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Was man über Knochentransplantationen wissen sollte

Lesezeit: 2 Minuten Die Heilung und Dauerhaftigkeit größerer Knochendefekte hat eine günstigere Prognose, wenn statt künstlichen Materials wie Kunststoff oder Metall biologische Füllstoffe verwendet werden, also Knochen von Spendern. Hier erfahren Sie Einzelheiten über die Verfahrensweise.

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Was man über Knochentransplantationen wissen sollte

Was man über Knochentransplantationen wissen sollte

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Knochen aus der Tiefkühltruhe: das klingt zunächst nach einem blutrünstigen Kriminalfall. Hier soll jedoch eine medizinische Methode beleuchtet werden, bei der mit biologischem Material, also Knochen von Spendern, und nicht mit künstlichem Material aus Kunststoff oder Metall Knochendefekte ausgeglichen werden. Studien haben gezeigt, dass biologische Substanz deutlich besser einwächst, das Risiko für Komplikationen geringer ist, haltbarer und höher belastbar ist.

Knochenbanken

Bei Kliniken, die sich auf Knochen- und Gelenkoperationen spezialisiert haben, sollten sogenannte Knochenbanken zum Standard gehören. Nicht immer ist dies der Fall, denn der Aufbau einer Knochenbank erfordert ein aufwändiges Genehmigungsverfahren. Hinzu kommt eine fortlaufende zeitraubende personelle Betreuung. Von jeder eingehenden Spende werden die Untersuchungsergebnisse, die Herkunft sowie der Verwendungszweck dokumentiert. Vielen Kliniken ist das zu kostenintensiv, obwohl der Nutzen für Patienten bewiesen ist.

Organspende aus Abfall

Anders als bei den üblichen Organspenden muss kein Mensch auf Organteile verzichten, nicht erforderlich ist die Entnahme bei just Verstorbenen. Knochenmaterial fällt etwa bei einer Hüftgelenksoperation automatisch an. Hierbei wird der deformierte Hüftkopf entfernt und durch eine Prothese ersetzt. Normalerweise wird diese brauchbare Knochensubstanz entsorgt.

Eine Knochentransplantation ist weitaus weniger kompliziert als eine Organtransplantation

Bewilligt der Patient die Weiterverwendung dieses Materials, wartet das Spendermaterial tiefgefroren bei minus 70 °C auf seinen Einsatz. Zuvor wird das Knochenteil unter sterilen Bedingungen auf seine Dichte geprüft sowie auf Infektionskrankheiten wie HIV oder Hepatitis. Nur vollkommen gesundes Transplantat wird aufgehoben. Eine Transplantation von Knochenmaterial ist vergleichsweise einfach, weil keine Abgleichung der Gewebetypen und Blutgruppenmerkmale stattfinden muss.

Hohe Zahl an Gelenkprothesen

Jedes Jahr werden in Deutschland ca. 400.000 künstliche Hüft- oder Kniegelenksprothesen eingesetzt. Bei 35.000 handelt es sich um sogenannte Wechselprothesen anlässlich wiederholter Operationen. Die Gründe hierfür können vielfältig sein, meist ist die Lebensdauer des künstlichen Gelenks abgelaufen. Grund hierfür ist der Verschleiß des umliegenden Knochengewebes.

Bevor eine neue Prothese zum Einsatz kommt, müssen diese Knochendefekte mit künstlichen Füllstoffen oder besser mit echten Knochen aufgefüllt werden. Wird nur wenig Material benötigt, so kann aus dem Beckenkamm des Patienten Knochen entnommen werden. Für größere Defekte ist diese Methode nicht anwendbar, weil nur begrenzt Knochengewebe entnommen werden kann.

Wo finden Sie Knochenbanken?

Patienten sollten sich vor einer Operation informieren, wo es in der Nähe ihres Wohnortes eine Klinik mit einer Knochenbank gibt.  In Deutschland verfügen 195 Krankenhäuser über eine solche Einrichtung wie beispielsweise die Roland-Klinik in Bremen. Überregionale Zentren befinden sich in Berlin an der Charité und am Deutschen Institut für Zell- und Gewebeersatz.

Bildnachweis: Elroi / stock.adobe.com

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