Selbstmotivation

Wenn wir unsere Vorhaben nicht umsetzen

Wenn wir unsere Vorhaben nicht umsetzen
geschrieben von Verena Heinzerling

Sicherlich kennen Sie das, Sie haben sich etwas vorgenommen, vielleicht sich mehr zu bewegen oder den Keller zu entrümpeln, das Bad neu zu streichen, mehr mit der Familie oder mit Freunden zu unternehmen, das Rauchen aufzuhören und in Ihrer Freizeit weniger Zeit am Computer zu verbringen. Aber das ist schon Wochen oder Monate her und Sie sind bisher noch nicht in die Gänge gekommen. Was tun?

Woran liegt es, wenn wir manche gesetzten Ziele und Vorhaben nicht in Angriff nehmen, obwohl sie gut für unsere Gesundheit wären und sich positiv auf unser Wohlbefinden auswirken würden? Es kann an mehreren Faktoren liegen, entweder ist unsere Motivation zu gering, weil es sich nicht wirklich um unser eigenes Ziel, sondern ein von außen vorgegebenes Vorhaben handelt oder ganz einfach, das Vorhaben und sein Ergebnis ist uns nicht wirklich wichtig genug.

Wenn uns also die Motivation fehlt, können wir uns fragen: „Ist mir dieses Ziel die Anstrengung wert? Ist es wirklich meins oder glaube ich nur, dass ich das erreichen will, weil das alle wollen oder weil mein/e Partner/in es sich von mir wünscht?“

Nicht nur Motivationsmangel hindert uns daran, ein Ziel umzusetzen

Manchmal gibt es aber auch gute „innere“ bzw. „unbewusste“ Gründe, die gegen ein Vorhaben sprechen. Ziele und deren Erfüllung bringen immer Veränderung mit sich und manchmal wird dieser veränderte Zustand unbewusst – als nicht mit der Ökologie unseres Lebens vereinbar – wahrgenommen.

Zum Beispiel wünscht sich Herr Muster sehnlichst zum Abteilungsleiter befördert zu werden und er hat auch sehr gute Chancen dazu – die Geschäftsleitung würde sich sogar sehr freuen, wenn Herr Muster sich intern für den Posten bewerben würde. Also beste Voraussetzungen. Doch Herr Muster setzt sich nicht hin und schreibt seine Bewerbung für den Job als Abteilungsleiter, stattdessen findet er viele andere wichtige Beschäftigungen. Und das, obwohl mehr Gehalt und Status locken.

Der neue Posten würde bedeuten, dass Herr Muster mit Sicherheit mehr Zeit im Betrieb verbringen müsste, schließlich wäre er für die Abteilung verantwortlich und dafür, dass alles rund läuft. Die Verantwortung und die Mehrarbeit würden ihm nichts ausmachen, ganz im Gegenteil, es würde ihn reizen und er würde sich gerne dafür engagieren.

Aber er ist vor 3 Wochen zum dritten Mal Vater geworden und seine Frau hat alle Hände voll zu tun. Was würde sie sagen, wenn er sie noch weniger unterstützen könnte? Wie würde sich das auf ihre Beziehung auswirken? Außerdem möchte er so viel Zeit wie möglich mit dem Baby und den anderen Kindern verbringen. Sein eigener Vater hatte nie Zeit für ihn und er hat sich geschworen, wenn er einmal Vater ist, immer für seine Kinder da zu sein und viel mit ihnen gemeinsam zu unternehmen.

Am Beispiel von Herrn Muster können wir erkennen, dass wir uns einerseits bestimmte Dinge wünschen, aber deren Erreichen unser Leben so verändern könnte, dass wir unbewusst „NEIN“ dazu sagen. Das heißt, wenn uns die Motivation zum Umsetzen unseres Ziels fehlt, kann es auch daran liegen, dass es mit anderen Zielen kollidiert oder einfach nicht in die Ökologie unseres Lebens passt. In solchen Fällen sollten wir unser Ziel bzw. Vorhaben neu justieren, bis es für uns vorstellbar wird. Oder wir müssen uns entscheiden.

Möglicherweise wünschen wir uns das Ziel von ganzem Herzen, doch können gleichzeitig nicht daran glauben, es wirklich auch zu erreichen bzw. zu schaffen. – Die Aussicht auf eine Niederlage hemmt uns bereits, überhaupt den ersten Schritt zu tun. Immer dann, wenn das bekannte „ABER“ auftaucht oder solche Sätze wie, „Das geht doch nicht“, „Das ist nicht erlaubt“ sind es unsere Gedanken, unsere Glaubenssätze, Annahmen, Bewertungen und übernommenen Lebensregeln, die uns an der Umsetzung hindern. Innere Gedankenmuster sind die häufigste Ursache dafür, dass wir unsere Vorhaben erst gar nicht beginnen.

Hilfreiche Fragen könnten in solchen Situationen sein z. B. sein:

  • Was wäre das Schlimmste, was passieren könnte, wenn ich…? Damit decken Sie Ihre dahinterliegenden Ängste auf und können deren Wahrscheinlichkeit und Realität prüfen.
  • Wer würde ich sein, wenn ich mein Ziel erreicht habe?
  • Wie müsste ich sein, was müsste ich tun, um mein Ziel zu erreichen?
  • Ist der Preis, den ich dafür zahlen müsste, passend?
  • Welchen Gewinn habe ich, wenn alles so bleibt wie es ist?
  • Wie würden das andere Menschen beurteilen? Könnten das andere Menschen anders sehen?
  • Gibt es Ausnahmen von meiner Regel, welche wären das?

Eine gute Möglichkeit, die eigenen Bremsen zu erkennen, ist auch, sich vorzustellen, man hätte das Ziel bereits erreicht. Erleben Sie Ihr Ziel mit allen Sinnen. Wie fühlen Sie sich, wenn Sie Ihr Ziel erreicht haben? Wo sind Sie? Wer ist bei Ihnen? Was tun Sie dort? Wie sind Sie dahin gekommen? Was haben Sie dafür bezahlt?

Das kann sehr aufschlussreich sein – aber es kann auch motivieren, das Ziel nun doch anzugehen und zu verwirklichen – Denn Ziele sind unsere größten Motivationsquellen im Leben.

Bildnachweis: kanatisr / stock.adobe.com

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Verena Heinzerling