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Neurodermitis: Verhaltensmaßnahmen bei Kratzattacken

Lesezeit: 2 Minuten Der Juckreiz bestimmt bei Menschen mit Neurodermitis oftmals ihren gesamten Tagesablauf. Kratzattacken schädigen die Haut und hinterlassen in der Psyche der Menschen ihre Spuren. Ein unendlicher Kreislauf mit schlimmen Folgen beginnt. Welche Gegenmaßnahmen versprechen Linderung?

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Neurodermitis: Verhaltensmaßnahmen bei Kratzattacken

Neurodermitis: Verhaltensmaßnahmen bei Kratzattacken

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Was bedeutet Neurodermitis?

Neurodermitis ist eine erblich bedingte Erkrankung, die sich in einem Ekzem äußert und meist in Verbindung mit Asthma oder allergischem Schnupfen einhergeht. In schweren Fällen treffen alle drei Merkmale bei einem Menschen zu. Es kann jedoch auch vorkommen, dass erbliche Anlagen zwar vorhanden sind, die Erkrankung jedoch nicht ausbricht.

Welche Faktoren begünstigen den Ausbruch von Neurodermitis?

  • Klima
  • Allergene
  • Harnstoffmangel der Haut
  • Emotionen
  • Stress
  • verminderte Zell-Abwehr
  • erhöhte Bildung der Abwehrstoffe
  • Hautverletzungen
  • Ernährung

Welche Symptome deuten auf eine Neurodermitis hin?

Die Haut eines Neurodermitiskranken fühlt sich trocken an, ist gerötet und zeigt schuppende bis nässende Hauterscheinungen, die extrem stark jucken. Je nach Alter des Erkrankten treten diese Hauterscheinungen im Säuglingsalter als Milchschorf am Kopf und Gesicht auf, während sich das Erscheinungsbild der Haut im Alter von drei bis fünf Jahren ändert.

Der Grund könnte in einer veränderten Abwehrlage liegen. Die Hautveränderungen zeigen sich nun als großflächige, juckende Herde, vorwiegend in der Ellenbeuge, den Kniekehlen und an den Handgelenken.

Kinder mit Neurodermitis erkennen Sie an einem unaufhörlichen, kräftigen Kratzen der Handgelenke an allen möglichen Kanten. Diese Kinder versuchen, mit den damit verbunden Schmerzen, den Juckreiz zu bekämpfen. Die aufgekratzte Haut entzündet sich und führt unter Abheilung wiederum zu Juckreiz und nachfolgenden Kratzattacken. Diese Kinder sind dabei oft unruhig und launisch. Eine völlig normale Reaktion, die nicht überbewertet werden sollte.

Was können Eltern und Betroffene dagegen tun?

Der ständig quälende Juckreiz wird durch Kratzverbote eher schlimmer statt besser. Der psychische Druck, dem man unterliegt, setzt einen Teufelskreis in Gang aus – Kratzen, Bestrafung, noch mehr Juckreiz, Bestrafen (Vorwürfe). Das  Anbinden der Hände oder ein Umwickeln mit dicken Bandagen ist weder hilfreich noch förderlich. Die meisten Betroffenen sind Kinder, die mit der Erkrankung wahrscheinlich eher umgehen können als die Eltern.

  • Klären Sie ihr Kind umfassend über Neurodermitis auf.
  • Streicheln Sie die juckenden Hautstellen ihres Kindes und zeigen ihm, dass sie es ganz doll lieb haben.
  • Stellen Sie die Erkrankung nicht in den Vordergrund.
  • Lenken Sie ihr Kind mit Spielen ab, wenn Sie merken, es würde sich in diesem Moment gern kräftig kratzen.
  • Kritisieren Sie ihr Kind nicht, wenn es sich kratzt. Verlassen Sie notfalls kurz den Raum und atmen ganz tief durch, anstatt zu schimpfen.
  • Probieren Sie gemeinsam mit ihrem Kind Entspannungsübungen zur Linderung des Juckreizes aus dem Autogenen Training.

Allgemeine Hinweise bei Neurodermitis

  • Vermeiden Sie häufiges, heißes und zu langes Waschen und Baden.
  • Verzichten Sie auf alkalische und parfümierte Seifen und Badezusätze.
  • Rubbeln Sie die Haut nicht beim Abtrocknen, sondern tupfen sie vorsichtig.ab.
  • Cremen Sie die Haut nach dem Baden und Waschen mit fetthaltigen Lotionen ein.
  • Vermeiden Sie Kleidung aus Wolle, Kunstfasern, Gummi und stark gefärbte Kleidung.
  • Zu enge Kleidung sorgt für vermehrtes Schwitzen und einen Wärmestau.
  • Achten Sie auf die Ernährung, besonders wenn im Rahmen der ärztlichen Untersuchung bestimmte Lebensmittel als Auslöser akuter Neurodermitisschübe erkannt wurden.
  • Planen Sie ihren jährlichen Sommerurlaub möglichst am Meer. Die salzhaltige, frische Meeresluft fördert die Heilung der Haut und lindert den Juckreiz.

Neurodermitis zählt zu den häufigsten Erkrankungen im Säuglings- und Kleinkindalter. Ihr Arzt wird Sie nach einer gründlichen Untersuchung nach bestem Wissen bei der Bewältigung aller möglichen Probleme unterstützen.

Neurodermitis sollte niemals ihr Leben bestimmen. Lernen Sie damit umzugehen, nehmen Hilfe an und versuchen das Leben zu genießen.

Urheber : taborsk / 123rf.com

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