Praxistipps Reisen

Mein Kappadokien: Von Konya bis zu den Feenkaminen

Lesezeit: 3 Minuten Von Konya führt der Weg auf der historischen Seidenstraße in die Unendlichkeit der Tuffsteinlandschaft. Unterwegs zu den Felsen hören die Gäste die Geschichte "Das Gebet des Kadi", die die Schriftstellerin Elsa Sophia von Kamphöfen von ihren Reisen durch Arabien mitgebracht hat. "An den Kaminfeuern der Karavanserai" versetzt auch heutige Türkei-Reisende in eine Zeit der ziehenden Karawanen.

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Mein Kappadokien: Von Konya bis zu den Feenkaminen

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Mit etwa 97 Prozent auf dem asiatischen Kontinent liegend nennt man Anatolien das Land der aufgehenden Sonne. Nur drei Prozent der Türkei liegen in Europa.

Auf einer Landkarte zeigt Reiseleiter Murat die Stadt Konya, mit dem Erciyes Dagi einen der Vulkane (3.916 Meter), der einst die glühende Lava ausspie, die der Welt die grandiose Tuffsteinlandschaft Kappadokiens hinterließ, die ost-anatolischen Flüsse Euphrat und Tigris und er berichtet von dortigen 9.500 Jahre alten Ausgrabungen aus einer 11.500 Jahre (v. Chr.) alten Kultur – der archäologischen Sensation auf dem Nabelberg: dem Fund des ältesten Tempels der Welt.

Ballonfahrt über dem Tuffsteingebiet Kappadokien

"Die Ballonfahrt findet statt", verkündet Reiseleiter Murat, der in Istanbul Ökonomie, später Tourismus und Kunstgeschichte studierte. "Studieren kann man auch auf den Beruf des Ballonfahrers hin, auf diesem Gebiet ist die Türkei Spezialist", so der Reiseleiter weiter. "Schön, dass Sie alle so früh aus dem Bett gefunden haben.

Nach einer kurzen Fahrt wird uns am Ballonstartplatz ein kleines Frühstück mit heißem Kaffee und Chay serviert und das Aufstehen mitten in der Nacht wird schnell vergessen sein." Auf der Fahrt erzählt er, dass "neben uns 75 bis 80 weitere Ballons unterwegs sein werden", dass der Pilot das Aprikosen pflücken aus dem Korb heraus ausdrücklich erlaubt und dass ein Flug über die verwunschene Region der Tuffsteinlandschaft aus der Vogelperspektive auf der Welt einmalig ist.

Vor dem Start erteilt der Pilot den Fluggästen die Sicherheitsinstruktionen: "Bei der Landung kann es hart zugehen, der Korb kann auf die Seite fallen. Deshalb müssen jeweils zwei Personen hinter einander stehen und sich im Inneren an den Griffen festhalten. Und allzeit gilt: während des Fluges keinesfalls aussteigen."

Mit einem Schmunzeln hilft die Crew die letzte Dame in den Korb zu heben – der Pilot bereitet den Start vor, heizt immer wieder den Brenner mit Propangas an, bis sich der Korb von der Erde abhebt.

Feenkamine und Gesteinsformationen aus Tuffstein

Seit die Lava des Erciyes Dagi (3.916 Meter) und anderen Vulkanen erkaltete und den Tuffstein hinterließ, ist die Menschheit fasziniert von dieser unbeschreiblichen Landschaft.

Und auch heute in beschaulichem Tempo von 16 km/h über das Weiße Tal zu schweben begeistert die Reisenden: "Bei guter Sicht kann man hinter dem Taurus-Gebirge das Mittelmeer sehen", so der Ballon-Kapitän. "Dort am Horizont der Tuffsteinformationen sehen Sie in den Stein gelegte Kunst australischer Künstler: Ein Pferd, ein Mühlrad, eine Signatur, eine Blüte."

Am Morgen herrscht ruhige Thermik und der Ballon kann gleiten. Während des Fluges kommuniziert der Pilot permanent mit seinen Ballon-Kollegen, sinkt im weißen Tal von 400 Metern Höhe auf Bodennähe hinab. Die Aprikosenbäume sind zum Greifen nah: "Sie dürfen gern eine dieser köstlichen Früchte pflücken", so der Kapitän, um dann erneut den Brenner anzuheizen und wieder aufzusteigen.

Zahlen und Fakten

Auf einem Stundenflug verbraucht ein Ballon mit 26 Metern Durchmesser an seiner breitesten Stelle 300 Liter Gas. Am höchsten Punkt besitzt er eine Öffnung mit einem Durchmesser von acht Metern, durch die heiße Luft entweicht. Der Korb aus Holzgeflecht ist mit einem Gewicht von eineinhalb Tonnen leicht.

"Die Hülle wiegt 400 Kilo, der Korb hat heute mit einem Alter von drei Jahren 900 Fahrten drauf. Bei 1500 Fahrten ist Schluss", berichtet der Pilot, der auch über Deutschland unterwegs war: "Ich bin bereits mit Gästen über das Münchner Oktoberfest und mit einem Fesselballon für Whiskas-Katzenfutter geflogen."

Zum Ende des einstündigen Ballonfluges über der Tuffsteinlandschaft setzt er eine maßgeschneiderte Landung auf dem bereitgestellten Transporter hin und die Crew serviert den Gästen ein Glas Sekt. Die persönlichen Urkunden zur Erinnerung und zum Herzeigen für die Daheimgebliebenen signiert der Ballon-Kapitän jedem Gast einzeln. 

Tipps:

Rundreise von Antalya über Konya zu den Feenkaminen – zum Beispiel mit RSD-Reisen.

Wanderreisen – Kappadokien zu Fuß

Fahrt mit dem Heißluftballon über die Tuffsteinlandschaft mit Atmosferballoons – Avanos 50500 Nevsehir/Turkey. (www.atmosferballoons.com)

Kappadokien im Herzen der Türkei

Nach dem
Flug betritt die Reisegruppe mit dem Taubental den höchsten Punkt
Kappadokiens und einen heiligen Ort: "Die Taube, die dem Tal seinen
Namen gab, ist ein Tier, das im Islam heilig ist. Die 10.0000
Quadratkilometer große Fläche von Kappadokien bezeichnet man als Land
der wunderschönen Pferde und der Feen-Kamine", so Reiseleiter Murat. Von
den fünf bis sechs Etagen hohen Felsen glaubten die ersten Bewohner,
dies wären Geschenke der Feen.

Der Fernsehjournalist Dieter
Kronzucker, der die Welt bereiste, schwärmt von dieser einzigartigen
Landschaft: "Kappadokien besitzt nicht nur diese ausgesprochene
Schönheit, sondern stellt die perfekte Symbiose von Mensch und Natur
dar." Das Land ist ein Geschenk der Natur, die hier sehr großzügig war.

Quellen: Vor-Ort-Recherche, Reiseleiter Murat (RSD), Planet Wissen.

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