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Neue Therapie gegen schwere Neurodermitis bei Erwachsenen

Lesezeit: 2 Minuten Bisher konnte eine schwere Neurodermitis bei Erwachsenen nur mit entzündungshemmenden Cremes, Kortison oder Immunsuppressiva behandelt werden. Wenn Sie zu den Betroffenen gehören, bei denen diese Therapieform nicht anschlägt und der Juckreiz unerträglich ist, gibt es gute Nachrichten für Sie: Mit der selektiven Immunadsorption kann die äußerst belastende Erkrankung nun gelindert werden. Was bewirkt die neue Therapie und an wen müssen Sie sich wenden?

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Neue Therapie gegen schwere Neurodermitis bei Erwachsenen

Neue Therapie gegen schwere Neurodermitis bei Erwachsenen

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Lebenseinschränkung durch extremen Juckreiz

Während eine Neurodermitis bei Kindern und Jugendlichen oft ausheilt, sind Erwachsene häufig von einer Art der chronisch entzündlichen Hauterkrankung betroffen, die einen schweren Verlauf nimmt. Die verschriebenen Medikamente schwächen das Immunsystem und sind für eine Langzeitbehandlung nicht geeignet.

Leiden Sie ebenfalls unter extrem starkem Juckreiz, sodass Sie in Ihren Aktivitäten eingeschränkt sind und möglicherweise nicht mehr arbeiten können, ist es Zeit für einen anderen Weg, die Erkrankung in den Griff zu bekommen. Mithilfe einer Blutwäsche können nun die schädlichen Antikörper entfernt werden, sodass Sie wieder entspannter leben können.

Neue Therapie ist für alle Kassenpatienten zugänglich

Ähnlich wie bei Allergien haben die Betroffenen bei Neurodermitis besonders viele Antikörper vom Typ Immunglobulin E im Blut. Mit einem neuen Verfahren können diese Antikörper nun per Blutreinigung entfernt werden. Die Blutwäsche wurde in einer Studie an der Universität Lübeck erfolgreich getestet, sodass diese Therapie nun erwachsenen Patienten zur Verfügung stehen kann.  Das Dermatologikum Hamburg und das Nephrologische Zentrum Reinbek haben ein Pilotprojekt gestartet, das schwer Erkrankten helfen soll, die Neurodermitis zu lindern.

Antikörper werden aus dem Blut entfernt

Die Therapie läuft folgendermaßen ab: Ihr Blut wird in eine Säule geleitet, die beschichtet ist. An der Beschichtung bleiben nur die Antikörper IgE haften, während das befreite Blut wieder in Ihren Körper zurückfließt. Die Behandlung besteht aus einem zehntägigen Zyklus. An einmal vier und zweimal drei Tagen wird die Blutreinigung durchgeführt.

Zwischen den Behandlungen liegen jeweils vier Wochen Pause. Das Nephrologische Zentrum Reinbek hat allerdings bisher nur zwei Säulenplätze, die für diese Therapie zur Verfügung stehen. Im Krankenhaus Reinbek S. Adolf-Stift können Sie sich während der Erholungszeiten aufhalten. Teilnehmen können Patienten aller Kassen.

Schwer erkrankte Patienten werden bevorzugt

Der Nachteil des Projektes ist, dass 2013 nur etwa 30 Patienten behandelt werden können. Daher sollen die Patienten bevorzugt werden, die sehr schwer erkrankt sind und mit herkömmlichen Maßnahmen keinen Erfolg haben. Geduld müssen Sie ebenfalls mitbringen, da die Behandlung nicht umgehend wirkt. Die Beschwerden werden sich langsam, aber nachhaltig reduzieren, sodass Sie mit der Erkrankung deutlich besser leben könnten.

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Bildnachweis: miamariam / stock.adobe.com

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