahmen herausgefordert. Angefangen bei der Meldepflicht gegenüber dem Gesundheitsamt bis hin zu gut funktionierenden Hygieneplänen haben sich die folgenden Maßnahmen bewährt.

Im November ist es meist soweit: Besonders alte Menschen sind für eine Infektion mit Noroviren anfällig. In den Monaten November bis März ist die Gefahr Ansteckung zehnfach erhöht und extrem hoch.

Krankheitszeichen für einen Infektion mit dem Norovirus

  • Akut beginnendes Erbrechen und starke Durchfälle (führen zu einem erheblichen Flüssigkeitsdefizit)
  • In der Regel besteht ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl mit Bauchschmerzen, Übelkeit, Kopfschmerzen und Mattigkeit.
  • Die Temperaturen können etwas erhöht sein, jedoch kommt es meist nicht zu hohem Fieber.
  • Wenn keine begleitenden Grunderkrankungen vorliegen, bestehen die klinischen Symptome etwa 12 bis maximal 72 Stunden.
  • Die Krankheit kann auch leichtere oder asymptomatische Verläufe aufweisen.

Noroviren sind weltweit verbreitet und überstehen Temperaturschwankungen von −20 bis +60 Celsius. Sie zeigten ihre „Überlebensfähigkeit“ auf einem kontaminierten Teppich noch nach zwölf Tagen. Mit einem Ausbruch ist jederzeit zu rechnen. Zum Schutz der Bewohner, Besucher und des Personals vor einer Infektion sollten Hygienevorschriften strikt eingehalten werden.

Bei Ausbruch der Erkrankung werden folgende Maßnahmen empfohlen

NachweisBei Vermutung Stuhlprobe über den Hausarzt organisieren!
Spezielle Labordiagnostik erforderlich.
MeldepflichtEs besteht eine Meldepflicht, wenn erkrankte Mitarbeiter im Lebensmittelbereich tätig sind (nach § 42 IfSG).
Oder wenn zwei oder mehr Bewohner gleichzeitig in unmittelbarer räumlicher Nähe erkrankt sind.
Verhinderung der ÜbertragungDurch ausreichenden Händehygiene!
Vermeidung von fäkal-oraler Übertragung (auch durch Lebensmittel, Trinkwasser, etc.)
Verhinderung durch evtl. Tröpfcheninfektion bei Erbrechen durch Tragen von Mundschutz
Handschuhe tragen
  • bei Kontakt mit Ausscheidungen
  • bei Kontakt mit den üblichen Handkontaktflächen des Bewohners
  • bei der Ganzkörperpflege
  • bei Wäschewechsel, Betten machen, etc.
SchutzkittelBei direktem Bewohner-Kontakt (Grundpflege, Verbandswechsel, Untersuchungen, etc.) muss ein Schutzkittel getragen werden.
MundschutzWenn die Gefahr der Tröpfcheninfektion besteht z. B. Erbrechen.
IsolierungBettruhe in der akuten Erkrankungsphase!
Wenn möglich, soll der Bewohner möglichst 48 Stunden in seinem Zimmer bleiben.

Weitere Maßnahmen

Medizinische Geräte (Hilfsgeräte, Blutdruckgeräte, Lifter, etc.)Wischdesinfektion mit einem Flächendesinfektionsmittel nach jeder Benutzung (in Absprache mit Hygienebeauftragtem) Desinfektionsmittel nach hauseigenem Hygieneplan
AbfälleDie Abfälle werden im Zimmer in einen kleinen Abfallbeutel gegeben und dieser wird dicht verschlossen.
Entsorgung als üblicher Abfall (kein infektiöser Abfall)
WäscheKontaminierte Wäsche zunächst in einen Wäschesack geben und diesen dann in einen Plastiksack zur Wäscherei geben.
ToilettenBewohnertoilette oder bewohnerbezogener Toilettenstuhl:
Wischdesinfektion nach Benutzung

Anforderung des notwendigen Mittels über Hygienebeauftragte.

Bei Reinigung im Steckbeckenautomaten soll anschließend das Desinfektionsprogramm nochmals gestartet werden (Leercharge).

Laufende Desinfektion / Unterhaltsreinigung:Tägliche Wischdesinfektion (7 Tage) mit einem Flächendesinfektionsmittel

Desinfektionsmittel wird in das Zimmer gestellt.

Anforderung s. o. Info an Reinigungsdienst
Unterweisung Reinigungsdienst durch Hygienebeauftragte Türklinken/Handläufe

MitarbeiterStrengste Händehygiene!
Bei Krankheitszeichen sofort Meldung an Pflegedienstleitung.
Kontakte minimieren.
BesucherBesucher müssen über den Übertragungsweg informiert werden.
Gute Händedesinfektion nach Verlassen des Zimmers. Desinfektionsflache bereitstellen.

Bildnachweis: Kirill Gorlov / stock.adobe.com

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