Persönlichkeitsentwicklung

Selbstkritik: Wie Sie lernen, weniger hart zu sicht selbst zu sein

Selbstkritik: Wie Sie lernen, weniger hart zu sicht selbst zu sein
geschrieben von Verena Heinzerling

Wie reden Sie innerlich zu sich selbst? Haben Sie Ihre innere Stimme schon einmal bewusst verfolgt? Ist sie eher freundlich und wohlwollend oder eher kritisierend und erzieherisch? Es kann sehr aufschlussreich sein, sich der Art und Weise, wie die innere Stimme mit uns redet, bewusst zu werden. Denn sie ist der Auslöser dafür, ob und wie wir Dinge tun und nicht zuletzt dafür, wie wir uns fühlen.

Eigentlich bräuchten wir keine Kritik mehr von außen, denn die Meisten von uns sind selbst ihr größter Kritiker. Dieser innere Kritiker befiehlt, beschimpft und benutzt Redensarten und Worte, die wir niemals gegenüber Anderen verwenden würden. Er kritisiert in unfreundlichem Ton und ist dabei oft sehr verletzend.

Natürlich steht im Grunde immer eine gute Absicht dahinter wie Motivation, Ansporn etc., doch wissen wir alle aus eigener Erfahrung, dass Lob viel mehr motiviert als Kritik. Kinder beispielsweise reagieren auf Lob viel eher mit dem, was man sich von Ihnen wünscht, während Sie bei Kritik meist das ungewollte Verhalten beibehalten.

Diese befehlende, eher unfreundliche innere Kommunikation mit sich selbst stammt noch aus Kinder- und Jugendtagen. Leider wurden die meisten von uns eher problemorientiert und mit dem Fokus auf Fehler und mangelndes Können erzogen und gefordert, anstatt lobend gefördert zu werden. Gelernt ist gelernt und so treiben wir uns heute selbst mit Drohungen und Beschimpfungen zum Handeln an.

Wie würden Sie sich fühlen und wie viel Lust hätten Sie, das Gewünschte zu tun und zu erreichen, wenn Ihr Chef oder Ihr Partner so mit Ihnen reden würde? – Keine. Sie würden wahrscheinlich Dienst nach Vorschrift machen oder sofort kündigen und gehen.

Lob anstelle Kritik

Sich selbst kann man schwerlich kündigen, aber Sie können Ihrer inneren unfreundlichen Stimme kündigen. Trainieren Sie Ihre „schlechte“ Angewohnheit um. Ersetzen Sie diese demotivierende, innere Kommunikation durch eine wohlmeinende, unterstützende und freundliche Sprachweise und konstruktive Kritik. Reden Sie mit sich selbst so, wie Sie sich wünschen angesprochen zu werden und üben Sie sich im Loben – im Loben Ihrer selbst.

Wenn Sie anfangen, sich täglich bewusst selbst auf die Schulter zu klopfen und sich selbst als Freund oder Freundin betrachten, werden Sie Ihren Umgang mit sich selbst ganz schnell ins Positive ändern.

Eine einfache Übung

Machen Sie sich die nächsten 14 Tage selbst jeden Tag mindestens 5 Komplimente und loben Sie sich ganz bewusst für alles, was Sie gut gemacht und geleistet haben, sei es Ihrer Meinung nach auch noch so unbedeutend. Loben Sie sich nach jeder Tätigkeit, zum Beispiel wenn Sie die Toilette geputzt, den Abwasch gemacht oder eine Mail geschrieben haben.

Am Anfang kommen Sie sich vielleicht komisch vor und es fällt Ihnen schwer, bewusst höflich und nett zu sich selbst zu sein und sich für jede Kleinigkeit zu loben. Aber mit der Zeit werden Sie feststellen, dass Sie sich insgesamt wohler und ausgeglichener fühlen, und dass Sie viel mehr Spaß haben an dem, was Sie tun. Sie werden effizienter, werden mehr erledigen und mehr leisten, ohne müde zu werden. Sie gehen motivierter an die Dinge heran und werden Neuem gegenüber offener.

Bildnachweis: Robert Kneschke / stock.adobe.com

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Verena Heinzerling