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Mediation: Die Haltung des Mediators

Lesezeit: 2 Minuten Bei einer Mediation ist die Haltung des Mediators sehr wichtig. Um beiden Konfliktparteien gerecht zu werden, muss der Mediator die Haltung der Unparteilichkeit einnehmen. Das bedeutet, dass der Mediator keine der Konfliktparteien bevorzugen darf. Er muss in der Lage sein, seine Überzeugungen und Wertvorstellungen in der Mediation zurückzustellen, damit die Beteiligten ihre eigene Lösung des Konflikts finden können.

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Mediation: Die Haltung des Mediators

Mediation: Die Haltung des Mediators

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Die Allparteilichkeit bei der Mediation

Der Mediator muss allen Konfliktparteien vorurteilsfrei begegnen. Er darf im Konfliktfall nicht Partei für eine Seite ergreifen. Die Allparteilichkeit kann gar nicht so einfach hergestellt werden. Gerade wenn ein Mediator einen Konflikt mediieren soll, der ihm bekannt vorkommt, kann seine Allparteilichkeit in Gefahr sein. Auch wenn einer der Konfliktpartner dem anderen überlegen zu sein scheint oder wenn einer der Konfliktpartner unter dem Konflikt sehr viel stärker zu leiden scheint als der andere, kann es auch für einen erfahrenen Mediator schwierig sein, nicht Partei zu ergreifen.

Warum ist die Allparteilichkeit des Mediators so wichtig?

Stellen Sie sich einmal vor, sie haben mit einem anderen Menschen einen starken Konflikt den Sie allein nicht lösen können und Sie suchen einen unbeteiligten Dritten auf, mit dem Sie den ganzen Konflikt besprechen wollen und dann ergreift dieser Partei für ihren Konfliktpartner. Sie würden sich wahrscheinlich betrogen und hintergangen fühlen und Sie wären weniger als zuvor bereit mit ihrem Konfliktpartner zu einer Lösung zu kommen.

Warum die Konfliktparteien bei der Mediation selbst die Lösung finden müssen

Der Mediator soll den beiden Konfliktparteien dazu verhelfen selbst eine Lösung für ihren Konflikt zu finden. Sobald der Mediator sich auf eine Seite schlägt, fehlt ihm die professionelle Distanz, die aber notwendig ist, um die beiden Konfliktparteien dahin zu führen, ihren Konflikt selbst zu lösen. Eine Lösung, die vom Mediator vorgeschlagen wurde, ist meistens nicht halb so gut, wie eine Lösung, die die beiden Konfliktparteien selbst ausgearbeitet haben. Nur die Konfliktparteien selbst können eine Lösung finden, die ihrem Inneren entspricht.

Meist ergeben sich Lösungsideen, wenn sich beide Konfliktparteien gehört fühlen von der Gegenseite. Sobald es gelingt, dem jeweils anderen den eigenen Standpunkt und das eigene Erleben nahezubringen, bricht die Verhärtung auf und man kann sich wieder aufeinander zu bewegen. Dieser Prozess ist sehr wichtig und sollte vom Mediator auf keinen Fall vorweg genommen werden.

Mediation heißt auch die Perspektive des anderen einzunehmen

In einer Mediation üben die Konfliktparteien nicht nur den Standpunkt des anderen zu hören und zu respektieren. Sie werden häufig auch dazu aufgefordert mal für einen Moment den Standpunkt des anderen einzunehmen und sich vorzustellen, wie das eigene Verhalten auf die Gegenseite wirkt. Die Fähigkeit zum Perspektivenwechsel ist bei den meisten Konfliktparteien zu Beginn einer Mediation deutlich eingeschränkt.

Gelingt es dann beide Konfliktparteien dazu zu bringen, sich in den anderen hinein zu versetzen – auch nur für eine kurze Zeit – kann der Konflikt in der Regel sehr schnell beigelegt werden.

Bildnachweis: Photographee.eu / stock.adobe.com

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