Herz

Warum Sie zu viel Kalzium vermeiden sollten

Warum Sie zu viel Kalzium vermeiden sollten
geschrieben von Christian Riedel

Kalzium stärkt bekanntlich Zähne und Knochen. Trotzdem sollte man davon aber nicht zu viel zu sich nehmen. Denn, zumindest wenn man Kalzium in Form von Nahrungsergänzungsprodukten zu sich nimmt, riskiert man schwere Herzkrankheiten. Erfahren Sie hier, warum Sie zu viel Kalzium vermeiden sollten.

Unser Körper braucht Kalzium, um zu funktionieren

Ohne Kalzium funktioniert in unserem Körper recht wenig. Unsere Knochen und Zähne brauchen den Mineralstoff, damit sie stabil werden bzw. stabil bleiben. Auch die Nerven und Muskeln brauchen Kalzium, damit die Reizleitung funktioniert. Viele Enzyme und Hormone können ohne Kalzium ihre eigentlichen Aufgaben nicht erfüllen. Daher nehmen vor allem Kinder und Senioren vermehrt Kalzium zu sich: die Kinder, damit der Aufbau der Knochen und Zähne funktioniert, und die Senioren, um Osteoporose vorzubeugen.

Während Kinder viel Milch trinken, nehmen ältere Menschen eher Nahrungsergänzungspräparate zu sich. Doch wie bei so vielem, gibt es auch beim Kalzium ein Zuviel des Guten. Vor allem, wenn man das Kalzium in Form von Pillen oder Tabletten zu sich nimmt.

Zu viel Kalzium: starke Knochen – schwaches Herz

Wie die ÄrzteZeitung berichtet, nehmen in den USA rund 70 Prozent der Frauen und 50 Prozent der Männer Kalziumpräparate zu sich, um ihre Knochen zu schützen. Schließlich nimmt im Alter die Knochendichte ab und die Gefahr von Knochenbrüchen ist erhöht. Doch während die Knochen geschützt werden, gerät das Herz durch zu viel Kalzium in Gefahr.

Zu viel Kalzium erhöht das Herzinfarkt-Risiko

Wie die WHI CaD Study, bei der die Gesundheitsdaten von rund 36.000 Frauen analysiert wurden, ergeben hat, erhöht sich das Herzinfarkt-Risiko deutlich, wenn die Frauen Kalziumpräparate zu sich nahmen.

Wenn die Teilnehmerinnen zunächst keine Ergänzungsmittel zu sich nahmen und dann die Nahrung mit 1 Gramm Kalzium ergänzt wurde, stieg das Risiko für Verschlusskrankheiten, wie Herzinfarkt und Schlaganfall, im Vergleich zu einer Placebo-Gruppe um durchschnittlich 22 Prozent.

Bei einer Analyse von acht vergleichbaren Studien stellten die Forscher fest, dass sich das Herzinfarkt-Risiko durch eine Supplementierung mit Kalzium sogar um 24 Prozent erhöht hatte. Das Schlaganfall-Risiko erhöhte sich immerhin noch um 15 Prozent. Auch andere Studien kamen zu einem ähnlichen Ergebnis.

Ursachen ungeklärt

Dies gilt jedoch nur für künstliche Kalzium-Produkte. Bei natürlichen Kalzium-Lieferanten, wie Milch, war das Herzinfarkt-Risiko bei einer Zufuhr bis 1,25 Gramm am Tag sogar verringert.

Warum das so ist, können sich die Forscher bislang nicht genau erklären. Die Vermutung, dass sich Kalzium an den Gefäßen ablagert und sie so verstopfen, konnte bislang noch nicht bewiesen werden. Und bis die Forscher herausgefunden haben, warum das Kalzium in Pillenform das Herz gefährdet, ist es besser, auf natürliche Kalziumquellen wie Milchprodukte, Bohnen und Blattgemüse zu vertrauen.

Bildnachweis: pix4U / stock.adobe.com

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Christian Riedel