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Gehaltsvorstellung formulieren: 9 Wege zum Maximalgehalt

Gehaltsvorstellung formulieren – etwas, das nicht wenige Jobsuchende verunsichert. Wieso eigentlich? Vielleicht, weil es bedeutet, sich mit dem Wert der eigenen Leistung, Qualifikation und Berufserfahrung genauer zu beschäftigen. Nur, wer seinen Wert kennt, geht sicher in die Gehaltsverhandlung.

Doch wie packen Sie die Sache an?

1. Anschreiben: Gehaltsvorstellung formulieren

Bittet Sie ein Arbeitgeber in seiner Jobanzeige, Ihre Gehaltsvorstellung im Anschreiben zu beziffern, können Sie diesem Wunsch kurz und präzise gegen Briefende – vor Ihrer Bitte um ein Vorstellungsgespräch – nachkommen. Hätte, würde, könnte – bitte nicht! Aktive, selbstbewusste Ansprache vermeidet Konjunktive:

  • "Meine Gehaltsvorstellung liegt bei X Euro brutto."
  • "Ein Jahresgehalt von X Euro entspricht meinen Vorstellungen."
  • "In Anbetracht meiner Qualifikationen verstehe ich ein Gehalt von X Euro als angemessen."

Gehaltsvorstellung formulieren gern, aber erst im persönlichen Gespräch? Bei Stellenanzeigen von geringer Aussagekraft, etwa zum Aufgabenbereich, durchaus sinnvoll – und zielführender, als sich durch das Nennen von Gehaltsspannen voreilig festzulegen. Weisen Sie im Anschreiben darauf hin: "Einzelheiten zum Gehaltswunsch gern im persönlichen Gespräch". Das Stellenangebot spart die Thematik aus? Gehen Sie nie in ein Vorstellungsgespräch, ohne über den branchenüblichen Gehaltsrahmen orientiert zu sein.

2. Kennen Sie Ihren Marktwert?

Realistische Gehaltsvorstellung formulieren? Akribische Recherche ist das A und O. Internationale Gehaltschecks und Gehaltsstudien (wie Glassdoor oder Alma Mater) sowie Presseorgane veröffentlichen in Kooperation mit Personalberatungen regelmäßig aussagekräftige Gehaltsübersichten. Auch Kammern, Berufsverbände, Gewerkschaften sowie die Bundesagentur für Arbeit informieren zu marktüblichen Gehältern – nach angestrebter Position und Berufsgruppe.

Gehaltsvorstellung formulieren heißt außerdem, sich zu fragen, ob die kalte Progression Ihr neues Gehaltsplus auffrisst: Was bleibt nach Abzug von Lohnsteuer und Sozialversicherungsbeiträgen netto im Portemonnaie? Ein Brutto-Netto-Gehaltsrechner ermittelt es.

3. Das richtige Einstiegsgehalt

Je größer der Arbeitgeber und je stärker der Wirtschaftsstandort, desto höher das Gehalt – und oft auch die Lebenshaltungskosten vor Ort. Gut durchrechnen zahlt sich auch bei Berufseinstieg aus, denn man wird Sie später daran messen, welches Einstiegsgehalt Sie zu Anfang erzielt haben – nach schlecht dotierter Probezeit neu zu verhandeln, gelingt selten. Sie bewerben sich aus bestehender Beschäftigung?

Gehaltsvorstellung formulieren heißt hier, mehr zu verlangen als aus einer Position der Arbeitslosigkeit heraus.

4. Gehaltsvorstellung formulieren, aber sachlich

Sie betteln nicht um Almosen, sondern verhandeln: Um den geldwerten Gegenwert Ihrer Arbeitsleistung. Nennen Sie Ihren Preis ohne falsche Bescheidenheit, aber schätzen Sie Ihren Wert für den neuen Arbeitgeber realistisch ein. Argumente, weshalb Sie persönlich einen bestimmten Betrag benötigen, interessieren Arbeitgeber, die ihre eigene, innerbetriebliche Kosten-Nutzen-Rechnung aufmachen, nicht. Gewusst?

Gehaltsvorstellung formulieren schließt auch geldwerte Vorteile wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld, vermögenswirksame Leistungen, den Dienstwagen oder Aktienoptionen ein. Argumentieren Sie nachweisbar mit Leistung, etwa indem Sie ein Leistungstagebuch führen, das Woche für Woche erfolgreiche Projekte oder erfüllte Kundenwünsche festhält.

Überreichen Sie es Ihrem Gesprächspartner (verständlich zusammengefasst als Mappe), während Sie Ihre Argumente mündlich vortragen.

5. Wieviel können Sie verlangen?

Bei Sätzen wie "Das Mindeste, was ich akzeptieren kann, wäre …" lacht das Herz Ihres Verhandlungspartners! Bevor sie richtig begonnen hat, ist die Gehaltsverhandlung beendet. Oder schlimmer: Arbeitgeber kalkulieren im Vorab genau, was sie zu zahlen bereit sind – und wagen hier vielleicht den Versuch, selbst Ihre Untergrenze zu unterbieten. Legen Sie also nie Ihre Untergrenze offen und quittieren Sie nie das allererste Angebot Ihres potenziellen Arbeitgebers mit einem "In Ordnung, einverstanden!".

Denn das erste Angebot signalisiert Verhandlungsbereitschaft – Ihr Startschuss, um Ihren Spielraum auszuloten. Etwa, indem Sie die genannte Zahl skeptisch wiederholen und dann schweigend abwarten.

6. Erstangebot unverschämt niedrig?

Widerstehen Sie der Versuchung, sich als beleidigte Leberwurst à la "Mehr bin ich Ihrer Firma nicht wert?" zu outen. Bleiben Sie freundlich und streichen Sie noch einmal – gut belegt – Ihre Qualifikationen heraus, statt pauschal nein zu sagen. Besser: "Ein überlegenswerter Anfang, der sich nicht ganz mit meinen Vorstellungen deckt". Bleibt Ihr Gegenüber stur, zeigen Sie Kompromissbereitschaft, indem Sie um ergänzende Vorteile wie flexiblere Arbeitszeiten oder Mitarbeiterrabatte verhandeln. Faire Arbeitgeber bewegen sich spätestens hier.

7. Ihr Preis: Warum krumm gerade schlägt

Sie sollen Ihren Preis direkt nennen? Studien belegen die Effektivität krummer Zahlen (wie 4650) gegenüber geraden (wie 4700). Erstere klingen nach präzisem Durchrechnen und signalisieren: Dieser Bewerber weiß auf den Euro genau, was er wert ist! Ebenfalls erwiesen: Wer ein Jahresgehalt in glatten Tausendern nennt, wird auch um Tausender gedrückt! Ein Minusgeschäft, weshalb Sie Ihren zukünftigen Chef besser in Hunderten denken lassen sollten.

8. Ass im Ärmel: Das Harvard-Konzept

Gehaltsvorstellung formulieren und Maximalgehalt erreichen? Das BATNA-Konzept der Harvard Business School (BATNA für Best Alternative To A Negotiated Agreement) meint, dass Sie für den Fall, dass Ihre Gehaltsverhandlung platzt, über Alternativen verfügen. Je besser diese, desto größer Ihre Verhandlungsposition. BATNA repräsentiert Ihre bestdotierte Alternative.

Statt also zunächst bei Wunscharbeitgebern Ihr Maximalgehalt anzustreben, um es bei Misserfolg später anderswo zu versuchen, treiben Sie zuerst Ihre nicht ganz so begehrten Alternativjobs gehaltlich nach oben. Erst dann suchen Sie Ihren Favoriten auf! Unten starten heißt die Devise – denn wohin sollen Sie gehen, falls Ihre Gehaltsverhandlung beim Lieblingsarbeitgeber platzt? Stattdessen ziehen Sie selbstbewusst mit zwei sicheren Angeboten in der Hinderhand ins entscheidende Gespräch.

9. Genug Zeit investieren

Nennen Sie es, wie Sie wollen: Ob BATNA oder Wunschgehalt, der zähe Wille, das beste Angebot zu erreichen, nimmt sich die nötige Zeit für sorgfältigste Vorab-Recherche. Machen Sie Ihre Hausaufgaben. Schließlich polieren Sie Anschreiben und Lebenslauf ja auch auf Hochglanz, oder? Wie Sie Ihre Gehaltsvorstellung formulieren, entscheidet, wie Sie zukünftig dotiert sind – und wie Sie leben werden. Sie arbeiten, um gut zu leben? Dann verkaufen Sie sich nicht unter Wert!

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Über Ihren Experten

Burkhard Strack

Burkhard Strack ist Fachjournalist (DFJV-Mitglied) in den Ressorts Gesundheit, Finanzen und Marketing, Werbeprofi (Google AdWords Premium Partner) und Inhaber des Beraterportals experto.de.