von Sigrid Stephenson, veröffentlicht in Kreativität
Wenn Sie Glückwünsche schreiben, sollten Sie vielleicht mehrere Entwürfe erstellen und das Beste heraussuchen.
Nichts macht so glücklich wie das bewusst gemachte Glück. So werden Glückwünsche meistens dann ausgesprochen, wenn jemand bereits Glück hatte: den Führerschein oder das Abitur bestanden, 70 weitgehend gesunde Lebensjahre hinter sich gebracht oder gar im Lotto gewonnen.
Sie können sich ehrlich mit diesem Glückspilz freuen? Wunderbar. Dann werden auch Sie ein bisschen glücklicher sein und dieses Glücksgefühl sollte in Ihren Text einfließen können.
Wenn Sie nicht allzu knapp dran sind mit Ihrer Zeit, schreiben Sie verschiedene Textformen als Entwürfe. Probieren Sie zum Beispiel aus, wie es klingt, wenn Sie einen bekannten Spruch oder ein Zitat verwenden (zu unterschiedlichen Themen und Stichwörtern gibt es davon Unmengen im Netz). Ohne viel Mühe haben Sie so schon einmal eine gute Basis, auf der Sie aufbauen können.
Ein Beispiel: "Mut steht am Anfang des Handelns, Glück am Ende." (Demokrit)
Setzen Sie dieses Zitat samt Verfassernamen an den Anfang Ihres Glückwunschschreibens, das natürlich auch eine Mail oder eine SMS sein kann. Bei einem Brief können Sie allerdings davon ausgehen, dass er eine größere und nachhaltigere Wirkung erzielt.
Nun schaffen Sie eine Verbindung vom Zitat zum wahren Leben, wenn Sie Glückwünsche schreiben:
"'Mut steht am Anfang des Handelns, Glück am Ende.' (Demokrit). Dein geduldiges, zielstrebiges Handeln war es, liebe Anja, das den Samen gelegt hat für das Glück, das du jetzt erfährst. Ich gratuliere dir sehr herzlich zu deiner Beförderung"
Das allein wäre aber noch ein wenig blutleer. Werden Sie persönlicher, etwa so:
"Nach allem, was du mir erzählt hast, kam dein Karrieresprung nicht einfach aus dem Nichts. Du hast ihn dir erkämpft mit Fleiß, Ideenreichtum und einer gehörigen Portion Mut. Bewundernswert, wie du deinen Chefs gezeigt hast, wo der Hammer hängt. ..." Und so weiter.
Gedichte sind beliebt, vor allem wenn die Endsilben sich reimen. Das Gedicht sollte flüssig klingen. Wenn das gelingt, werden das Geburtskind oder der Jubilar, der Abiturient oder die Gewinnerin, das Werk zu vorgerückter Stunde vielleicht sogar den Gästen vorlesen.
So wird Ihr Text dichter und besser:
Letzteres nur für den Fall, dass Ihr Glückwunschgedicht doch nicht versiegelt in den Umschlag soll. Vielleicht sind Sie frisch verliebt und wollen den Glückwunsch - mit Laute unter dem Fenster der Angebeteten - vorsingen oder sonst wie rezitieren. Schade eigentlich, dass der Minnegesang aus der Mode gekommen ist.

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