Jetzt wird es Ernst: Ihr Sparerfreibetrag halbiert sich – So reagieren Sie richtig!

Das erste Halbjahr 2006 war für Deutschlands Steuerzahler alles andere als erfreulich. Erst kürzlich wurden viele zusätzliche Ausgaben auf uns abgewälzt. Bereits im Mai hatte die Bundesregierung endgültig beschlossen, dass der Sparerfreibetrag vom nächsten Jahr an halbiert wird. Die Anleger müssen von ihren Zinsen somit einen größeren Teil an den Fiskus abgeben. Doch es gibt auch Möglichkeiten, sich ganz legal dagegen zu wehren.

Die Ausgangslage: Wer Zinsen und Dividenden kassiert, muss diese Kapitaleinkünfte versteuern. Davon kann aber jeder Anleger den Sparerfreibetrag abziehen, wenn er für seine Konten und Depots einen Freistellungsauftrag erteilt. Bis Ende dieses Jahres beläuft sich der Freibetrag auf 1.370 € für Ledige und 2.740 € für Verheiratete, plus 51 € Werbungskostenpauschale pro Person.
Doch von 2007 an sinkt der Sparerfreibetrag dafür auf 750 und 1.500 € plus Werbungskosten.
Bislang kann ein Anleger laut der Modellrechnung bei 3 % Zinsen immerhin 47.367 € investieren, ohne auf seine Kapitaleinkünfte Steuern zahlen zu müssen. Im nächsten Jahr geht dies nur noch bis zu einer Summe von 26.700 €. Bei einer durchschnittlichen Verzinsung von 4 % könnte der Fiskus sogar ab einer Anlagesumme von 20.025 € (bisher 35.525 €) zugreifen. Die 51 € Werbungskosten sind dabei jeweils berücksichtigt. Für Verheiratete verdoppeln sich hier die steuerfreien Summen.

Reagieren Sie frühzeitig!
Haben Sie nur einen Auftrag erteilt, müssen Sie gar nichts tun. Die Bank wird die angekreuzte Höchstsumme von sich aus anpassen. Liegen mehrere Aufträge bei verschiedenen Banken vor, sind sie so zu ändern, dass die neue Obergrenze eingehalten wird.

Wer dies versäumt und insgesamt Zinseinnahmen oberhalb der Höchstgrenze freigestellt hat, kann bei Kontrollen des Bundesamtes für Finanzen auffliegen. Das Finanzamt bekommt die Daten und wird unangenehme Fragen stellen.

Zweckmäßig ist es, schon jetzt die Kapitaleinkünfte für die nächsten Jahre hoch zu rechnen. So sehen Sie, ob und in welcher Höhe der neue Sparerefreibetrag überschritten wird. Danach sollte sich auch die Anlagestrategie richten, ob zum Beispiel noch Platz für neue Anleihen ist. Anleger mit langfristig verzinslichen Wertpapieren, deren Zinsen am Laufzeitende auf einen Schlag fällig werden, tappen von 2007 an leichter in die Falle.

Veröffentlicht am 14. Juli 2006