Infrastrukturinvestments: Auch etwas für Privatanleger?

Infrastrukturinvestments: Auch etwas für Privatanleger?

Die Infrastruktur in Deutschland ist mittlerweile zu einem echten Problem geworden, da marode Straßen und Brücken die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer massiv gefährden. Die Ansätze der Regierung, diesem Problem mit der Einführung einer Maut beizukommen, wurden von der EU zunächst auf Eis gelegt.

Aus diesem Grund sind Infrastrukturinvestments zu einer Idee geworden, die sich durchaus einer gewissen Popularität erfreuen. Ob diese Infrastrukturinvestments allerdings für private Anleger eine gute Anlageform sind sei dahingestellt, da nicht nur gute Erträge möglich sind sondern vielmehr auch gewisse Risiken bestehen.

Im Grunde genommen ein florierender Markt

Jeder Mensch, der sich im Straßenverkehr schon einmal über Baustellen auf der Autobahn geärgert hat oder einen Umweg fahren musste, da eine Brücke saniert werden musste, wird das Problem des Bundes und der Länder auf den ersten Blick bemerken. Defekte Brücken können zu einem echten Ärgernis werden. Berufspendler sind gezwungen weite Umwege zu fahren und haben naturgemäß einen höheren Benzin- als auch Zeitaufwand.

Laut Ansicht der Experten beträgt das Investitionsloch, das die öffentliche Hand derzeitig plagt, über 90 Milliarden Euro. Sowohl Kindertagesstätten als auch Schulen und Straßen werden für gewöhnlich über die Kommunen finanziert, die jedoch bei Weitem keine ausreichenden Mittel dafür zur Verfügung gestellt bekommen. Die Privatwirtschaft soll daher als Geldgeber in Form von Infrastrukturinvestments einspringen und werden mit einer guten Rendite gelockt, was auf den ersten Blick nach einer profitablen Situation für beide Seiten klingt.

Die Probleme mit den Infrastrukturinvestments

Der erste Eindruck ist durchaus verlockend und auch der Grund der Einführung erscheint nachvollziehbar. Das Problem ist lediglich, dass diese Investmentform einige Schwächen hat und dass dieses Fondsmodell als äußerst umstritten gilt. In der jüngeren Vergangenheit gibt es ein sehr gutes Beispiel dafür, wie ein derartiges Fondsmodell grandios scheitern kann, da die Idee der Infrastrukturinvestments bereits im Rahmen der Energiewende auftrat.

Die Anleihen des Netzbetreibers floppten jedoch gnadenlos, obgleich den Anlegern Renditen über fünf Prozent versprochen wurden. Das gleiche Prinzip gilt nun auch für die Infrastrukturinvestments für das Straßenverkehrsnetz, weswegen sich Politiker äußerst skeptisch äußern. Zum einen dürfen die Anleger weder über die Projekte mitentscheiden, welche über die Infrastrukturinvestments finanziert werden, und zum anderen ist das Risiko der Kosten nur schwerlich abschätzbar.

Wer sich jedoch eingängig mit der Materie Bürgerfonds etc. auseinandergesetzt hat, wird wissen, wie wichtig die Abschätzung der Risiken für die Wirtschaftlichkeit eines Fonds ist.

Ein weiterer Aspekt, der bei den Infrastrukturinvestments berücksichtigt werden sollte, ist die Langfristigkeit der Projekte. Die Anlagen werden nicht an der Börse gehandelt, so dass sie nicht schnell weiter veräußert werden können. Die Geldanlage ist somit für einen unbestimmten Zeitraum festgelegt und kann nicht jederzeit gehandelt werden. Die Banken indes haben den Trend bereits bemerkt und statten den Markt mit immer neuen Fonds aus.

Für private Anleger ist der Indexfonds indes noch immer die beste Form der Beteiligung, da dieses Modell sehr unkompliziert und zudem transparent ist. Durch die Listung global agierender Infrastrukturunternehmen werden Indizes nachgebildet, die jedoch ebenfalls nicht risikolos sind. Das vergangene Jahr zeigt deutlich, dass Anleger lediglich eine Rendite von durchschnittlich 1,6 Prozent erhielten, während das Jahr zuvor noch Renditen von über zwölf Prozent einbrachte.

Somit können Infrastrukturinvestments ebenso volatil sein, wie es in anderen Investmentbereichen auch der Fall ist. Grundsätzlich ist es eine gute Sache in öffentliche Infrastrukturen zu investieren, jedoch sollte sich jeder Anleger bewusst werden, dass dies aus Gründen der allgemeinen Verbesserung geschieht und der reine Profitgedanke in den Hintergrund rückt.

Veröffentlicht am 21. August 2015