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5 Fakten, die Sie über Gastritis wissen sollten

Lesezeit: 3 Minuten Bei Magendrücken, Völlegefühl und anderen Oberbauchbeschwerden ist häufig eine Gastritis oder Magenschleimhautentzündung die Ursache. Bei dieser Erkrankung gibt es sowohl akute als auch chronische Formen. Je nach Art können verschiedene Auslöser vorliegen.

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5 Fakten, die Sie über Gastritis wissen sollten

5 Fakten, die Sie über Gastritis wissen sollten

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Lesen Sie hier, welche 5 Fakten Sie über eine Magenschleimhautentzündung wissen sollten.

Gastritis – was ist das?

Die Bezeichnung Gastritis stammt aus dem Griechischen und ist eine Zusammensetzung aus den Wörtern Gaster („Magen“) und der Endung itis, die eine entzündliche Krankheit bezeichnet. Demzufolge ist eine Gastritis eine Magenentzündung. Genauer gesagt ist hierbei die Magenschleimhaut betroffen, die das Innere des Magens auskleidet.

Diese Schleimhaut schützt den Magen durch die Abgabe einer zähen Schleimschicht davor, sich selbst zu verdauen. Denn neben zerkleinerten Speisen und Flüssigkeit befinden sich in diesem Verdauungsorgan auch aggressive Magensäfte, Verdauungsenzyme und Magensäure, um den Speisebrei weiter zu zerkleinern und in seine Nahrungsbestandteile aufzuspalten.

Bildet der Magen zu viel Magensäure oder wird diese Schleimhaut geschwächt, reagiert die Schleimhaut gereizt. Bleibt die Irritation bestehen, kann daraus eine Entzündung der Magenschleimhaut, also eine Gastritis, entstehen.

Fakt 1: Stress und Medikamente können eine akute Gastritis auslösen

Bei einer plötzlich auftretenden (akuten) Magenschleimhautentzündung denken viele bei den Ursachen zuerst an eine Lebensmittelvergiftung oder eine Infektion mit Bakterien, Viren oder Schimmelpilzen. Weniger bekannt ist, dass starker Stress und ein ungesunder Lebenswandel mit zu viel Kaffee, Nikotin und scharfem Essen ebenso häufig ein Auslöser für eine akute Gastritis sein können.

Körperlicher und seelischer Stress schwächt die Abwehrkräfte. Dies betrifft auch die Magenschleimhaut, deren Schleimproduktion dadurch beeinträchtigt werden kann. Kommen dann zu hastiges Essen, bei dem zu wenig gekaut wird, und zu heiße und/oder zu säurehaltige Speisen hinzu, wird die Magenschleimhaut so weit geschädigt, dass eine Entzündung die Folge ist.

Zu den auslösenden Stressfaktoren für eine Magenschleimhautentzündung können auch schwere Verletzungen (Traumata) wie Verbrennungen oder Krankheitsverläufe wie ein Herzinfarkt oder ein Kreislaufschock gehören. Wie bei Infekten und Vergiftungen heilen diese Formen der akuten Gastritis nach Behandlung der Verletzungen oder Erkrankungen üblicherweise wieder vollständig aus.

Neben Stress können auch einige Medikamente die Magenschleimhaut schädigen und eine Gastritis auslösen. Zu diesen Arzneimitteln gehören beispielsweise Acetylsalicylsäure (Aspirin) sowie Ibuprofen und Diclofenac. Auch Kortisonpräparate und einige Medikamente im Rahmen einer Krebstherapie (Zytostatika) reizen oftmals die Schleimhaut des Magens.

Fakt 2: Bakterien sind die Hauptursache für Gastritis

Stress und eine schwache Abwehr öffnen außerdem dem Bakterium Helicobacter Pylori Tür und Tor. Dieses Bakterium gilt als einer der Hauptauslöser für Gastritis sowie Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre. Es besiedelt die Schleimhäute und die Schleimzellen des Magens.

Helicobacter pylori tragen gut ein Viertel der Erwachsenen in Deutschland in sich. Sie erwerben es bereits in jungen Jahren. Dann nistet es sich in der Magenschleimhaut ein und bleibt oftmals jahrzehntelang unerkannt, da es keine spezifischen Symptome hervorruft. Erst wenn die Magenschleimhaut durch oben genannte Faktoren beeinträchtigt wird, kann es zu einer Gastritis kommen.

Fakt 3: Es gibt drei Arten von chronischer Gastritis

Eine akute Gastritis heilt, wie bereits erwähnt, nach Behebung der Ursachen in ein bis zwei Wochen von selbst wieder aus. Es gibt allerdings Fälle, bei denen eine akute Magenschleimhautentzündung einen chronischen Verlauf nimmt. Oder sie tritt schleichend auf, ohne dass es zuvor zu einem akuten Zustand kommt.

Generell unterscheiden Mediziner drei Arten von chronischer Gastritis:

Typ A Gastritis

  • Bei ihr liegt eine Autoimmunerkrankung vor. Das bedeutet, dass sich in diesem Fall die Abwehrzellen der Immunabwehr gegen die körpereigenen Belegzellen der Magenschleimhaut richten. Es werden Antikörper gebildet, die die Schleimhaut schädigen und auf längere Sicht sogar zerstören können.

Typ B Gastritis

  • Diese Form der chronischen Magenschleimhautentzündung ist mit rund 85 Prozent die häufigste. Bei ihr ist die Ursache eine bakterielle Besiedelung der Magenschleimhaut mit dem Keim Helicobacter pylori. Diese Form der Gastritis tritt vor allem im hinteren Magenabschnitt, dem Antrum, auf – an der Stelle, bevor der Magen nach einer Engstelle, dem Pförtner (Pylorus), in den Zwölffingerdarm übergeht.

Typ C Gastritis

  • Diese Art entsteht in der Regel durch schädliche und/oder krankheitserregende Stoffe (Noxen) wie Nikotin, Alkohol oder durch die Einnahme großer Mengen an Medikamenten über Monate und Jahre hinweg.

Fakt 4: Eine chronische Gastritis verursacht lange Zeit keine Beschwerden

Während sich eine akute Gastritis mit Magenschmerzen, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Aufstoßen oder Völlegefühl bemerkbar macht, sind die chronischen Verläufe eher unauffällig. Viele Betroffene haben überhaupt keine Beschwerden, während andere hin und wieder ein leichtes Ziehen, Blähungen oder einen Druck im Magen verspüren.

Fakt 5: Chronische Gastritis kann Magengeschwüre oder Krebs auslösen

Eine unbehandelte chronische Gastritis begünstigt die Entstehung von Magen- oder Zwölffingerdarm-Geschwüren. Gleichzeitig besteht bei Patienten mit Typ A oder B Gastritis eine höhere Anfälligkeit für Magenkrebs.

Dadurch, dass die chronische Gastritis lange relativ symptomlos verläuft, kann die Schädigung der Magenschleimhaut schleichend fortschreiten. Erst dann, wenn die Schleimhaut des Magens stark in Mitleidenschaft gezogen ist, kommen Symptome wie Brennen, Ziehen und Schmerzen hinzu. Auch Blutungen der Magenwand durch die andauernde Reizung sind dann möglich.

Fazit:

Eine Gastritis ist mitunter schwer zu erkennen. Vor allem chronische Verlaufsformen verfügen nicht über typische Symptome, die eindeutig auf eine Gastritis hinweisen. Gehen Sie bei Verdacht auf eine Gastritis möglichst zeitnah zu einem Arzt, dieser kann Ihnen bei der Bekämpfung der Symptome Hilfe leisten.

Bildnachweis: Adiano / stock.adobe.com

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