Gesundheit Praxistipps

Kohlenhydrate: Diese Auswirkungen hat Zucker auf Ihren Körper

Lesezeit: 3 Minuten Das Wort "Zucker" wird schnell mit negativen Faktoren wie Übergewicht, Karies, Antriebslosigkeit, Müdigkeit oder anderen Krankheitserscheinungen verbunden. Zwar gehen diese Symptome oft mit einem erhöhten Zuckerkonsum einher, jedoch braucht der Mensch Zucker bzw. Glucose, damit der Organismus reibungslos funktionieren kann, denn Glucose ist ein essenzieller Energielieferant.

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Kohlenhydrate: Diese Auswirkungen hat Zucker auf Ihren Körper

Kohlenhydrate: Diese Auswirkungen hat Zucker auf Ihren Körper

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Hierbei sollte man allerdings darauf achten, wie viel Zucker verzehrt wird und um welche Zuckerart es sich handelt.

Gibt es gesunden Zucker?

Als gesunder Zucker lässt sich Zucker aus natürlichen Nahrungsmitteln, der als Energielieferant fungiert ohne dem Körper zu schaden, bezeichnen. Obst, Gemüse und vollwertige Getreideprodukte enthalten beispielsweise gesunde Kohlenhydrate, die bei der Verdauung unter anderem zu Glukose abgebaut werden und wirken sich somit nicht negativ auf den Körper aus – vorausgesetzt die Lebensmittel werden in Maßen verzehrt.

Neben den naturbelassenen Zuckerarten gibt es weitere gesunde Zuckerquellen wie z. B. der Manuka Honig sowie der Kokosblütenzucker – auch Stevia (siehe Bild), Xylit und Erythrit sind essenzielle Zuckeraustauschstoffe, die die Gesundheit nicht negativ beeinflussen.

Nur ein paar Weingummis und ein bisschen Schokolade – aber was passiert im Körper?

Einfache Kohlenhydrate werden vom Körper schnell in Glukose umgewandelt, gehen rasch ins Blut über und liefern dem Körper daher schnell Energie. Aufgrund dieser Tatsache greifen viele Menschen vor anstrengenden oder nervenaufreibenden Tätigkeiten – sei es im Hinblick auf die Konzentration oder die Leistungssteigerung – auf zuckerhaltige Getränke, nervenberuhigende Schokoriegel oder konzentrationsfördernden Traubenzucker zurück.

Und tatsächlich – man verspürt direkt nach der Einnahme von Zucker ein anderes Gefühl: Man fühlt sich grundlegend besser, effektiver und stärker.

Aber warum? Die Begründung liegt in den komplexen Stoffwechselvorgängen unseres Körpers: Kohlenhydrate werden vom Darm aus der Nahrung als Monosaccharide (Einfachzucker) aufgenommen und gelangen so ins Blut.

Das bedeutet, dass Mehrfachzucker (Polysaccharide), die vor allem in Vollkornprodukten enthalten sind, zunächst gespalten werden müssen und somit langsamer in den Blutkreislauf gelangen.

Zucker kurbelt die Produktion des Hormons Insulin in der Bauchspeicheldrüse an, welches dafür sorgt, dass der Zucker in die Körperzellen aufgenommen werden kann. Aber nicht nur das: Insulin fördert außerdem die Bildung von Serotonin im Gehirn, das allgemein als „Glückshormon“ bekannt ist (Mehr über Serotonin und seine Rolle für die Gesundheit von Dr. Rüdiger Dahlke). Da Monosaccharide besonders schnell ins Blut gelangen, erfährt eine Person, die z.B. Süßigkeiten isst, einen dementsprechend raschen Anstieg des Blutzuckerspiegels sowie die Ausschüttung von Serotonin und fühlt sich dadurch glücklich und voller Energie.

Wie viel Zucker ist gesund?

Damit diese „befriedigende“ Wirkung einsetzt, können bereits 2,5 Esslöffel Zucker (30g Kohlenhydrate) genügen. Trotz der Tatsache, dass Zucker zwar als Energielieferant fungiert, sollte diese Menge allerdings nicht überschritten werden.

Sinnvoller ist es, die Energie aus anderen Lebensmitteln zu gewinnen. Beispielhaft seien hier Kartoffeln, Vollkornprodukte oder Gemüse genannt, denn auf solch vollwertige Nahrung ist der Körper auch eingestellt. Doch der heutige Konsum hält dieses gesunde Maß nicht mehr ein: Ständig wird Süßes gegessen oder getrunken – ob Softdrinks, Schokoriegel oder Eis. Und nicht nur das, auch Fertiggerichte, wie Tütensuppen oder Dosenravioli, bestehen heutzutage fast nur aus isolierten Kohlenhydraten.

Ist Zucker wirklich der bedeutsamste Energielieferant?

Diese Eigenschaft ist in aller Munde, dabei enthält sogar Fett „mehr Energie“ als Zucker. Im Vergleich: Ein Gramm Fett enthält etwa 9 Kilokalorien, bei einem Gramm Zucker sind es nur 4 Kilokalorien. Haushaltszucker geht im Vergleich zu komplexen Kohlenhydraten schnell in das Blut über, doch auch Fett, Eiweiß und Ballaststoffe haben einen Einfluss auf den Anstieg des Blutzuckerspiegels.

Dieser Prozess kann den folgenden Vorteil bieten: Wer stark unterzuckert ist, kann den Bedarf schnell und spontan ausgleichen. Doch auch der Nachteil lässt nicht lange auf sich warten: Vor allem Einfachzucker wird schnell verdaut, sodass sich nach kürzester Zeit wieder ein Hungergefühl einstellt.

Wer also statt eines Müsliriegels oder Traubenzucker lieber etwas Kartoffeln oder Nudeln gesund und vollwertig kombiniert und damit hochwertige Kohlenhydrate isst, hat langfristig mehr davon, da solche Lebensmittel deutlich länger satt machen und den Blutzuckerspiegel nicht schnell wieder absinken lassen. Weitere Informationen dazu, warum Zucker für den Energiestoffwechsel wichtig ist, gibt es auf Accu-Chek.de: Warum braucht der Körper Zucker?

Zu viel Zucker: Der Weg zum Diabetes?

Zuckerkonsum führt zu einem Anstieg des Blutzuckerspiegels und (wie oben beschrieben) zu einer erhöhten Insulinproduktion. Ein langfristig zu hoher Zuckerkonsum und vor allem die „falschen“, ungesunden Zuckerarten in Kombination mit zu viel Fett können allerdings zu Übergewicht und einer Insulinresistenz führen, sodass der Betroffene einen Typ-2-Diabetes entwickelt.

Dies liegt daran, dass die Bauchspeicheldrüse anfangs mit ihrer Arbeit überfordert ist, da sie zu viel Insulin produziert, welches aber aufgrund der Resistenz nicht wirken kann. Die Folge ist, dass sie nicht mehr genügend Insulin produzieren kann, um den Blutzuckerspiegel konstant im gesunden Bereich zu halten. Wenn der Blutzuckerwert im nüchternen Zustand bei über 126 mg/dl liegt, liegt ein Diabetes vor.

Auch wenn der Blutzuckerspiegel nach dem Essen konstant hoch bleibt und nicht wieder in den Normalbereich absinkt, kann es sich um ein Anzeichen für Diabetes handeln. Die Diagnose Diabetes kann allerdings nur durch ärztliche Tests und Untersuchungen erfolgen.

Bildnachweis: New Africa / stock.adobe.com

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