Homöopathische Mittel

Das homöopathische Mittel Dulcamara

Das homöopathische Mittel Dulcamara
geschrieben von Burkhard Strack

Eine lange Tradition als Heilpflanze kann der hochgiftige Bittersüße Nachtschatten vorweisen. Die Rankpflanze, deren Name sich vom intensiv bitter-süßen Geschmack der Früchte ableitet, kommt homöopathisch vor allem bei Erkältungen, Ohrenschmerzen und Durchfall zum Einsatz. Aber auch Rücken- und Nervenschmerzen sind typische Anwendungsgebiete.

Herkunft 

Weit verbreitet in vielen Teilen Europas, Nordafrikas und Asiens wächst der Bittersüß, Solanum dulcamara, vor allem auf feuchten Böden im Flachland bis in Höhenlagen von 1.500 Metern. Er kann eine Höhe von 2 Metern erreichen, bleibt aber bisweilen auch 30 bis 50 cm klein. Als Nachtschattengewächs bildet er zahlreiche giftige Alkaloide. Schon im alten Rom wurde Bittersüß gegen Ekzeme und Warzen eingesetzt.

Potenzen und Darreichungsformen

Dulcamara als homöopathisches Arzneimittel, gewonnen aus allen Teilen des Bittersüß, kommt vor allem in den niedrigen bis mittleren Potenzen wie D6 und D12 sowie C6 und C12 zum Einsatz. Aber auch die niedrigen Potenzen D2 und D4 haben ihre Einsatzgebiete, sollten dann aber – wie auch die hohen Potenzen wie D30 – nur unter Anleitung eines Homöopathen angewendet werden.

Krankheitsbilder und Einflussfaktoren

Die Atmungsorgane, die Nerven und die Verdauungsorgane sowie die Blase und die Prostata sind Organe, an denen Dulcamara seine Wirkung besonders intensiv entfalten kann:

  • auf Kälte und Nässe basierende Erkrankungen
  • Erkältungen
  • Durchfallerkrankungen wie sie im Herbst gehäuft auftreten
  • rheumatische Beschwerden
  • Hautirritationen wie Juckreiz, Warzen und Flechten

Meist zeigen typische Dulcamara-Patienten deutliche körperliche Symptome, halten sich psychisch aber recht gut. Es kann zwar zu Reizbarkeit und Ungeduld kommen, aber meistens zeigen sich dennoch verstärkt körperliche Symptome, die auf Dulcamara hinweisen. Dazu gehört eine starke Schleimbildung von gelbem oder grünlichem Schleim aus der Nase, beim Husten oder gar im Stuhl. Auch Kopf- und Gelenkschmerzen sowie eine Neigung zu allergischen Reaktionen kommen bei Dulcamara-Patienten häufig vor.

Anwendungsgebiete

In den meisten Fällen steht das Auftreten der Dulcamara-Erkrankung im Zusammenhang mit Nässe und Kälte:

  • Lippenherpes: auftretend als Reaktion auf nasskaltes Wetter oder während der prä-menstrualen Phase, Wärme verbessert die Symptome
  • Rheumatische Beschwerden: steife Gelenke und rheumatische Symptome durch nasskaltes Wetter oder feuchte Kleidung, Wärme lindert die Beschwerden
  • Hexenschuss: als Folge von feuchter Kleidung oder bei nasskaltem Wetter, Wärme verbessert
  • Mittelohrentzündung: schmerzhafte Ohrenentzündung, oft ohne Schnupfen, durch nasse Kälte, nach Aufenthalt im Regen ohne Mütze oder Kapuze
  • Blasenentzündung: nach Sitzen auf kaltem Boden oder Tragen eines nassen Badeanzugs
  • Durchfall: meist im Herbst, beginnend mit den kalten Tagen

Ausgelöst werden die Dulcamara-Erkrankungen oft von Nässe und Kälte. Deshalb wirken sich Feuchtigkeit und Temperaturwechsel, wie sie oft im Spätsommer und Herbst auftreten, negativ auf die Gesundung aus. Weitaus besser ist es, auf genügend Wärme, eine trockene Umgebung und leichte Bewegung zu achten. Trockenes Wetter tut ebenfalls gut.

Dosierung und Anwendung

Bei einer akuten Erkrankung ist es am besten, Dulcamara dreimal täglich mit einer Dosierung von fünf Globuli in den Potenzen D6 und D12 anzuwenden. Um eine besonders schnelle und effektive Wirkung zu erreichen, sollten die Globuli in etwas warmem Wasser aufgelöst und dann in kleinen Schlucken getrunken werden. Ist die Erkrankung sehr stark ausgeprägt, ist eine Dosierung bis fünfmal täglich angemessen. Klingen die Symptome ab, reicht die Einnahme zweimal am Tag oder die Reduktion auf eine einmal tägliche Gabe bei einer höheren Potenz wie D30.

Schwangerschaft, Stillzeit und Baby

Besondern in der Schwangerschaft kann Dulcamara seine Vielseitigkeit ausspielen. Bei einer Blasenentzündung durch Kälte ist das Mittel neben Cantharis oder Solidago die beste Wahl. Auch einer Nierenreizung kann man mit Dulcamara entgegentreten. Aber auch viele andere Erkrankungen wie Ohrenentzündung, Durchfall oder Hexenschuss während der Schwangerschaft lassen sich schonend behandeln.

Babys und Kleinkinder reagieren oft auf starke Temperaturwechsel und nasse Kälte mit Schnupfen oder Ohrenentzündungen. Hierbei kann Dulcamara den Effekt der praktischen Sofortmaßnahmen wie Wärmeanwendungen wirkungsvoll unterstützen.

Nebenwirkungen und Vorsichtsmaßnahmen

Bei Dulcamara gibt es normalerweise keine Probleme mit Nebenwirkungen.

Bildnachweis: skorpionik00 / stock.adobe.com

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Über Ihren Experten

Burkhard Strack

Burkhard Strack ist Fachjournalist (DFJV-Mitglied) in den Ressorts Gesundheit, Finanzen und Marketing, Werbeprofi (Google AdWords Premium Partner) und Inhaber des Beraterportals experto.de.