Pflege Praxistipps

Tipps gegen Appetitlosigkeit bei Senioren

Lesezeit: 3 Minuten Appetitlosigkeit tritt besonders häufig bei Senioren auf. Die Gründe dafür sind alters- und krankheitsbedingt und können sich zudem addieren. Finden Sie heraus, wo das Problem liegt und bitten Sie notfalls den Hausarzt um Hilfe, bevor Mangelerscheinungen auftreten. Selbst wenn ältere Menschen nicht mehr so viele Kalorien brauchen, sollten sie sich dennoch so ausgewogen wie möglich ernähren.

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Tipps gegen Appetitlosigkeit bei Senioren

Tipps gegen Appetitlosigkeit bei Senioren

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Eine ausgewogene Ernährung, die ausreichend Flüssigkeit beinhaltet, spielt eine wichtige Rolle für ein gesundes Leben. Essen und Trinken sollten Genuss und Freude bereiten. Viele ältere Menschen verlieren jedoch das Interesse daran oder erleben die Nahrungszufuhr sogar als Qual.

Die Ursachen sind nachlassender Appetit oder Probleme beim Kauen und Schlucken. Sie essen automatisch weniger oder gar nichts mehr und trinken zudem viel zu wenig, sodass schließlich bedrohliche Mangelerscheinungen auftreten, die Schäden im Körper anrichten. Auch die Seele leidet unter Appetitlosigkeit.

Allein schmeckt es nicht

Bei vielen Senioren, die allein leben, lässt irgendwann die Lust am Kochen und schließlich auch am Essen nach. Ihnen fehlt die anregende Gesellschaft, die eine Mahlzeit nicht nur ergänzt, sondern für etliche Menschen die Voraussetzung für einen guten Appetit ist.

Eine mögliche Lösung wäre, Ihre Eltern öfter einzuladen, um mit Ihnen und Ihrer Familie zusammen zu essen. Wohnen Sie nicht in der Nähe des betreffenden Seniors, finden sich vielleicht Freunde, Bekannte oder Nachbarn, die ebenfalls allein leben und gern Gesellschaft beim Essen hätten.

Schlagen Sie Ihren Eltern oder Ihrem Elternteil vor, sich mit anderen zusammenzutun und gemeinsam zu kochen. Das macht Spaß und belebt den Alltag insgesamt. Sollte Ihrem Angehörigen die Energie fehlen, hier Initiative zu ergreifen, könnten Sie ihm beim nächsten Besuch oder telefonisch helfen, eine solche Aktion anzustoßen, wenn er damit einverstanden ist.

Altersdepression oder Demenz

Weitere Gründe für eine Appetitlosigkeit können in verschiedenen Krankheiten begründet sein, die bei älteren Menschen häufiger vorkommen. Nicht wenige Senioren leiden unter einer Altersdepression, besonders diejenigen, die schon länger allein leben. Trotz ihrer Einsamkeit möchten Sie keine neuen Bekanntschaften schließen und igeln sich immer mehr ein.

Auch bei Demenzerkrankungen ist Appetitlosigkeit ein typisches Symptom. Je nach Stadium der Krankheit verändern sich die Geschmacksempfindungen oder der Betroffene weiß überhaupt nicht mehr, was Essen und Trinken überhaupt bedeuten.

Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, wie sich der Appetit wieder anregen lässt. Manchmal hilft ein Medikamentenwechsel. Wenn Sie einen Angehörigen pflegen, setzen Sie öfter seine Lieblingsspeisen auf den Plan und bieten Sie lieber mehrere kleine Portionen an statt großer, gefüllter Teller und richten Sie die Mahlzeiten liebevoll an.

Schadhaftes Gebiss verdirbt den Appetit

Manche Senioren mögen nichts mehr essen, weil eine Prothese nicht richtig sitzt oder Wunden verursacht. Bei schmerzhaften Stellen im Mund macht das Essen keinen Spaß. Sorgen Sie dafür, dass Ihr Angehöriger so lange vom Zahnarzt behandelt wird, bis das Gebiss einwandfrei sitzt und keine Probleme mehr macht.

Medikamente führen zu Problemen

Ältere Menschen leiden oftmals an mehreren chronischen Erkrankungen und müssen dafür Medikamente einnehmen. Die Nebenwirkungen der Arzneimittel können zu Appetitlosigkeit oder zu einem extrem trockenen Mund führen, sodass das Kauen und Schlucken große Schwierigkeiten bereitet.

Bieten Sie beim Essen ein leicht säuerliches Getränk an, dass die Speichelproduktion anregt. So kann der Senior zwischen den Bissen bei Bedarf einen Schluck nehmen, um den Mund anzufeuchten. Auch der Appetit wird durch verdünnte Säfte etwas angeregt. Spezielle Pastillen, z. B. Xerodent, unterstützen ebenfalls die Speichelproduktion.

Sollten die Medikamente Übelkeit auslösen, besprechen Sie mit dem Arzt, ob er ein Mittel verordnen kann, das diese Beschwerden lindert, damit das Essen wieder schmeckt.

Bewegungsmangel mindert den Appetit

Vor allem im höheren Alter haben etliche Senioren nicht mehr so viel Bewegung und brauchen daher weniger Kalorien als zuvor. Selbst wenn die Portionen etwas kleiner sind, achten Sie darauf, dass ihr Angehöriger möglichst vielseitig isst, um alle notwendigen Nährstoffe zu bekommen.

Bieten Sie immer mal wieder kleine Snacks an, die aus Obst- und Gemüsestückchen bestehen. Kleingeschnittene Lebensmittel werden eher gegessen als ganze Früchte. Das Gleiche gilt für das Trinken. Stellen Sie Ihrem Angehörigen öfter kleine Gläser mit frischem Wasser, einer Obstschorle oder eine kleine Tasse Tee hin.

Bildnachweis: GordonGrand / stock.adobe.com

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