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Warum Nachtschichten dem Herzen schaden können

Lesezeit: 2 Minuten Dass Stress bei der Arbeit dem Herzen schaden kann, dürfte vielen bekannt sein. Auch ist klar, dass eine schlechte Ernährung auf die Pumpe geht. Es kommt aber nicht nur auf die Arbeitsbedingungen an, auch die Arbeitszeit hat enorme Auswirkungen auf die Gesundheit unseres Herzens. Wussten Sie, dass Nachtschichten schlecht für das Herz sind?

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Warum Nachtschichten dem Herzen schaden können

Warum Nachtschichten dem Herzen schaden können

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Vor allem Schichtarbeiter haben ein stark erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Wenn man regelmäßig in der Nachtschicht arbeitet, hat man ein rund 40 Prozent erhöhtes Risiko, dass das Herz unter den ungewöhnlichen Arbeitszeiten leidet.

Alleine in Deutschland arbeiten laut dem statistischen Bundesamt rund drei Millionen Menschen auch nachts, also zwischen 23Uhr und 6Uhr morgens. Umgerechnet ist also jeder zwölfte Arbeitnehmer betroffen. Dazu gehören beispielsweise Krankenpfleger oder Angestellte im Flughafen oder an Tankstellen. Und gesund ist das nicht.

Warum Nachtschichten dem Herzen schaden

Dass nächtliche Arbeit dem Herzen schaden kann, hat verschiedene Gründe. Vor allem der Tag-Nacht-Rhythmus und die innere Uhr geraten durch die unterschiedlichen Arbeitszeiten komplett durcheinander. Häufige Folge sind Schlafstörungen und sogar Depressionen. Laut einigen Studien sind bei Schichtarbeitern auch verschiedene Suchterkrankungen häufiger als bei Arbeitnehmern mit geregelten Arbeitszeiten.

Ein Viertel mehr Herzinfarkte

Eine kanadische Studie hat die bisherigen Studien zusammengefasst und die Vermutung bestätigt. Die Forscher um Dr. Manav Vyas aus London in Kanada haben 34 Untersuchungen mit insgesamt über zwei Millionen untersuchten Personen zusammengefasst (BMJ 2012; 345: e4800).

Bei der Auswertung stellten die Forscher fest, dass das Risiko bei Schichtarbeitern für ein kardiales Ereignis wie Herzinfarkt sowie Tod oder Klinikeinweisung aufgrund einer koronaren Herzkrankheit (KHK) zu erleiden, um rund 24 Prozent erhöht ist. Das Risiko des Herzinfarkts für sich betrachtet war um 23 Prozent erhöht. Die Forscher teilten die Schichten auch in Spät- und Nachtschichten ein.

Eine Spätschicht, wie beispielsweise an der Kasse im Supermarkt bis 22Uhr, erhöhte demnach das Herzrisiko nicht, eine Nachtschicht dagegen um 41 Prozent.

Warum ist Schichtarbeit schädlich?

Problematisch ist neben dem Tag-Nacht-Rhythmus vor allem der Lebensstil und das Verhalten während der Schicht. Nachtschichtler rauchen mehr, trinken oft mehr Cola oder Energydrinks, um sich wach zu halten oder essen aus Langeweile Süßigkeiten oder Chips. All das schadet auch dem Herzen. Insofern besteht also die Möglichkeit, dass nicht die Schichtarbeit als solches, sondern das damit verbundene Verhalten das Herzrisiko erhöht.

Allerdings gab es auch bereits Studien, die herausgefunden haben wollen, dass bereits eine Nachtschicht den Blutdruck zumindest eine Zeit lang erhöht. Doch aus welchem Grund auch immer das Herzrisiko erhöht ist, wenn Sie zu den Schichtarbeitern gehören, lassen Sie besser regelmäßig ihr Herz checken. Dann können Sie sicher gehen, dass bei Ihnen die Nachtarbeit nicht das Herz schädigt.

Achten Sie außerdem auf Ihre Ernährung und überlegen Sie, wenn Sie herzgefährdet sind, ob Sie die Möglichkeit haben, die Nachtschichten aus dem Dienstplan zu streichen und auf Tagschichten umzusatteln. Durch Powernapping zwischendurch können Sie das Herzinfarkt-Risiko senken.

Bildnachweis: Wellnhofer Designs / stock.adobe.com

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