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In den Augen steht’s geschrieben: Flunkern oder nicht flunkern!

Lesezeit: 4 Minuten Auge um Auge, Zahn um Zahn. Wem kann man heute denn noch trauen? Wer versucht, seine Ziele durch Flunkern zu erreichen? Hier erfahren Sie, wie Sie an den Augen erkennen können, ob Ihr Gegenüber flunkert oder nicht.

4 min Lesezeit
In den Augen steht's geschrieben: Flunkern oder nicht flunkern!

In den Augen steht’s geschrieben: Flunkern oder nicht flunkern!

Lesezeit: 4 Minuten

Augen zeigen, ob jemand flunkert

Kleine Kinder sind noch ganz leicht zu ertappen, wenn sie lügen. Mama sieht es ihrem Sprössling sofort an, wenn Sohnemann schummelt. Sobald ein Kind schummelt, kann es einem nicht lange direkt in die Augen schauen.

Wir Großen sind da schon etwas geübter. Trotz alledem können wir an den Augen erkennen, ob unser Gegenüber flunkert oder nicht. Im Verkauf, Beratung oder im sozialen Bereich wäre es gut, Schummler und Flunkerer, mit der Augenstellung entlarven zu können.  

Jeder, der NLP (= neurolinguistisches Programmieren) lernt, kann in einem Gespräch anhand der Augenstellung erkennen, welche inneren Prozesse bei uns aktiviert werden.

Augenstellung „oben links“

Bei den folgenden Fragen werden Sie feststellen, dass Ihr Gesprächspartner seine eigenen Augen nach oben links richtet.

  • Welche Farbe hat Ihre Haustür?
  • Welche Farbe ist bei der Verkehrsampel oben?
  • Welche Farbe hat Ihr Lieblingspullover?

Sie werden feststellen, dass Ihr Gegenüber – oft nur in Sekundenbruchteilen – seine Augen nach oben links richtet. Augenstellung oben links (sehen + Vergangenheit) = Die Person sieht innere Bilder von Situationen oder Dingen, an die sie sich erinnert, ein Erlebnis hat etc. das bereits geschehen ist.

Augenstellung „oben rechts“

Bei den folgenden Fragen werden Sie feststellen, dass Ihr Gesprächspartner seine Augen nach oben rechts dreht.  

  • Wie sieht Ihr Büro aus, wenn Sie den Schreibtisch in eine andere Ecke stellen?
  • Stellen Sie sich vor, Sie würden mit einer Mohrrübe einen Brief schreiben.
  • Wie würde Ihr Auto aussehen, wenn es die Farbe schweinchenrosa hätte?

Sie werden feststellen, dass Ihr Gegenüber seine Augen nach oben rechts richtet. Augenstellung oben rechts (sehen + Zukunft) = Die Person konstruiert Bilder von Situationen oder Dingen, die noch nicht geschehen sind.

Augenstellung „horizontal links“

Bei den folgenden Fragen werden Sie feststellen, dass die Augen horizontal (also in Höhe der Ohren) nach links gerichtet sind.

  • Welches Musikstück hören Sie am liebsten?
  • Was für einen Klingelton hat Ihr Handy?
  • Können Sie das letzte Vogelgezwitscher bei Tagesanbruch hören?  

Augenstellung horizontal links (hören + Vergangenheit) = Die Person erinnert sich an etwas, das sie schon einmal gehört hat.

Augenstellung „horizontal rechts“

Bei den folgenden Fragen, werden Sie feststellen, dass die Augen horizontal (also in Ohrhöhe) nach rechts gerichtet werden.

  • Wie würde sich der Schrei einer Karotte anhören, die geraspelt wird?
  • Versuchen Sie einmal in Gedanken das Gras wachsen zu hören?
  • Wie würde es sich anhören, wenn ich jetzt wie eine Sirene losheulen würde?

Augenstellung horizontal rechts (hören + Zukunft) = Die Person konstruiert Geräusche, Stimmen und Klänge, die noch nicht geschehen sind.

Augenstellung „unten links“

Bei den folgenden Fragen werden Sie feststellen, dass die Augen nach unten links wandern.

  • Welchen Tonfall haben Sie, wenn Sie zu sich selbst sprechen?
  • Summen Sie im Stillen bitte ein Kinderlied.
  • Wenn Sie mit sich selbst sprechen, woher kommt dann der Klang Ihrer Stimme?

Augenstellung nach links unten (innerer Dialog) = Die Person spricht mit sich selbst oder hört Stimmen, die diskutieren was sie tun soll.

Augenstellung „unten rechts“

Bei den folgenden Fragen werden Sie feststellen, dass die Augen nach unten rechts gerichtet sind.

  • Wie fühlen Sie sich nach einem guten Essen?
  • Wie fühlt sich das an, wenn Sie eine Katze streicheln?
  • Wie fühlt es sich an, wenn Sie nasse Socken anziehen?

Augenstellung nach rechts unten (Körpergefühl) = Die Person fühlt ein Körpergefühl oder eine Emotion.

Augenstellung „Mitte“

Vorsicht, bei Augen, die gerade aus fokussiert ins Leere starren! Jetzt ist die Person wie in einem Trance-Zustand! Sie sieht innere Bilder von Situationen oder Dingen, an die sie sich erinnert, bzw. an ein Erlebnis etc. das bereits geschehen ist. Oder ist in tiefen Selbstgesprächen versunken und nimmt damit seine Außenwelt nicht mehr wahr.

Augenstellung mittig fokussiert (Trance-Zustand) = Die Person sieht innere Bilder von Situationen oder Dingen, an die sie sich erinnert, ein Erlebnis etc. – steht dabei auch in Trance – ist also nicht ansprechbar oder hört einfach nicht, was gerade gesagt wird.

Wichtig bei Linkshändern

Bei Linkshändern sind die oben genannten Angaben dann seitenverkehrt. Also wenn Rechts „konstruierte Zukunft“ ist, dann ist beim Linkshänder die „konstruierte Zukunft“ Augenstellung links. Dies gilt jedoch dann einheitlich für alle Augenstellungen.

Was haben die Augenstellungen nun mit Flunkern & Co. zu tun?

Einmal angenommen, Sie sind Personalchef und fragen den Bewerber z. B. bei einer freien Stelle im Vertrieb: „Haben Sie Ihr vorgegebenes Umsatzziel im Vorjahr erreicht?“ Und der Bewerber sagt Ihnen ganz selbstbewusst: „Ja, ich habe mein Umsatzziel sogar mit 25 % überschritten.“ Und wenn er dabei kurz nach rechts oben schaut (= er sieht/konstruiert sich etwas in der Zukunft zusammen), dann können Sie davon ausgehen, dass er sich etwas zusammen schummelt.

Natürlich haben Sie als Personalchef vorher mit einer gezielten Fragestellung heraus bekommen, ob er Rechts- oder Linkshänder ist. Um nicht ins „Schubladen-Denken“ zu kommen, empfehle ich Ihnen, sich mit weiteren gezielten Fragestellungen sich Ihre Schummel-Vermutung zu bestätigen.

Sie kennen folgende Stresssituationen im Business-Alltag: Sie delegieren eine Arbeit und Ihr Mitarbeiter führt diese falsch aus, hätten Sie dies leicht mit einer genauen Beobachtung der Augenstellung vermeiden können. Wenn Ihr Mitarbeiter nämlich bei Ihrer Anweisung einen starren Blick (fast wie ins Leere) geradeaus hat, dann können Sie davon ausgehen, dass er Ihnen nicht richtig zugehört hat. Oft fragen wir dann kurz: „Hast du mich verstanden?“ und der andere nickt und sagt „Ja“.

Sie haben jedoch jetzt gelernt, dass beim Geradeaus-Blick Menschen in einer inneren Trance sind und mit sich alleine beschäftigt sind. Wenn Sie also nicht ganz sicher sind, ob Ihr Gegenüber Ihre Anweisung auch wirklich richtig vernommen hat, fragen Sie doch einfach einmal: „Kannst du mir bitte kurz sagen, was du verstanden hast und was du nun tun wirst?“

Somit können Sie leidige „aneinander vorbeireden“ endlich abschalten und nachher nicht behaupten, dass der/die Sie nur ärgern wollte oder beschummeln wollte.

Augenstellungen für den Alltag üben

  • Um die Augenstellungen richtig zu üben und beobachten zu können, können Sie das gut mit Kindern üben. Kids haben noch kein „Pokerface“ und ihre Reaktionen sind natürlich und ungetrübt.
  • Ebenso können Sie die Augenstellungen im TV bei politischen Reden oder Talk-Shows ganz gut üben. Da werden Sie oft feststellen, dass hier und da richtig „geflunkert“ wird und die Augen das verraten.

In meinem letzten Serienartikel zu „Flunkern, Schummeln & Co.“ zeige ich Ihnen, wie Teile unserer ganzen Körpersprache Schummler entlarvt.

Bildnachweis: mat277 / stock.adobe.com

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