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Die Grundannahmen der Mediation

Lesezeit: 2 Minuten Mediation folgt bestimmten Regeln und basiert auf bestimmten Grundannahmen. Erst diese Grundannahmen haben den Erfolg der Mediation möglich gemacht. Mediation - am besten übersetzt mit dem Wort: Konfliktberatung - schließt die Annahme der Selbstverantwortung der Konfliktparteien mit ein. Der Mediator soll den Konfliktparteien helfen, ihren Konflikt zu lösen. Er darf nicht versuchen, den Konflikt selbst zu lösen. Das würde der Grundannahme, dass die Konfliktparteien selbst ihren Konflikt lösen können, zuwider laufen.

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Die Grundannahmen der Mediation

Die Grundannahmen der Mediation

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1. Grundannahme in der Mediation – ein ungelöster Konflikt ist gefährlich

Konflikte an sich sind gesund. Wenn aber ein Konflikt lange gährt und von den Konfliktparteien nicht gelöst werden kann, ist er wie ein Schwelbrand. Er zerstört heimtückisch das Gewebe und kann jeder Zeit zu einem richtigen Flächenbrand werden. Über Generationen andauernde Familienfehden sind ein gutes Beispiel dafür.

Ein Konflikt, der irgendwann mal zwischen zwei Mitgliedern der Familien entstanden ist, konnte nicht gelöst werden und hat sich zu einer Feindschaft entwickelt, die ein normales Umgehen miteinander nicht mehr möglich macht.

2. Konflikte werden häufig deshalb nicht gelöst, weil die Konfliktparteien nicht wissen, wie sie ihren Konflikt lösen können

Besonders in der Mediation mit Schulkindern fällt auf, dass die Konfliktparteien ihre Konflikte gerne lösen möchten, ihnen aber das nötige Handwerkzeug fehlt. Dies erlebt man auch immer wieder in der Mediation von Eheleuten oder Partnern. Hier ist es wichtig, den Konfliktparteien Lösungswege aufzuzeigen. Sie können dann auswählen, welche Hilfsmittel sie anwenden möchten und was für sie nicht in Frage kommt.

3. Die Konfliktparteien wissen selbst am besten, was eine Lösung ihres Konflikts beinhalten muss

Nur diejenigen, die in den Konflikt verstrickt sind, können beurteilen, was zu einer Lösung ihres Konflikts dazu gehört und was nicht. Manchmal ist es auch für den Mediator durchaus überraschend, wenn Menschen, die sich in einer starken Konfliktsituation mit einem anderen Menschen befinden, eine Entschuldigung ihres Gegenübers akzeptieren ohne zusätzliche Wiedergutmachung.

4. Die Konfliktlösung gelingt besser, wenn beide Konfliktparteien ihre Gefühle bewusst wahrnehmen, die sie in Bezug auf den Konflikt haben.

Es ist wichtig in einer Mediation, dass beide Konfliktparteien sich die zum Konflikt gehörenden Gefühle bewusst machen und diese auch ausdrücken können, ohne den anderen zu verletzen. Gefühle die nicht wahrgenommen und ausgedrückt werden, können ein Eigenleben entwickeln und die Konfliktlösung blockieren.

5. Konflikte lassen sich besser lösen, wenn die Konfliktparteien nach der Mediation noch eine Beziehung zueinander haben wollen

Die Beziehungsaufrechterhaltung ist insofern ein wichtiger Motor, weil Vereinbarungen getroffen werden können, die in der Zukunft überprüft werden können. Außerdem sind beide Konfliktparteien an einer positiven Fortführung des Kontakts interessiert und die Lösung des Konflikts ist nicht nur auf eine Bearbeitung oder Überwindung der Vergangenheit ausgerichtet.

6. Eine Vereinbarung die von den Konfliktparteien selbst getroffen wurde, wird häufiger eingehalten, als wenn sie von außen vorgegeben wurde

Wenn die Konfliktparteien mithilfe der Mediation zu einer Lösung ihres Konflikts gekommen sind und am Ende der Mediation eine Vereinbarung unterzeichnen, wird diese eher von beiden Konfliktparteien eingehalten, wenn beide dafür mitverantwortlich sind.

7. Der neutrale, vertrauensvolle und nicht therapeutische Charakter der Mediation lässt den Konfliktparteien den Raum, eine einvernehmliche Lösung ihres Konflikts zu finden

Die Neutralität (Allparteilichkeit) des Mediators, die Atmosphäre des gegenseitigen Respekts und dass in der Meditaion keine therapeutischen Elemente eingesetzt werden, trägt zur besonderen Situation der Mediation bei. Nur so können beide Konfliktparteien zu ihrer gemeinsamen Lösung kommen.

8. In der Mediation werden Fähigkeiten erlernt, mit denen sich auch später Konflikte besser lösen lassen

Die Konfliktparteien, die ihren Konflikt mithilfe einer Mediation lösen, machen Erfahrungen mit speziellen Konfliktösungswerkzeugen. Die positive Erfahrung damit, lässt sie diese Fähigkeiten auch später anwenden. Sie werden dadurch in ihrer Konfliktlösungsfähigkeit gestärkt und sind auch später bei neuen Konflikten eher dazu in der Lage, diese selbsttätig zu lösen.

Bildnachweis: pressmaster / stock.adobe.com

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