Krankheiten Praxistipps

Umgang mit an Demenz Erkrankten im mittleren Stadium: Validation (Teil 4)

Validation ist eine Kommunikationsmethode, in der sich der Gesunde in die für ihn "fiktive“ Situation des an Demenz Erkrankten gedanklich hinein begibt. Man könnte es auch anders nennen: Sie begeben sich auf die fantasiebezogene, geistige Ebene des Dementen und gehen mit Ihrer Fantasie in diese spezielle, fiktive Situation hinein, um sie mittels "fabulierender“ Antwort zu lösen, die aber für den Kranken durchaus plausibel und beruhigend ist.

Autor:

Umgang mit an Demenz Erkrankten im mittleren Stadium: Validation (Teil 4)

Beispiel: Frau S., ebenfalls im mittleren Stadium der Demenz, sitzt heute völlig fahrig und nervös auf dem Stuhl, rutscht darauf herum und irgendetwas bereitet ihr offensichtlich ein größeres Unbehagen. Auf Nachfrage erklärt Frau S., sie müsse dringend nach Hause, die Hühner füttern. Das wiederholt sie mindestens drei oder viermal. Als Antwort sagen sie also zum Beispiel nach der Validationsmethode: „Ich war schon da und habe gleich nach den Hühnern geschaut. Sie haben so laut gegackert, da habe ich sie auch gleich gefüttert. Die können jetzt nichts mehr fressen, die sind ja noch pappensatt.“

Und die Antwort von S.: „Oh, da bin ich aber froh, dann sind die ja versorgt. Danke, das sie das gemacht haben!“ Sicherlich entgegne ich: „Das habe ich doch gerne gemacht!“ Und Frau S. ist beruhigt und kann den restlichen Tag entspannt und ausgeglichen genießen, gesellt sich zu einem Kaffeekränzchen und ist sichtlich gut gelaunt.

Bei Dementen hat sich eine wohl strukturierte Bezugspflege als sehr hilfreich erwiesen. Dies bedeutet, dass der zu betreuende, demente Mensch konstant von ein und derselben Pflegeperson betreut wird. Auf eine lange Dauer hinweg ist so eine bessere Beobachtung der Tageskondition und dem Fortschreiten der Krankheit möglich, so dass man auch die jeweiligen Tagesaktivitäten gezielt danach einteilen kann. Dabei ist besonderes Augenmerk darauf zu richten, dass Erkrankte nicht überfordert werden, was sich in heftiger Weise negativ auf ihren Gesamtzustand auswirken kann.

Überforderung bei an Demenz Erkrankten
Eine Überforderung wird deutlich, wenn Betroffene plötzlich, fahrig, gereizt, schrecklich nervös, aggressiv oder sonst wie ungehalten reagieren. Das liegt wohl daran, dass das Nervensystem einfach überreizt ist. In dem Falle ist es ratsam, eine Ruhephase anzubieten und sie auf ihr Zimmer zu führen. Eine Schlafphase kann hier möglicherweise gut tun. Wenn Sie der Person also ein kurzes "Erholungsschläfchen“ anbieten, das Bett zurecht machen, beim Hinlegen behilflich sind und das Kopfkissen in Wohlfühl-Lage zurecht rücken, ist eine nötige Ruhephase erreicht.

Man kann dabei erfragen, ob der Demente es mag, wenn das Zimmer ein klein wenig gedunkelt wird (Jalousie halb oder dreiviertel herunterziehen, mit Bettdecke zudecken). So kann sich der überreizte Demente eine nötige Schlafpause gönnen. Schon nach einer kurzen Schlafdauer von ein bis zwei Stunden sind die Betroffenen im Regelfall wieder völlig gutgelaunt und regeneriert im Gemeinschaftsraum anzutreffen.

PS: Qualitätsmanagement ist uns wichtig!

Bitte teilen Sie uns mit, wie Ihnen unser Beitrag gefällt. Klicken Sie hierzu auf die unten abgebildeten Sternchen (5 Sternchen = sehr gut):

Bitte warten...

PPS: Ihnen hat der Beitrag besonders gut gefallen?

Unterstützen Sie unser Ratgeberportal: