Homöopathie Praxistipps

Homöopathische Mittelbilder: In der homöopathischen Fachliteratur

Lesezeit: 2 Minuten Viele Ausdrücke in der homöopathischen Fachliteratur sind altertümlich und führen zu Missverständnissen oder auch zu Unmut bei Eltern, wenn sie das eine oder andere homöopathische Mittelbild nachlesen. Sie kommen dann aufgebracht in die Praxis und wollen wissen, ob man das Kind etwa so einschätzt, wie sie es gelesen haben. Auch die Art und Weise wie Symptome oder Charaktereigenschaften beschrieben werden, kann bei einigen Eltern Widerstand provozieren.

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Homöopathische Mittelbilder: In der homöopathischen Fachliteratur

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Missverständliche Formulierungen in den homöopathischen Repertorien
Für viele Menschen ist die Art und Weise wie Symptome und Charaktereigenschaften in Büchern über die Homöopathie beschrieben werden zunächst befremdlich. Hier ist die Rede von "Kindern, die sich anklammern“ oder die "heikel in Kleinigkeiten“ sind, wobei mit anklammern tatsächlich gemeint ist, dass Kinder sich während der Behandlung Schutz suchend an die Mutter klammern und nicht gewillt oder bereit dazu sind, sich auch nur einen Schritt von ihr zu entfernen.

Die normale Anhänglichkeit eines Kindes, das an der Mutter hängt und traurig ist, wenn sie geht, ist damit nicht gemeint. Unter der Rubrik „heikel in Kleinigkeiten“ versteht man in der Regel ein Kind, was sehr genau bei allem ist, was es tut. Man könnte die Rubrik etwa so übersetzen, dass Menschen gemeint sind, die besonders sorgfältig in allem sind und denen es schwer fällt ihm bei einer Sache mal nicht genau zu sein.

Beschreibungen des Erscheinungsbildes in der homöopathischen Literatur
Häufig ist auch der Erscheinungstyp beschrieben. Ob das homöopathische Mittel eher bei Kindern mit hellem Teint und blauen Augen angezeigt ist oder bei Kindern mit dunklen Haaren und braunen Augen, ob es vom Körperbau her zart ist oder eher robust steht in der homöopathischen Fachliteratur beschrieben. Dies mag den interessierten Leser verständlicher Weise irritieren. Es rührt wahrscheinlich in erster Linie daher, dass die homöopathische Literatur schon mehr als zweihundert Jahre alt ist und viele Schriften noch aus älterer Zeit stammen. Auch die neuere Literatur bezieht sich gerne auf die Klassiker und in den Rubriken der großen Repertorien (Nachschlagewerke zur Auswahl von homöopathischen Mitteln) stehen noch die ursprünglichen Formulierungen.

Durstlose Kinder und Kinder mit viel Durst 
Eine aufgeregte Leserin schrieb mir neulich, dass es doch klar ist, dass Kinder viel trinken, wenn sie Fieber haben und dass sie sowieso viel trinken, weil sie mehr herum toben würden. Der Brief fußte auf einem Artikel, in welchem ich über das homöopathische Mittel Stramonium berichtet habe, dass die Kinder viel Durst haben, wenn sie Fieber haben. Aber das ist ja das erstaunliche und das was für die homöopathische Mittelwahl interessant ist, dass es durchaus Kinder (und auch Erwachsene) gibt, die auch wenn sie Fieber haben, keinen Durst haben. Und deswegen wird es in der homöopathischen Literatur extra erwähnt und führt uns zusammen mit anderen auffälligen Symptomen zum richtigen Mittel.

Heftige und weniger heftige Symptome bei Kindern in der Homöopathie
Gerade die Nachtschattengewächse (wie Stramonium, Belladonna, Hyoscyamus u. a.), aber auch einige tierische Mittel werden in der Homöopathie nur den Kindern verordnet, die unter sehr heftigen Symptomen leiden. Nun fragte mich ein Leser, ob das nicht normal ist für Kinder, dass die Symptome heftiger sind als bei Erwachsenen. Ja, natürlich, antwortete ich, das ist normal. Doch in der Heftigkeit der Symptome und der ausgedrückten Gefühle unterscheiden sich die Kinder. Bei manchen Kindern sind alle Symptome – sowohl die körperlichen als auch die psychischen – ausgesprochen heftig und viel heftiger als bei anderen Kindern in ihrer Altersgruppe. Und wenn die Eltern über sehr heftige und intensive Symptome ihres Kindes berichten, dann muss man als homöopathischer Behandler schon mal an ein Nachtschattengewächs als homöopathisches Mittel denken.

Heftige Symptome als Hinweis auf heftige homöopathische Mittelbilder
Eine Leserin meinte sogar, es wäre doch logisch, dass die Kinder heftige Reaktionen zeigen und sich wirre Geschichten ausdenken, wenn sie mit einem solchen Gift voll gepumpt werden, auch wenn es nur ein homöopathisches Mittel ist. Da möchte ich an dieser Stelle darauf antworten. Kinder, die solch heftige Symptome aufweisen, haben diese bevor sie sich in eine homöopathische Behandlung begeben und nicht als Reaktion auf ein homöopathisches Mittel. Das angezeigte homöopathische Konstitutionsmittel kann dann für den dringend benötigten Ausgleich sorgen.

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