Bewerbungen

Gehaltsvorstellung in der Bewerbung geschickt formulieren

geschrieben von Dr. Jürgen Nawatzki

In Stellenanzeigen werden Sie regelmäßig nach Ihrer Gehaltsvorstellung gefragt. Doch wie gehen Sie mit dieser Frage am besten um? Geben Sie ein zu hohes Gehalt in Ihrer Bewerbung an, dann vermindern Sie Ihre Chancen ebenso, als wenn Sie ein zu niedriges Gehalt angeben. Gibt es vielleicht eine Möglichkeit, eine konkrete Angabe zu umgehen?

Zunächst sollten Sie sich im Internet in Gehaltsdatenbanken etc. genau darüber informieren, wo der eigene Marktwert liegt. Auch im Karriereteil der überregionalen Tageszeitungen sowie in Magazinen wie dem "Stern" oder der "Wirtschaftswoche" werden immer wieder Gehaltsreporte veröffentlicht. Es ist Ihre Aufgabe und liegt in Ihrer Verantwortung, sich hier umfassend zu informieren.

Gefahren einer konkreten Gehaltsangabe

Liegen Sie zu hoch oder zu niedrig mit Ihrer Gehaltsvorstellung, sind Sie schnell aus dem Rennen. Ein Gehalt über dem Durchschnitt ist möglich, muss aber begründet werden. Durch eine sehr niedrige Gehaltsangabe machen Sie sich verdächtig in dem Sinne, dass der Personaler sich fragt, warum Sie sich selber so wenig wert sind.

Haben Sie eventuell irgendwelche Schwachpunkte zu verbergen? Außerdem ist es oft so, dass in einer Stellenanzeige gar nicht alle Aufgaben genannt werden, für die Sie verantwortlich sein werden und wenn erst mal eine "Hausnummer" im Raume steht, ist es schwer, die Gehaltsforderung noch einmal zu erhöhen.

Gehaltsvorstellung nicht formulieren?

Vermeiden Sie besser eine zu frühe Festlegung des Gehalts und warten Sie erst einmal das Vorstellungsgespräch ab. Lassen Sie sich die neue Aufgabe mit all ihren Facetten und Teilverantwortlichkeiten zunächst  genau erklären, bevor Sie Ihren Gehaltswunsch äußern. So können Sie immer noch flexibel reagieren, wenn sich herausstellt, dass der Verantwortungsumfang größer ist als in der Stellenanzeige beschrieben.

Und in Ihrer Bewerbung können Sie dann schreiben, dass Sie sich ein Gehalt vorstellen, das erstens Ihrer Qualifikation insgesamt Rechnung trägt und zweitens dem Gesamtverantwortungsumfang der neuen Aufgabe entspricht. Dann haben Sie sich geäußert, ohne sich konkret frühzeitig festzulegen. Wenn das Unternehmen ernsthaft an Ihnen interessiert ist und der Gehaltswunsch absolut entscheidend dafür ist, überhaupt zum Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden, wird es sich überdies mit Ihnen in Verbindung setzen und nachfragen.

Verbesserung bei einem Stellenwechsel

Wenn Sie übrigens in Ihrem Funktionsbereich und in ihrer Branche die Firma wechseln, sodass Sie Ihre bisherigen Berufserfahrungen voll ausspielen können, ist eine Gehaltsverbesserung von 10 bis 15 Prozent durchaus üblich.

Und jetzt viel Erfolg bei Ihren Bewerbungen!

Über Ihren Experten

Dr. Jürgen Nawatzki

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