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Meinungsunterschiede: Wenn wir miteinander „chinesisch“ sprechen

Lesezeit: 3 Minuten Obwohl wir im täglichen Miteinander meinen, dass wir die gleiche Sprache sprechen, gibt es immer mehr Missverständnisse. Das Aneinander-Vorbei-Reden müsste nicht sein, wenn Sie die folgenden Grundregeln der Kommunikation kennen und beachten. Hier erhalten Sie den Schlüssel der Sprache der Wahrnehmungen und Auswirkungen im Alltag.

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Meinungsunterschiede: Wenn wir miteinander „chinesisch“ sprechen

Lesezeit: 3 Minuten

Unsere fünf Sinne bestimmen unsere Wahrnehmungen. Daher nehmen wir über sehen, hören, fühlen und berühren, schmecken und riechen unsere Umwelt unterschiedlich wahr.

Aus der Lernpsychologie ist bekannt, dass es verschiedene Lerntypen gibt, die sich aus den vorgenannten Wahrnehmungen aufbauen. Das bedeutet, dass bei jedem Menschen die fünf Sinne verschieden ausgeprägt sind. Und genau hier liegt die große Gefahr für die täglichen Missverständnisse. Aus unseren fünf Sinnen sind drei Wahrnehmungsgruppen mit ihren verschiedenen Verständigungs­sprachen herausgebildet worden.

Hier erfahren Sie die drei Hauptwahrnehmungssinne, wie diese in der Verständigungssprache umgesetzt werden:

Augen-Menschen benutzen eine Augensprache

  • Sie bevorzugen die folgenden Augensprache-Wörter: schwarz sehen,
    grünes/rotes Licht haben, blauen Dunst vormachen, betrübt sein,
    scheinheilig sein, schlechte Aussichten haben, keinen Überblick haben,
    mir geht ein Licht auf, klar sehen, jemandem die Augen öffnen, Einblick
    gewähren, etwas einsehen…
  • Wie kann ich einen Augen-Menschen entlarven? Augenmenschen sind
    unheimlich flink. Sie sprechen schnell und erwarten auch, dass man mit
    ihnen schnell spricht. Ihnen wird rasch langweilig, überhaupt, wenn man
    ihnen nichts zum Schauen gibt. Sie erwarten Bewegung, wollen meistens
    auch etwas bewegen, reagieren auf Kontraste. Hübsche Prospekte und
    farbige Bilder – auch verbale – sind wichtiger als lange Gespräche, drei
    Faxe bringen mehr als die gleiche Information mündlich.

Fazit: Augen-Menschen wollen also sehen, betrachten und erkennen.

Ohren-Menschen benutzen eine Hörsprache

  • Sie bevorzugen die folgenden Ohrensprache-Wörter: Gehör schenken, überhören, ein offenes Ohr haben, etwas zur Sprache bringen, Missklänge, Missverständnis, nicht zu Wort kommen, wortkarg sein, Ausreden gebrauchen, anrufen, sich verabreden, Zugeständnisse machen, einverstanden sein…
  • Wie kann ich einen Ohren-Menschen entlarven? Ohren-Menschen sind etwas bedächtiger. Sie lauschen nicht nur darauf, was man sagt, sondern wie man es sagt. Hier stimmt der Spruch "Der Ton macht die Musik". Ohren-Menschen horchen genau auf dünnes Piepsen; und sie sind empfänglich für Rhythmen aller Art; nicht nur im Sprechen, sondern ein regelmäßiger Rhythmus von Anrufen, von Kontakten. Zusagen machen – Wort halten, das ist ihre Devise.

Fazit: Ein Ohren-Mensch will hören und verstehen!

Körper- bzw. Gefühlsmenschen benutzen eine Fühlsprache

  • Sie bevorzugen die folgenden Körper- und Gefühls-Wörter: aus der Rolle fallen, mit der Tür ins Haus fallen, nach jemandes Pfeife tanzen, am gleichen Strang ziehen, Standpunkt, standfest/standhaft sein, sich zurückhalten, hochgehen, toben, aufbrausen, Spannungen, sticheln, Rückschläge, jemandem beistehen…
  • Wie kann ich einen Körper-Menschen entlarven? Körper-Menschen benötigen noch mehr Zeit. Sie sind meistens gemütliche Zeitgenossen, manchmal brummig bis bärbeißig und immer empfindlich, wenn man sie unter Druck setzt. Sie wollen Strukturen erfassen, brauchen also etwas zum Greifen, Anschauungsmaterial, Produktmuster, nicht bloß Prospekte. Man muss ihnen die Informationen oft aus der Nase ziehen, wollen sich mit einer Sache oder einer Entscheidung wohl fühlen. Das Gefühl, das so ein Gespräch vermittelt, ist entscheidender als der konkrete Inhalt.

Fazit: Körper-Menschen wollen spüren und begreifen!

Zusammenfassung:

  • Augen-Menschen sprechen in Augensprache
  • Ohren-Menschen sprechen in Hörsprache
  • Körper-Menschen sprechen in der Fühlsprache

Ein Beispiel: Ein Gespräch aus einem typischen Berufsalltag. Achten Sie bitte auf die fett gedruckten Wörter. Daran erkennen Sie, wie Kunde und Verkäufer unterschiedliche Sprachen sprechen und sich dadurch auch kein Verkaufsabschluss ergeben kann?

Berater: Schauen Sie sich doch nur den Preis an! Sie werden sehen, Sie sparen dadurch sehr viel Geld.

Kundin: Ja, ich habe das Gefühl, einige Ihrer Argumente haben Hand und Fuß.  Aber trotzdem scheint mir die Sache noch auf wackeligen Beinen zu stehen.

Berater: Sie sind nur dieser Ansicht, weil Sie nicht ganz im Bilde sind. Ich weiß, von Ihrem Blickwinkel aus, sieht das Ganze ein wenig unklar aus, aber lassen Sie mich Ihnen zeigen, was meine Gesellschaft für Sie tun kann. Richten Sie bitte Ihr Augenmerk doch auf die Einsparungen.

Kundin: Aber das Fundament unserer Gesellschaft basiert auf Investoren, denen ich Rechenschaft schuldig bin. Ich glaube, ich sollte meinen Auftrag noch etwas zurückhalten. Wir haben keine Eile. Wenn Ihr Vorschlag hieb- und stichfest ist, setzen Sie sich wieder mit mir in Verbindung.

Der Verkäufer spricht in der Augensprache und die Kundin spricht in der Körper- und Fühlsprache. Sie reden sprichwörtlich aneinander vorbei. Und keiner der beiden hat verstanden, was der andere überhaupt wirklich meint und will.

Nur durch bewusstes Beobachten können Sie…

  1. an sich selbst herausfinden, ob Sie ein Augen-, Ohren- oder Fühl-Mensch sind und
  2. welcher Wahrnehmungs- und Sprachen-Typ Ihr Gegenüber ist.

Die oben genannten Informationen werden Ihnen helfen somit Konflikten und Missverständnissen vorbeugen zu können. Ich wünsche Ihnen viel Spaß und viele Erfolgserlebnisse.

Ihre

Monika Harder

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