Aktien & Börse

Aktienanalyse leicht gemacht: Die Eigenkapitalquote (EKQ)

Im Rahmen der Themenreihe “Aktien-Analyse leicht gemacht“ wird Ihnen hier die Eigenkapitalquote erklärt. Diese Bewertungskennzahl gibt einen guten Überblick über die finanzielle Stabilität eines Unternehmens. Auch wenn diese Kennzahl vom aktuellen Börsenkurs der Aktie losgelöst ist, bedeutet das nicht, dass die Betrachtung minder wichtig ist.

Bei der Berechnung der Eigenkapitalquote (EKQ) wird das Eigenkapital eines Unternehmens ins Verhältnis zur Bilanzsumme gesetzt. Das Ergebnis ist eine Prozentzahl und zeigt den Anteil des Eigenkapitals an der Bilanzsumme. Beispiel: Die Müller AG besitzt Eigenkapital in Höhe von 250 Mio. Euro. Die Bilanzsumme liegt bei 500 Mio. Euro. Daraus errechnet sich eine EKQ von 50% (250/500).

Je höher die EKQ, desto finanziell unabhängiger ist ein Unternehmen. Als Faustformel für Unternehmen, die nicht dem Finanzsektor zuzurechnen sind, gilt: Eine Quote von 30% und mehr steht für eine finanzielle Stabilität, während bei einer EKQ unter 20% die Finanzlage des Unternehmens bereits stark angespannt sein kann.

Besonders in Krisenzeiten ist eine hohe Eigenkapitalquote wichtig
Eine hohe Eigenkapitalquote zeigt aber nicht nur die finanzielle Stabilität eines Unternehmens an. Denn: Besitzt ein Unternehmen einen hohen Anteil an Eigenkapital und somit wenig Fremdkapital (Schulden), wird der Gewinn weniger durch Schuldzinsen belastet. Das kann insbesondere in Krisenzeiten sehr wichtig werden. Da die EKQ die finanzielle Stabilität eines Unternehmens widerspiegelt, ist es für Unternehmen mit hoher EKQ einfacher, in der Krise neues Fremdkapital aufzunehmen.

Der Zinssatz ist dabei für Unternehmen mit hoher Quote niedriger als bei hoch verschuldeten Unternehmen. Wenn aufgrund der allgemeinen wirtschaftlichen Lage die Gewinne niedrig ausfallen, kann eine hohe Zinslast den verbleibenden Gewinn "auffressen" und eventuell zu neuen Schulden führen. Das gefährdet die finanzielle Stabilität des Unternehmens noch weiter. Speziell in konjunkturell schlechten Jahren ist eine hohe EKQ daher sehr wichtig.

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Rolf Morrien